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NFL: Die Love-Story - Jetzt spricht Rodgers (Green Bay Packers)

Akzeptierte Entscheidung und Vorfreude auf die Saison sowie auf EQ

Die Love-Story: Jetzt spricht Rodgers

Nimmt die Situation rund um Jordan Love an und freut sich auf die kommende Saison: Packers-Star Aaron Rodgers.

Nimmt die Situation rund um Jordan Love an und freut sich auf die kommende Saison: Packers-Star Aaron Rodgers. imago images

Es ist sicherlich eine der großen Überraschungen gewesen beim NFL-Draft 2020: Denn obwohl Experten und Fans im NFC-Team aus der Käsestadt, das in der abgelaufenen Spielzeit nur um ein Spiel den Einzug in den Super Bowl verpasste, Schwachstellen im Receiving Corps oder auf der Position des Linebackers ausgemacht hatte, entschied sich "The Pack" für Spielmacher Jordan Love.

"J.Lo" und "A-Rod"

Der 21-Jährige mit dem Spitzennamen "J.Lo" wurde in der ersten Runde an 26. Stelle gezogen. "Warum?", so die lautstarken Beschwerden zum Beispiel seither via Social Media. Schließlich habe das Team doch in Aaron Rodgers einen gefeierten, herausragenden und außerdem teuer bezahlten Spielmacher in den eigenen Reihen, der selbst noch immer Jagd auf Ring Nummer zwei macht.

Doch das Team denke eben "an die langfristige Zukunft", wie Rodgers nun selbst am Freitag in einer Video-Konferenz live mitgeteilt hat. Bei seiner ersten öffentlichen Stellungnahme seit dem Draft hat sich der 36-Jährige allerdings dennoch überrascht gezeigt von der Entscheidung der Bosse: "Meine erste Reaktion war, wie wohl bei vielen Leuten, Erstaunen. Ich kann nicht behaupten, dass ich von dem Pick begeistert war. Aber ich verstehe, dass das Team nicht nur an die Gegenwart, sondern auch an die Zukunft denkt - und das respektiere ich."

Rodgers zu Love: "Es ist ja nicht seine Schuld

Persönlich zu weiteren Höchstleistungen angestachelt fühle sich "A-Rod", der Green Bay am 6. Februar 2011 mit einem 31:25 über die Pittsburgh Steelers zum Super-Bowl-Triumph und zu seinem bislang einzigen Titel geführt hat, aber nicht. Er habe nie viel externe Motivation gebraucht, obwohl es einige Dinge gebe, die ihm einen zusätzlichen Schub geben. Aber für ihn sei es am wichtigsten, konstant selbstständig motiviert zu sein.

Genauso möchte Rodgers seinen neuen Backup-Quarterback nicht ausgrenzen: "Es wird genauso wie mit all meinen Backup-Quarterbacks bisher. Wir haben über die Jahre enge Beziehungen zueinander aufgebaut (vor allem zu Matt Flynn, Brett Hundley, Scott Tolzien; Anm.d.Red.). Er hat ja außerdem nicht darum gebeten, von den Packers gedraftet zu werden. Also ist es nicht seine Schuld."

Die vorhandenen Spieler müssen es richten

Ein Problem bleibt aber auf den ersten Blick: Bis auf den früheren Panther und Colt Devin Funchess (25), den die Packers in der Offseason an Land gezogen haben, hat sich das Receiving Corps nicht groß verändert - mit Jimmy Graham (Chicago Bears) ist zudem noch ein bekannter Catching Tight End verschwunden.

Und so muss Rodgers mit dem verfügbaren Material auskommen, was in Davante Adams und dem vielseitig einsetzbaren Top-Running-Back Aaron Jones auch Star-Power hat. Darüber hinaus müssen nun laut "A-Rod" bekannte Gesichter über sich hinauswachsen. Das traut der "Gunslinger" auch Athleten wie Jake Kumerow (28), Marquez Valdes-Scantling (25) und Allen Lazard (24), den er speziell hervorhebt, absolut zu.

EQ "hat eine großartige Einstellung zum Spiel"

Equanimeous St. Brown, Davante Adams, Aaron Rodgers und Marquez Valdes-Scantling (v.l.n.r.) sind Spieler der Green Bay Packers.

Equanimeous St. Brown, Davante Adams, Aaron Rodgers und Marquez Valdes-Scantling (v.l.n.r.): Ein erfolgreiches Quartett in der NFL-Saison 2020? imago images

Am meisten freue sich der Star-Spielmacher aber über die Rückkehr des in der letzten Saison verletzten Deutschen Equanimeous St. Brown. Der 23-Jährige steht bei "A-Rod" hoch im Kurs: "Ich freue mich, EQ zurück zu haben. Er hat sich in seinem Rookie-Jahr enorm verbessert und hat gerade zum Ende der Saison Plays für uns gemacht und ist Woche für Woche gewachsen. Er hat eine großartige Einstellung zum Spiel. Es wird eine Freude sein, ihn gesund spielen zu sehen."

Apropos gesund: Wenn der Körper mitmacht, will Rodgers weiterhin bis mindestens 40 spielen - und darüber hinaus. "Ich will meinem Körper die Möglichkeit geben, noch mit 40 plus zu spielen." Ob das zu einem Karriereende in Green Bay führt, oder ob er eventuell nach seinem ausgelaufenen Vertrag in zwei, drei Jahren woanders hingeht? "Ich kann nur meine eigenen Dinge kontrollieren, zum Beispiel mein Spiel. Der Rest liegt nicht in meiner Hand."

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