21:18 - 16. Spielminute

Spielerwechsel (Deutschland)
Schweinsteiger
für S. Khedira
Deutschland

22:15 - 56. Spielminute

Gelbe Karte (Italien)
Sturaro
Italien

22:17 - 57. Spielminute

Gelbe Karte (Italien)
de Sciglio
Italien

22:18 - 59. Spielminute

Gelbe Karte (Italien)
Parolo
Italien

22:24 - 65. Spielminute

Tor 1:0
Özil
Linksschuss
Vorbereitung Hector
Deutschland

22:31 - 72. Spielminute

Spielerwechsel (Deutschland)
Draxler
für Gomez
Deutschland

22:37 - 78. Spielminute

Tor 1:1
Bonucci
Handelfmeter,
Rechtsschuss
Italien

22:46 - 86. Spielminute

Spielerwechsel (Italien)
Darmian
für Florenzi
Italien

22:49 - 90. Spielminute

Gelbe Karte (Deutschland)
Hummels
Deutschland

22:59 - 91. Spielminute

Gelbe Karte (Italien)
Pelle
Italien

23:11 - 103. Spielminute

Gelbe Karte (Italien)
Giaccherini
Italien

23:19 - 108. Spielminute

Spielerwechsel (Italien)
L. Insigne
für Eder
Italien

23:23 - 112. Spielminute

Gelbe Karte (Deutschland)
Schweinsteiger
Deutschland

23:31 - 120. Spielminute

Spielerwechsel (Italien)
Zaza
für Chiellini
Italien

GER

ITA

Europameisterschaft

Neuer und Hector beenden den Italien-Fluch

Khedira und Gomez verletzt raus - Hummels gesperrt

Neuer und Hector beenden den Italien-Fluch

Jubelt nach seinem Tor zum 1:0: Mesut Özil.

Jubelt nach seinem Tor zum 1:0: Mesut Özil. picture alliance

Bundestrainer Joachim Löw entschied sich nach dem 3:0-Sieg im Achtelfinale über die Slowakei zu einer taktischen Veränderung und ließ für diese Draxler - Matchwinner gegen die Slowaken (kicker-Note: 1,5) - auf der Bank. Höwedes begann und bildete zusammen mit Boateng und Hummels eine Dreierkette. Mit dieser Taktik hatte die DFB-Elf am 29. März in München einen 4:1-Sieg gegen die Squadra Azzurra gefeiert.

Italiens Nationalcoach Antonio Conte war nach dem 2:0-Achtelfinalerfolg über Titelverteidiger Spanien zu einer Änderung gezwungen: De Rossi, Schlüsselspieler im zentralen defensiven Mittelfeld, konnte aufgrund von Oberschenkelproblemen nicht spielen. Sturaro ersetzte den 32-Jährigen vom AS Rom.

Khedira muss früh raus - Schweinsteigers Treffer zählt nicht

Italien versuchte den deutschen Spielaufbau von Beginn an äußerst früh mit hohem Pressing zu stören. Die DFB-Elf war zwar dennoch um viel Ballbesitz bemüht, hatte gegen die gewohnt taktisch disziplinierten und sich gut verschiebenden Azzurri Probleme, in Abschlusspositionen zu kommen. Bitterer Moment zudem für Löw schon in der Anfangsphase: Nach leichtem Kontakt mit Chiellini griff sich Khedira in den Bereich der Adduktoren und musste behandelt werden. Zwar kehrte der Mittelfeldspieler für ein paar Sekunden noch einmal auf das Feld zurück, deutete jedoch sogleich an, ausgetauscht werden zu müssen. So kam Schweinsteiger bereits in der 16. Minute ins Spiel. Es war der 37. Einsatz des etatmäßigen deutschen Kapitäns bei einer EM oder WM. In der ewigen Rangliste zog Schweinsteiger mit dem in dieser Statistik in Front liegenden Klose gleich.

Das Viertelfinale im Überblick

Spieler des Spiels
Deutschland

Manuel Neuer Tor

1
Spielnote

Die Partie war geprägt von viel Taktik und hoher Spannung, sie blieb intensiv und umkämpft bis zum dramatischen Ende im Elfmeterschießen.

2
Tore und Karten

1:0 Özil (65', Linksschuss, Hector)

1:1 Bonucci (78', Handelfmeter, Rechtsschuss)

Deutschland
Deutschland

Neuer 1 - Höwedes 2, J. Boateng 3, Hummels 2 - Kimmich 3, Hector 2, S. Khedira , Kroos 3, Özil 2 , T. Müller 4 - Gomez 2

Italien
Italien

Buffon 2 - Barzagli 2,5, Bonucci 2,5 , Chiellini 2 - Florenzi 4 , Parolo 3 , de Sciglio 3 , Sturaro 4 , Giaccherini 2,5 - Pelle 4,5 , Eder 4

Schiedsrichter-Team
Viktor Kassai

Viktor Kassai Ungarn

2
Spielinfo

Stadion

Stade Matmut-Atlantique

Zuschauer

38.764

Im weiteren Verlauf änderte sich wenig an dem von beiden Seiten sehr taktisch und von Sicherheit geprägten Spiel. Eher zufällig landete der Ball nach einem langer Flanke nach rechts im Strafraum sogar im Tor der Italiener, doch der Kopfballtreffer Schweinsteigers erhielt keine Anerkennung vom ungarischen Referee Viktor Kassai. Denn Schweinsteiger hatte zuvor Sturaro regelwidrig weggeschoben (27.). Nach einem Stockfehler von Kimmich, der unfreiwillig den Ball durchließ, tauchten auch die Italiener in der 31. Minute erstmals gefährlich vor Neuer auf. Doch nach Hereingabe von de Sciglio klärte Boateng aufmerksam gerade noch vor Giaccherini.

Sami Khedira

Musste früh ausgewechselt werden: Sami Khedira. picture alliance

Erst in den Schlussminuten der ersten Hälfte tauten beide Mannschaften plötzlich ein wenig auf. Nach Flanke von Kimmich von der rechten Seite köpfte Gomez ein gutes Stück am Tor vorbei (41.). Dem 1:0 für Deutschland deutlich näher kam Müller kurz darauf, doch nach gelungener Aktion von Hummels auf der linken Seite und schließlich wohl ein wenig unfreiwilliger Ablage zum Offensivspieler von Kimmich traf Müller in bester Schussposition den Ball nicht richtig (42.). Zwei Minuten später kam auch Italien der Führung nahe. Nachdem Kimmich das Abseits aufhob, legte Giaccherini von links im Strafraum zurück zu Sturaro, dessen Schuss Boateng knapp neben das eigene Tor abfälschte (43.). Mit dem lange Zeit wenig ansehnlichen 0:0 ging es in die Halbzeit.

Gomez als Vorbereiter, Özil als Vollstrecker

Nach dem Seitenwechsel hatte der Weltmeister plötzlich deutlich mehr vom Spiel und kam gegen passivere Italiener prompt auch zu Chancen: Nach Ablage von Gomez am Strafraumrand zog Müller mit links ab. Florenzi lenkte den Schuss, der allerdings wohl auch knapp am Tor vorbeigegangen wäre, mit einer artistischen Abwehraktion noch ins Toraus ab (54.). Ein harmloser Schuss von Parolo, der weit am Tor vorbeiging, war die erste nennenswerte Offensivaktion der Azzurri in der zweiten Hälfte (62.).

Die spielerische Überlegenheit der Löw-Schützlinge gipfelte schließlich auch im mittlerweile verdienten Führungstreffer. Gomez setzte sich auf der linken Seite erst durch und bewies dann mit einem klugen Zuspiel auf Hector viel Übersicht. Der Linksverteidiger legte sofort in die Mitte zu Özil ab, dessen Direktabnahme im linken Toreck landete - 1:0 (65.). Die Deutschen hatten nun sichtlich Oberwasser. Eine dicke Gelegenheit bot sich Gomez nach wunderbarem Zuspiel von Özil, doch Chiellini und schließlich Buffon verhinderten in letzter Sekunde das 0:2 aus Sicht der Italiener (68.).

Manuel Neuer

Nicht zu halten: Leonardo Bonucci trifft vom Elfmeterpunkt zum 1:1. picture alliance

Die Südeuropäer, die bis dahin in der zweiten Hälfte kaum einmal auch nur in die Nähe des deutschen Strafraums gekommen waren, wirkten in dieser Phase müde. Doch die Conte-Elf gab sich noch längst nicht geschlagen. Kurz nachdem Gomez mit Oberschenkelproblemen für Draxler vom Feld ging, sorgte Pelle nach Vorarbeit über links aus acht Metern für mehr als nur einen Warnschuss (74.). Ein wenig Glück verhalf den Azzurri zum Ausgleich. Im Anschluss an einen Eckball sprang Boateng der Ball in der 77. Minute nach einer Flanke von rechts an den über den Kopf ausgestreckten Arm. Bonucci verwandelte den fälligen Handelfmeter souverän scharf ins rechte Toreck (78.). Es war der erste Gegentreffer für Neuer im Turnier und sein erstes Gegentor nach 665 Länderspielminuten.

Nervenschlacht Elfmeterschießen: Neuer wird zum Helden

Nachdem Italien durch de Sciglio, der vom Strafraumrand nur knapp verzog (89.), die beste Schusschance der Schlussphase gelungen war, während die DFB-Elf nach dem 1:1 Wirkung gezeigt hatte, ging es in die Verlängerung. Bitter obendrein: Hummels holte sich in der 90. Minute nach einem taktischen Foul die zweite Gelbe Karte ab und fehlt nun im Halbfinale gesperrt.

In der Verlängerung fiel die Partie zunächst wieder in das stark auf Taktik und Abwarten geprägte Geschehen der ersten 45 Minuten zurück. Die deutsche Mannschaft hatte dabei etwas mehr Ballbesitz, kam aber ebenso wenig mehr zu klaren Torgelegenheiten wie die Italiener bei ihren gelegentlichen Vorstößen über die Mittellinie. Ein abgefälschter Distanzschuss von Müller in der 101. Minute war so die einzig nennenswerte Torannäherung der ersten Hälfte der Verlängerung.

Jonas Hector, Gianluigi Buffon (o.)

Die Entscheidung: Jonas Hector dreht nach seinem Elfmeter jubelnd ab. picture alliance

Die Armut an Chancen ging kurz darauf zu Ende. Nach einer Flanke von Schweinsteiger landete ein Querschläger der italienischen Abwehr beim im Fünfmeterraum mit dem Rücken zum Tor postierten Draxler, dessen kunstvolle Direktabnahme aber knapp über die Querlatte strich (107.)! Auch danach investierte Deutschland bis zum Schlusspfiff mehr, am Ende rückten sogar Boateng und Hummels teilweise mit in die Offensive auf. Doch die letzte Schusschance des Verlängerung hatte Insigne, die Neuer allerdings keine größere Probleme bereite (114.).

Das Elfmeterschießen geriet zur Nervenschlacht: Zaza - erst kurz vor dem Elfmeterschießen eingewechselt - schoss über das Tor, Müller scheiterte an Buffon. Nachdem auch noch Özil am Pfosten gescheitert war, vergaben für Italien Pelle, der daneben schoss und auch Bonucci, dessen Schuss Neuer gekonnt parierte. Schweinsteiger hatte bereits die Chance zum Weiterkommen, schoss jedoch über das Tor. Und so ging es bis zu den insgesamt neunten Schützen beider Mannschaften weiter. Bis Darmian mit seinem Elfmeter an Neuer scheiterte - und Hector für Deutschland Buffon, der noch leicht den Arm an den Ball bekam, überwand.

Im Halbfinale trifft Deutschland am Donnerstag (21 Uhr) auf den Sieger des vierten Viertelfinals zwischen Gastgeber Frankreich und Island am Sonntag (21 Uhr).

Bilder zur Partie Deutschland - Italien