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Bielefeld - St. Pauli 1:1: Kramer fehlt im Testspiel der Egoismus

Kein Sieger im Test zwischen Bielefeld und St. Pauli

Kramer fehlt mehr als eine komplette Elf - und der Egoismus

Wünscht sich mehr Egoismus im Abschluss: Bielefeld Trainer Frank Kramer.

Wünscht sich mehr Egoismus im Abschluss: Bielefeld Trainer Frank Kramer. imago images

Als Andreas Voglsammer nach 19 Minuten mit einem fulminanten Nachschuss aus 15 Metern zum Bielefelder Ausgleich verwandelte, war sie einmal da: Die Entschlossenheit vor dem Tor, die Arminias Trainer Frank Kramer nach dem Spiel zu recht bei seiner Mannschaft in einigen Situationen vermisste.

"Da fehlt manchmal noch der Mut, Spielzüge zu Ende zu bringen und auch einmal egoistisch abzuschließen", so der Coach, der damit unter anderem seinen zweiten Stürmer an diesem Nachmittag, Sergio Cordova, aber auch Marcel Hartel (etwa in der Szene vor dem 1:1) gemeint haben dürfte. Anschauungsunterreicht hatte beim 1:1 gegen den FC St. Pauli zunächst der Zweitligist gegeben, als Lukas Daschner schon früh ein Zuspiel von Igor Matanovic zielsicher in die Führung der Hamburger ummünzte (3.).

"Schlachtross" van der Hoorn rückt wohl an Piepers Platz

Arminia zeigte sich mit zunehmender Spieldauer hinten kompakt. Im Abwehrzentrum agierten mit Mike van der Hoorn und Nathan de Medina jene beiden Kandidaten, die im nächsten Bundesligaspiel bei Mainz 05 den gesperrten Amos Pieper ersetzen könnten. "Nominell wird das Mike van der Hoorn sein. Er ist der erste Nachrücker, bringt mit seiner Erfahrung als 'Schlachtross' alles für diese Aufgabe mit", legte sich Kramer bereits weitgehend fest, wenngleich der Niederländer im zweiten Durchgang mit leichten Knieproblemen vorzeitig ausschied. Rechts agierte aus der ungewohnten Verteidigerposition Christian Gebauer besonders bei seinen Vorstößen auffällig. "Da kann er seine ganze Schnelligkeit ausspielen, das sah oft recht gut aus", lobte Kramer.

Durchwachsen präsentierte sich die Raute im Mittelfeld, wo weder Michel Vlap noch Marcel Hartel nachhaltig Akzente im Spiel nach vorne setzen konnten. So gelang dem Bundesliga-Vorletzten lediglich ein optisches Übergewicht in einer zweiten Halbzeit ohne wirklich hochkarätige Einschussmöglichkeiten.

Quintett fehlt mit diversen Blessuren

Der Zweitligist unterdessen hatte seine stärkeren Offensivphasen im ersten Durchgang, als vor allem Zalazar über die halblinke Position häufig antrieb. Im zweiten Durchgang prüfte Torschütze Daschner abermals auf Zuspiel Matanovics nach 56 Minuten noch einmal Arminias Keeper Nikolai Rehnen, der den Schuss zur Ecke lenken konnte.

Tore und Karten

0:1 Daschner (3')

1:1 Voglsammer (19')

Arminia Bielefeld
Bielefeld

Linner - Gebauer, van der Hoorn , de Medina, Lucoqui - F. Kunze, Seufert, Hartel, Vlap - Cordova , Voglsammer

FC St. Pauli
St. Pauli

Smarsch - Zander , Dzwigala , Knoll, Buballa - Viet , Aremu, Dittgen , Daschner , Zalazar - Matanovic

Schiedsrichter-Team

Patrick Holz Münster

Spielinfo

Stadion

Eilenriedestadion

Auf Bielefelder Seite fehlte mehr als eine komplette Elf. Neben Pieper und dem ebenfalls bei der deutschen U 21 weilenden Arne Maier sind die Nationalspieler Cebio Soukou (Benin), Joakim Nilsson (Schweden) und Joan Simun Edmundsson (Färöer) unterwegs. Mit diversen Blessuren pausierten ferner Fabian Klos (Wunde am Fuß), Sven Schipplock (Belastungssteuerung), Ritsu Doan (Gehirnerschütterung), Cedric Brunner (Knie) und Jacob Laursen (muskuläre Probleme). Masaya Okugawa saß beim Test nach intensiven Tagen nur 90 Minuten auf der Bank, auch Stammkeeper Stefan Ortega erhielt eine Auszeit.

Michael Richter