3. Liga

Knappe Entscheidung: Die Klubs der 3. Liga votieren für Saison-Fortsetzung

Entscheidung nach stundenlanger Sitzung der 20 Vereine

Knappe Entscheidung: Die Klubs der 3. Liga votieren für Saison-Fortsetzung

Die 3. Liga soll fortgeführt werden.

Nach 27 absolvierten Spieltagen ist die 3. Liga seit Anfang März unterbrochen - und soll bald fortgesetzt werden. imago images

Die Vereine der 3. Liga haben sich auf eine Fortsetzung der wegen der Coronavirus-Pandemie unterbrochenen Saison geeinigt - und zwar in einem immens knappen Voting.

So stimmten am Montag während der anberaumten Videokonferenz zehn Vereine und damit die Hälfte der Liga dafür, acht Klubs dagegen, während sich zwei vertretene Mannschaften enthielten (1. FC Kaiserslautern und SV Meppen).

Duisburger "Jein"

Was bereits im Vorfeld dieses Votings klar gewesen war: Anders als in der Bundesliga und 2. Liga hatte sich ein Streit entbrannt, wie sinnvoll eine Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen überhaupt für die 3. Liga wäre. Öffentlichkeitswirksam hatten sich zunächst acht Vereine für einen Abbruch ausgesprochen (wie etwa Waldhof Mannheim nach einem Todesfall im Umfeld eines aktiven Spielers), sechs dagegen.

Tabellenführer MSV Duisburg positionierte sich am Montag ebenfalls - mit einem "Nein". Allerdings ist das Votum der Meidericher eher als "Jein" zu interpretieren: Die Zebras haben gegen eine Fortsetzung votiert, weil offenbar noch nicht klar ist, ob es Absteiger gibt. Im Falle einer Austragung der restlichen Partien befürchtet der derzeitige Spitzenreiter eine Wettbewerbsverzerrung, weil sich die Kellerkinder hängen lassen könnten, sollte der Abstieg ausgesetzt werden.

"Offene rechtliche Fragen"

Der FCK gab indes an, die Saison zwar "grundsätzlich auf sportlichem Wege beenden" zu wollen. Der Traditionsverein aus der Pfalz enthielt sich aber dennoch wegen "offener rechtlicher Fragen" bezüglich eines möglichen Saisonendes nach dem 30. Juni. "Da die im Rahmen der heutigen Gespräche entstandene Vorlage des DFB eine Beendigung der Spielzeit bis zum 30. Juni 2020 nicht zwingend vorsieht, hat sich der 1. FC Kaiserslautern in einem heutigen Votum zur Meinungsbildung enthalten."

Das Voting - und das Ziel 30. Juni

Im Einzelnen handelte es sich bei den zehn Klubs, die sich für eine Fortführung in Form von Geisterspielen aussprachen, um Unterhaching, Ingolstadt, 1860 München, Braunschweig, Bayern München II, Hansa Rostock, Würzburg, Uerdingen, Viktoria Köln und Chemnitz. Das Vorgehen folgt laut DFB-Statement "der Empfehlung des Ausschusses 3. Liga, welche das Gremium in seiner Sitzung am Samstag einstimmig beschlossen und in der heutigen Videokonferenz allen Klubvertretern präsentiert hatte. Soweit möglich, wird weiterhin der sportliche Abschluss der Saison bis zum 30. Juni angestrebt."

Die 3. Liga steht aktuell bei 27 absolvierten Spieltagen.

27 Spieltage sind absolviert, elf weitere Runden sollen in der 3. Liga nun in Form von Geisterspielen absolviert werden. imago images

Und weiter: "Eine mögliche Fortsetzung der Saison entspricht den satzungsgemäßen Aufgaben des DFB. Die Satzung sieht die Organisation, Durchführung und Sicherstellung des Spielbetriebs vor - natürlich in Abhängigkeit von der behördlichen Verfügungsgrundlage. Darüber hinaus würde sich der DFB als Träger und Zentralvermarkter der 3. Liga bei einem freiwillig gewählten Saisonabbruch erheblichen Haftungs- und Schadenersatzrisiken gegenüber Drittparteien aussetzen."

Gegen die mögliche Wiederaufnahme der Saison und für einen freiwilligen Abbruch der Spielzeit votierten acht Drittligisten. Dies waren neben Spitzenreiter Duisburg und Mannheim die Mannschaften aus Magdeburg, Halle, Zwickau, Münster, Sonnenhof Großaspach und Jena.

mag/dpa

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