3. Liga

Trotz Kölner Karneval: Dotchev will keinen "Hurra-Fußball"

Viktoria Köln vor dem Kellerduell gegen Großaspach

Trotz Kölner Karneval: Dotchev will keinen "Hurra-Fußball"

Pavel Dotchev

Schiebt Feierlichkeiten einen Riegel vor: Viktoria-Coach Pavel Dotchev. imago images

"In diesem Spiel ist der Druck bei uns höher als bei Großaspach, weil wir die Favoriten sind", betonte der Coach in der Pressekonferenz am Mittwoch. "Wenn wir nach Unterhaching fahren oder gegen Uerdingen spielen, dann sind wir meistens Außenseiter, aber jetzt ist die Rolle anders. Wir müssen damit umgehen können." Zwar stehen beide Teams vor dem Aufeinandertreffen am Freitagabend (19 Uhr, LIVE! bei kicker) auf einem Abstiegsplatz, die Kölner haben jedoch nur zwei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, für Großaspach stehen ganze zehn Zähler Rückstand zu Buche.

"Für Großaspach ist es die letzte Chance, dranzubleiben, aber wir brauchen auch die Punkte", blickte Dotchev voraus. "Für uns hat jedes Saisonspiel jetzt eine Art Pokalcharakter." Und der Termin bringe auch Vorteile mit sich, meinte der Viktoria-Coach. "Es ist wichtig, dass wir die anderen Mannschaften unter Druck setzen, weil wir schon am Freitag spielen. Das wäre eine tolle Sache."

Kein Gedanke an Karneval - Negativserie soll enden

Qua Standort bringt der Termin natürlich auch eine gewisse Brisanz mit. Das Kellerduell findet mitten während der Hochphase des Kölner Karnevals statt, in der Stadt herrscht quasi Ausnahmezustand. "Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass niemand aus der Mannschaft am Donnerstagabend feiern geht", beruhigte Dotchev die Anhänger. "Wir können nicht anfangen, an solche Sachen zu denken, bevor wir nicht unsere Hausaufgaben gemacht haben."

Kein Gedanke also an die Feierlichkeiten in der Stadt, und ein Offensivfest möchte der Kölner Trainer am Freitag wohl auch nicht abbrennen - obwohl in Spielen mit Viktoria-Beteiligung in dieser Saison die bislang meisten Tore fielen (94, wie Bayern II). "Es darf nicht sein, dass wir Hurra-Fußball spielen und unsere Defensive vernachlässigen", sagt Dotchev. Schließlich werde Großaspach voraussichtlich "kompakt stehen, die Räume verdichten und auf Konter lauern" und Viktoria stellt mit 52 Gegentoren ohnehin die schwächste Defensive der Liga.

Die nächste unvorteilhafte Statistik: Seit Ende August hat Viktoria kein Heimspiel mehr gewonnen, die vergangenen vier Auftritte vor eigenem Publikum gingen allesamt verloren. "Mit dieser Ausbeute sind wir nicht zufrieden", sagt Dotchev und macht seiner Mannschaft eine klare Vorgabe: "Die Serie muss am Freitag beendet werden."

mib