Historisches Hoch beim Halleschen FC

Ziegner: "Wir stehen nicht unverdient da oben"

Torsten Ziegner

Trainer Torsten Ziegner führte den Halleschen FC an die Tabellenspitze. imago images

Nach Abpfiff in Ingolstadt stand Historisches fest: Mit 18 Punkten steht der Hallesche FC erstmals in seiner Vereinsgeschichte an der Spitze der 3. Liga. Trainer Torsten Ziegner gab nach der Partie beim "MDR" dennoch den Mahner für jegliche Träumereien: "Wir sind gut beraten, demütig zu bleiben. Es sind erst acht Spiele gespielt. Es können noch viele Unwägbarkeiten kommen - Verletzungen, Sperren, Formschwankungen. Eben alles, was zum Fußball dazugehört." Der Trainer weiß aber auch: "Wir stehen nicht unverdient da oben."

Die Partie gegen Ingolstadt galt dabei als Bewährungsprobe. Es war das Spitzenspiel des vergangenen Spieltages, Halle reiste als Tabellenzweiter zum direkten Verfolger. Und legte mit dem 3:2-Sieg ein klares Statement hin. Zwar ging Ingolstadt durch Maximilian Beister in der 50. Minute in Führung, doch Halle reagierte schnell per Doppelschlag von Terrence Boyd (52.) und Felix Drinkuth (56.). Torjäger Boyd erhöhte später noch auf 3:1 (64.), Ingolstadt gelang durch Dennis Eckert in der 69. Minute nur noch der Anschlusstreffer.

Boyd als Gesicht des Höhenflugs

"Über die gesamten 90 Minuten war der Sieg hochverdient", sagte Ziegner zum Auftritt beim Zweitliga-Absteiger. Es war nach den Siegen in Unterhaching (3:0) und gegen Großaspach (4:0) der dritte Erfolg in Serie für Halle - zum dritten Mal mit derselben Startformation. Mit einem Tor und zwei Vorlagen gab es in diesen Spielen allerdings auch von der Bank immer Impulse.

"Wenn's läuft, dann läuft's. Es gab schon andere Momente, in denen nichts reingeht und jetzt geht gerade irgendwie alles rein", sagte Boyd, dessen zweiter Treffer etwas glücklich vom Innenpfosten ins Netz sprang. Der US-Amerikaner, der im Sommer vom FC Toronto aus der MLS gekommen war, ist derzeit das Gesicht des Höhenflugs. In Ingolstadt erzielte er seine Saisontreffer vier und fünf. Von einer Sonderstellung in der Mannschaft möchte Boyd allerdings nichts hören. "Ich wiederhole mich jede Woche - das Team ist der Star", sagte der 28-Jährige bei "Magenta Sport". Denn neben der funktionierenden Offensive um Boyd (17 Tore) stimmt auch die Arbeit in der Defensive: Die bislang sechs kassierten Gegentore sind der Bestwert in der Liga. Beim Vorjahresvierten stimmt es derzeit in allen Bereichen.

Als Tabellenführer und nach dem besten Drittliga-Saisonstart der Vereinsgeschichte macht selbstredend auch das Thema Aufstieg die Runde an der Saale. Ziegner stellte allerdings schon vor der Partie in Ingolstadt klar, dass dieser Begriff für ihn auf dem Index steht. "Wir haben ein Sechstel der Saison rum. Deswegen wäre es einfach nur dumm, von Sachen zu reden, die nächstes Jahr im Mai sind." Erst im März, so Ziegner, möchte er sich konkret zu Zielen äußern. Bis dahin dürfte das Thema Aufstieg allerdings zum ständigen Begleiter werden.

Daniel Brickwedde