Drittligist bezieht Stellung - Frahn äußert sich zum ersten Mal

Nach "widerlichen" Äußerungen: CFC erstattet Anzeige

Thomas Sobotzik

Beleidigt und bedroht: Thomas Sobotzik. imago images

Wie der CFC mitteilte, sei die Mannschaft nach dem 2:2 im Grünwalder Stadion nicht zu den eigenen Fans gegangen. "Grund dafür sind Äußerungen aus dem Gästeblock während der 2. Hälfte des Spiels, die der Chemnitzer FC mit all seinen handelnden Personen als widerlich empfindet und auf das Äußerste ablehnt. Bedrohungen und Aussagen, wie 'Thomas Sobotzik, du Judensau' oder 'Daniel Frahn ist wenigstens kein Neger' dürfen in unserer Gesellschaft keine Akzeptanz haben", teilte der Klub am Wochenende mit.

Bereits am Wochenende hatte der Drittligist außerdem angekündigt, rechtliche Schritte prüfen zu wollen. Am Montag gaben die Sachsen bekannt, Anzeige erstattet zu haben. In einer zweiten Mitteilung heißt es: "Darüber hinaus teilt der Chemnitzer FC mit, dass er das vom Deutschen Fußball-Bund aufgenommene Ermittlungsverfahren nach Kräften unterstützen und an der Aufarbeitung des Sachverhalts mitwirken wird."

Seit der Entlassung von Daniel Frahn ist die Lage rund um die Himmelblauen extrem angespannt. So wurde unter anderem CFC-Sportdirektor Thomas Sobotzik bedroht und beleidigt.

Frahn äußert sich

Erstmals nachdem sich der Verein von ihm getrennt hat, äußerte sich Frahn am Montag auch selbst. Der ehemalige CFC-Kapitän postete über seine Kanäle in den sozialen Medien ein Statement und ging auf die Vorfälle ein. "Diese unzumutbaren Äußerungen von Teilen des Fan-Anhangs, bei denen Spieler und Verantwortliche beleidigt, rassistisch oder antisemitisch verunglimpft werden, sind vollkommen inakzeptabel - diese Personen gehören vom Verein ausgeschlossen", schrieb der 32-Jährige. "Ein absoluter Tiefschlag, den ich mit großer Bestürzung wahrgenommen habe, war der Ausspruch meines Namens im Zusammenhang mit einer rassistischen Beleidigung, die ich hier nicht wiederholen möchte. An dieser Stelle distanziere ich mich ganz klar von solchen Äußerungen und werde mir strafrechtliche Schritte vorbehalten, sollte weiterhin mein Name in Zusammenhang mit rechtsradikalen Beleidigungen verwendet werden."

Der CFC hatte sich Anfang August mit sofortiger Wirkung von Frahn getrennt, weil dieser sich durch die im Gäste-Fanblock "offenkundig zur Schau gestellte Sympathie zu führenden Köpfen der rechts gesinnten Gruppierung 'Kaotic Chemnitz' und der aufgelösten Gruppe 'NS-Boys' massiv vereinsschädigend" verhalten habe, wie es in einer Mitteilung des Klubs hieß. Fans hatten sich daraufhin beim Pokalspiel der Chemnitzer gegen den HSV mit Frahn solidarisiert. Bereits im März hatte Frahn für Schlagzeilen gesorgt, indem er beim Torjubel ein T-Shirt mit der Aufschrift "Support you local Hools" ("Unterstütze deine lokalen Hooligans") hochgehalten hatte.

drm/pau