Serbe vorgestellt: "Ich war elf, als Benzema zu Real kam"

Jovic wusste nichts von anderen Angeboten - Perez dankt SGE-"Freunden"

Ernste Miene: Luka Jovic (links) wurde am Mittwoch offiziell von Präsident Florentino Perez und Real Madrid begrüßt.

Ernste Miene: Luka Jovic (links) wurde am Mittwoch von Präsident Florentino Perez und Real Madrid begrüßt. imago images

In einem schicken blauen Anzug mit Einstecktuch ging er seinen ersten offiziellen Auftritt bei Real Madrid an. Nachdem er den Medizincheck erfolgreich absolviert hatte, legte er den bekannten ernsten Blick auf, als er gemeinsam mit Real-Präsident Florentino Perez verschiedene Verträge unterzeichnete. Wenig später nahm Jovic im prall gefüllten Presseraum neben Perez Platz, um sich zuerst ein Highlight-Video seiner noch jungen Karriere anzusehen. Hauptsächlich war der serbische Nationalspieler natürlich im Eintracht-Trikot zu sehen - speziell sein Fünferpack gegen Düsseldorf aus der vergangenen Saison wurde ausführlich gezeigt.

Dann ergriff Perez als Erster das Wort, relativ emotionslos las er die vor sich auf dem Pult liegende, vorgeschriebene Rede vor. "Heute ist der Beginn eines neuen Projekts", begann der 72-jährige Bauunternehmer: "Es war nicht das Jahr, das wir uns erhofft hatten und wir werden mit Stärke zurückschlagen." Ein wenig schwelgte er in Erinnerungen und sprach von den großen Triumphen der jüngeren Vergangenheit, die baldmöglichst wieder zur Gegenwart werden sollen. Dann wendete sich Perez in Richtung Jovic, "an dem auch einige andere große Klubs in Europa dran waren". Er bedankte sich beim ehemaligen Eintracht-Stürmer, dass er sich entschieden habe, "hier zu einem der besten Stürmer der Welt zu reifen".

Unsere Fans werden dir noch viel mehr abverlangen.

Real-Präsident Florentino Perez

Das ihn auszeichnende Talent und die Arbeitsbereitschaft solle er sich behalten, denn vor allem diese Eigenschaften hätten ihn zum Nationalspieler gemacht und Titel in drei Ländern gewinnen lassen. Perez sprach von einer "fantastischen letzten Saison mit 27 Toren" von Jovic, er müsse aber auch wissen: "Unsere Fans werden dir noch viel mehr abverlangen."

Ausdrücklich dankte Perez auch der SGE, mit der Real in der Vergangenheit bereits häufiger zusammenarbeitete (u.a. Jesus Vallejo oder Omar Mascarell, d. Red.). "Du kommst von Eintracht Frankfurt, einem wichtigen Verein, der uns freundschaftlich verbunden ist. Und du warst in einer herausfordernden Liga wie der Bundesliga", fügte Perez an.

Nur einmal zeigt Perez wirklich eine Regung

Nur ein einziges Mal huschte dem Real-Präsidenten während seiner Rede ein Lächeln übers Gesicht. "Deine Familie und die Leute um dich herum sind sehr stolz auf dich und wir sind das auch", so der Macher der Blancos: "Wie wir uns haben sagen lassen, trägst du nun das Trikot, in dem du als Kind geschlafen hast." Damit wolle er ihn "zu Hause" willkommen heißen - die Geschichte sollte der Serbe später bestätigen, das Trikot habe ihm damals ein Freund seines Vaters geschenkt.

Kuss fürs Wappen: Ab der Saison 2019/20 stürmt Luka Jovic für Real Madrid.

Kuss fürs Wappen: Ab der Saison 2019/20 stürmt Luka Jovic für Real Madrid. imago images

Dann erhob sich Jovic und schritt nach einer kurzen Umarmung mit Perez Richtung Pult. Kurz guckte er hoch und begann auf Serbisch zu sprechen: "Ich bin jetzt der glücklichste Junge der Welt. Ich bin überzeugt, dass ich die beste Option gewählt habe." Spanische Worte oder ein "Hala Madrid" wollten ihm noch nicht über die Lippen gehen.

Stattdessen schlüpfte Jovic in seine neue Arbeitskleidung, um anschließend in Weiß und Gold auf den Rasen des Bernabeu zu schreiten. Mit typisch ernster Miene winkte er den Fans zu, lauschte immer wieder den kurzen Anweisungen des Klubfotografen und schoss hinterher zahlreiche Bälle auf die Tribüne, wo sich 4500 Fans versammelt hatten. Bevor Jovic die Arbeit in der spanischen Hauptstadt tatsächlich aufnimmt, will er erst einmal bei der U-21-Europameisterschaft in Italien und San Marino für Furore sorgen.

Löchernde Fragen im Presseraum

Nach den kleinen Spielchen auf dem Platz ging es für Jovic ans Eingemachte - und zurück in den Presseraum. Die vielen anwesenden spanischen Journalisten löcherten den schüchternen Serben mit Fragen. Warum er lukrativere Angebote, wie möglicherweise das vom FC Barcelona, zu Gunsten von Real ausgeschlagen habe? "Wenn ich ehrlich sein soll, weiß ich nichts von einem anderen Angebot. Mein Berater kümmert sich darum."

Ich war elf, als er zu Real kam.

Luka Jovic über Karim Benzema

Eine andere Frage, die den Pressevertretern unter den Nägeln brannte, war die nach seinem direkten Konkurrenten Karim Benzema. "Er ist einer der besten Stürmer der Welt. Ich war elf, als er zu Real kam. Ich hoffe, dass ich viel von ihm lernen kann", blockte Jovic die vom Plenum erhoffte Kampfansage ab. Mit Trainer Zinedine Zidane habe er noch nicht sprechen können. Um zu wenige Spielanteile mache sich Jovic ohnehin keine Sorgen. Und als das Angebot von Real wirklich auf dem Tisch lag? "Da habe ich sofort akzeptiert."

msc

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