Leipzig: Ab durch die Dritte

Zorniger: "Es hätte schlechter laufen können"

"Der Druck ist nicht kleiner geworden": RB Leipzigs Trainer Alexander Zorniger.

"Der Druck ist nicht kleiner geworden": RB Leipzigs Trainer Alexander Zorniger. imago

Jahrgangs-Bester beim Fußballlehrer-Lehrgang, ließ im kleinen Großaspach großarti­gen Hochgeschwindigkeits-Fußball spielen, junger Wilder der Trainer­gilde. Heute muss man sagen: Al­les richtig gemacht, Herr Rangnick! Meisterschaft, Pokalsieg, Aufstieg, 7000er-Zuschauerschnitt, keine einzige Niederlage: Das erste RB-Jahr unter Alexander Zorniger ließ keine Wünsche offen, brachte dem 45-jährigen Schwaben bundesweit Schlagzeilen. "Es hätte schlechter laufen können", sagte der Erfolgs­coach.

Fluch der guten Taten: Wenn man die mehrtägigen Aufstiegsfes­tivitäten abzieht, blieben den Roten Bullen nur zehn Urlaubstage. "Der Vorteil der kurzen Pause ist, dass wir das Thema Grundlagenausdau­er nur streifen müssen, alle Mann in einem sehr guten Zustand sind", weiß der Trainer.

Trainersteckbrief Zorniger

Zorniger Alexander

RB Leipzig - Vereinsdaten

Gründungsdatum

19.05.2009

Vereinsfarben

Rot-Weiß

"Die Dosierung ist wichtig"

Vom heutigen Montag an ma­chen sich die Aufsteiger im öster­reichischen Walchsee fit für die 3. Liga. Zorniger hat seine Männer in den ersten Tagen genau beob­achtet, sportwissenschaftliche Da­ten einfließen lassen und dann die 7.30-Uhr-Läufe weggelassen. "So­fort Vollgas wäre in unserer Situa­tion Unsinn, die Dosierung ist jetzt extrem wichtig. Vor uns stehen 38 harte Spiele." Die RB-Marketingabteilung hat den Spruch "Ab durch die Dritte" kreiert. Muss der Krösus der 3. Liga aufsteigen? "Wir müssen gar nichts, haben aber einen hohen Anspruch an uns, unser Spiel und den Um­gang miteinander", erklärt Zorniger und weiß: "Der Druck ist nicht klei­ner geworden."

Klar ist: Konsolidie­rung in der nächsthöheren Liga ist für diesen speziellen Aufsteiger und diesen Übungsleiter kein Thema. "Wenn wir unsere offensive Art des Spielens durchbringen, ist vieles vorstellbar. Wir alle haben einen riesigen Respekt vor der 3. Liga, wollen aber auch unser brutales Selbstvertrauen an den Tag legen."

Neu im Kader: Tobias Willers, Christos Papadimitreo, Denis Tho­malla, Anthony Jung und André Luge. Laut Coach sportlich und menschlich Top-Zugänge. "Bei uns gibt es keine Stinkstiefel." Zwei wei­tere Neue sollen kommen. Für den scheidenden Stefan Kutsche (geht nach Wolfsburg) steht die Trainer­-Tür immer offen: "Er hat Sensa­tionelles geleistet. Wenn er ohne Zorniger nicht ins Bett kommt, ist er hier immer herzlich willkommen. Ich würde mir aber für ihn wün­schen, dass er es in der Bundesliga packt. Ich traue ihm das 100-pro­zentig zu."

Guido Schäfer