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Van Persie entscheidet Derby - Ex-Bremer dreht durch

Fenerbahce zieht mit Sieg gegen Besiktas ins Viertelfinale ein

Van Persie entscheidet Derby - Ex-Bremer dreht durch

Die pure Wut: Zwischen Besiktas und Fenerbahce ging es im Pokal-Achtelfinale hoch her.

Die pure Wut: Zwischen Besiktas und Fenerbahce ging es im Pokal-Achtelfinale hoch her. picture alliance

Robin van Persie ist inzwischen 33 Jahre alt, doch zumindest an diesem Sonntag war von gentlemanhafter Gelassenheit nicht viel zu sehen. Der Niederländer entschied das Istanbuler Derby im türkischen Pokal-Achtelfinale zwischen Besiktas und Fenerbahce mit seinem Tor - und seinen Provokationen.

Besiktas, Tabellenführer in der heimischen Liga, letztmals verloren am 17. Dezember, dominierte das von Beginn an hitzige Spiel in der ersten Hälfte, schwächte sich dann aber selbst folgenschwer: Van Persie checkte Gegenspieler Dusko Tosic weg und riss ihn nach unten, dann drehte der Serbe durch.

Erst versetzte Tosic, der zwischen 2007 und 2009 auch mal für Werder Bremen spielte, van Persie einen Kopfstoß, woraufhin der Stürmer theatralisch zu Boden ging. Tosic sah sofort Rot, beruhigte sich aber erst einmal nicht. Er zog van Persie an den Haaren, alle restlichen Spieler stürmten herbei. Auch Marcelo ging van Persie ungestraft noch an, andere Besiktas-Profis waren damit beschäftigt, Tosic vor weiteren Dummheiten zu bewahren. Mitspieler Hutchinson rang ihn dazu gar zu Boden. Van Persie provozierte derweil mit Griffen ins eigene Gemächt weiter.

Van Persie provoziert auch beim Torjubel

Nach weiteren Scharmützeln im Kabinengang ging es in den zweiten Durchgang, den Fenerbahce in Überzahl jetzt kontrollierte. Sow traf per Fallrückzieher den Pfosten (49.), in der 72. Minute war der Bann dann gebrochen. Torschütze: van Persie. Tosun verlor in der gegnerischen Hälfte den Ball, er reklamierte ein Foul, warf als Beweis sogar seinen halb ausgezogenen Schuh weg. Währenddessen konterte Fenerbahce unbeeindruckt, Lens legte van Persie schließlich das 1:0 auf. Und der Torschütze ließ es sich natürlich nicht nehmen, vor den gegnerischen Fans zu jubeln.

Danach zog sich die Elf von Dick Advocaat etwas zu weit zurück, wehrte die wütenden Angriffe der dezimierten Gastgeber (der Ex-Hoffenheimer Andreas Beck blieb auf der Bank) aber letztlich erfolgreich ab. Was übrig blieb, waren weitere alberne Szenen: ein Besiktas-Ersatzspieler, der Gelb sah, weil er auf den Rasen gelaufen und war und Lens weggeschubst hatte, ein Fenerbahce-Torwart, dem keine Zeitschinderei zu unangenehm war, und zu guter Letzt auch noch ein Flitzer.

jpe