Handball

Serben-Trainer verteilt Ohrfeigen - Brasilien lacht zuletzt

Letzter deutscher Gruppengegner verliert erneut

Serben-Trainer verteilt Ohrfeigen - Brasilien lacht zuletzt

Unzufrieden: Serbiens Nationaltrainer Nenad Perunicic.

Unzufrieden: Serbiens Nationaltrainer Nenad Perunicic. imago

Aus Berlin berichtet Maximilian Schmidt

In der Arena am Ostbahnhof hatten sich zum frühesten der drei Termine in Gruppe A wenige Fans beider Teams eingefunden - hauptsächlich wartende deutsche Anhänger verfolgten den Auftakt am Montag. Beim nervösen Beginn waren es speziell die Brasilianer, die sich einige Unsauberkeiten leisteten. Einer extrem offensiven 3:2:1-Deckung der Seleçao stand ein massives 6:0-Bollwerk der Serben gegenüber.

Die Partie war im ersten Abschnitt von großen Emotionen geprägt - allen voran von den Südamerikanern, die davon profitierten. Nach zwei Fehlversuchen aufs verwaiste serbische Tor stellte Thiagus Petrus, später zum "Spieler des Spiels" gewählt, auf 7:3 (14.). Eine Zeigerumdrehung später kochten die Emotionen nach einem Foul des Ex-Flensburgers Drasko Nenadic an Brasiliens Rechtsaußen Fabio Chiuffa erstmals richtig hoch - und mündeten in einer Rudelbildung.

Die dänischen Unparteiischen hatten das Geschehen aber schnell wieder im Griff. So wie Leonardo Tercariol in der Folge den Gegner: Brasiliens Keeper hatte in der 25. Minute bereits neun Paraden angehäuft - und war Garant für die zwischenzeitliche Sieben-Tore-Führung (13:6). Die serbische Mannschaft gab sich deswegen aber nicht auf und kam allen voran durch Löwen-Rechtsaußen Bogdan Radivojevic (vier Tore im ersten Abschnitt) bis zur Pause auf drei Treffer heran (11:14).

Offener Schlagabtausch nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem in beiden Lagern Präzision und Konzentration abnahmen. Mit einem 106-Stundenkilometer-Kracher weckte Brasiliens Halbrechter Jose Guilherme de Toledo (Wisla Plock), nach 60 Minuten mit fünf Toren bester Werfer seines Teams, das Publikum wieder auf (20:16, 44.).

Glücklich: Brasiliens Handballer nach dem Sieg gegen Serbien.

Glücklich: Brasiliens Handballer nach dem Sieg gegen Serbien. imago

Serbiens Nationaltrainer Nenad Perunicic (als Spieler von 1997 bis 2001 beim THW Kiel) ging voll mit, der 47-Jährige schubste seine Spieler auf der Bank hin und her, watschte gelegentlich auch mal seine Profis ab. Und es wurde tatsächlich noch einmal spannend: In Überzahl verkürzte Nemanja Ilic vom Siebenmeterpunkt auf 20:22 (53.). In der letzten Spielminute ging es dann noch enger zu, doch nach einem Timeout der Brasilianer behielt Haniel Langaro die Ruhe und besorgte den 24:22-Endstand.

Damit war klar: Gewinnt die DHB-Auswahl am Abend auch ihr drittes WM-Spiel gegen Russland, wäre der Einzug in die Hauptrunde bereits perfekt. Für Brasilien geht es am Dienstag (15.30 Uhr) gegen Russland weiter.

Statistik

Serbien - Brasilien 22:24 (11:14)

Tore für Serbien: Marsenic (5), Radivojevic (5), N. Ilic (4), Nenadic (2), Milic (1), Kukic (1), Mosic (1), Vujic (1), Orbovic (1), Pusica (1)
Tore für Brasilien: Toledo (5), Borges (4), Chiuffa (4), Langaro (4), Santos (2), Rodirgues (1), Hackbarth (1), Teixeira (1), Pozzer (1), Valadao (1)
Zuschauer in Berlin: 10.211

Glamourös bis geschichtsträchtig: Die sechs WM-Spielorte