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Rückkehr nach Medellin: Cup-Pleite für Chapecoense

Vier Überlebende als Augenzeugen

Rückkehr nach Medellin: Cup-Pleite für Chapecoense

Das Team von Atletico Nacional feiert den Pokal-Triumph in der Recopa. imago

Bereits am 30. November letzten Jahres hätten sich die beiden Teams im Rahmen der Copa Sudamericana gegenüberstehen sollen. Doch beim Absturz des von Chapecoense gecharterten Privatjets bei der Anreise in der Nacht zum 29. November kamen 19 Spieler des Klubs, insgesamt 71 Menschen ums Leben. Die zuvor schon im wichtigeren Libertadores Cup siegreichen Kolumbianern hatten den Brasilianern sodann aus Solidarität symbolisch die Trophäe überlassen. Dadurch kam es nun im Supercup zum erneuten Aufeinandertreffen der beiden Klubs.

Doppelpack von Moreno und Ibargüen

Im mit gut 40.000 Zuschauern gefüllten Estádio Atanasio Girardot verpasste "Chape" den zweiten Titel binnen weniger Tage - am vergangenen Wochenende hatte der Klub die Regionalmeisterschaft des Bundestaats Santa Caterina gewonnen.

In Medellin bejubelten Atleticos Fans zunächst die Treffer durch Dayro Moreno (2., 67.) und Andrés Ibargüen (31., 80.). Stehenden Applaus gab es dann aber auch, als die Brasilianer den Gegentreffer durch Tulio de Melo erzielten (83.). Das 1:4 kam zu spät, als dass nach dem 2:1 im Hinspiel noch einmal hätte Hoffnung aufkeimen können. Kurz vor Schluss handelte sich Chapecoenses Andrei Girotto noch die Rote Karte ein (88.).

Besuch am Unglücksort

Vier Überlebende der Katastrophe verfolgten die Partie als Augenzeugen. Die Spieler Jackson Follmann, Alan Ruschel und Neto sowie der Journalist Rafael Henzel hatten die Reise in die schmerzvolle Vergangenheit mitgemacht. Sie trafen mit Ärzten und Pflegepersonal im Hospital San Vicente zusammen und bestiegen den Berg Cerro Gordo, an dem die Unglücksmaschine zerschellt war und viele ihrer Kollegen in den Tod gerissen hatte.

jch/sid/dpa