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Revolution in Österreich - und ein alter Favorit - Zlatko Junuzovic will mit RB Salzburg den Titel verteidigen

Junuzovic will mit RB Salzburg den Titel verteidigen

Revolution in Österreich - und ein alter Favorit

Es ist angerichtet: Die Bundesliga in Österreich bricht in eine neue Ära auf.

Es ist angerichtet: Die Bundesliga in Österreich bricht in eine neue Ära auf. imago

Am Freitagabend ging es los: In Österreich wurde mit der Partie zwischen Austria Wien und Wacker Innsbruck, dem neben dem TSV Hartberg zweiten Aufsteiger in diesem Jahr, die neue Erstliga-Saison eröffnet. Und der Neuling machte dem Favoriten lange das Leben schwer, mussten sich letzten Endes aber dennoch mit 1:2 geschlagen geben. Dedic (Bochum, Dresden, FSV Frankfurt, Paderborn) brachte Wacker zwar in Führung (19.), doch Grünwald (38.) und Turgeman (52.) wendeten das Blatt noch zugunsten der Austria.

Es ist zugleich der Neustart in Österreichs Fußball, der sich einer Revolution unterzogen hat: Ab dieser Spielzeit 2018/19 ändert sich vieles.

Das genaue Prozedere: Das österreichische Oberhaus hat eine Aufstockung von zehn auf zwölf Klubs, die Halbierung aller Punkte nach 22 Spieltagen sowie eine Teilung in "Meistergruppe" und "Qualifikationsgruppe" mit je sechs Klubs vollzogen. An zehn weiteren Spieltagen werden schließlich Meister und Absteiger ermittelt, in den Play-offs erhält zudem der Gewinner der Qualifikationsgruppe noch die Chance auf einen Europa-League-Startplatz. Das alles soll dazu beitragen, weit mehr Spannung in die Stadien der Alpenrepublik zu bringen.

"Das große Ziel dieser Reform ist es, mehr Zuschauer ins Stadion zu locken und die Spannung durch die höhere Anzahl an Entscheidungsspielen zu erhöhen", sagt Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer in einem Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

In Zukunft wird es somit nur noch 32 statt 36 Spieltage geben. "Die Klubs brauchen jeden Spieltag als Einnahmequelle und damit geht Einnahmepotenzial verloren. Wir glauben aber, dass das durch eine wachsende Zuschauerzahl ausgeglichen wird", sagt Ebenbauer. "Aus sportlicher Sicht sind weniger Runden durchwegs positiv, wenn man sich ansieht, wie die Fußball-Kalender vollgeplant sind." Außerdem werde es mehr Abwechslung geben, da nicht mehr alle Klubs viermal gegeneinander spielen: "Das haben früher alle bekrittelt."

Es ist ein modernes System, das die Spannung hochhalten wird. Auch die Zahlen werden in allen Belangen nach oben gehen.

Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer

Hintergrund ist folgender: In der jüngeren Vergangenheit sorgten sinkende Zuschauerzahlen bei den Verantwortlichen für Kopfzerbrechen. In der vergangenen Spielzeit lag der Zuschauerschnitt knapp unter 6500. Besonders die Brisanz im Titelkampf war aufgrund der Dominanz von Serienmeister RB Salzburg, der fünfmal in Folge den Titel errungen hat, immer recht schnell dahin. Auch die Minusgrade im Februar und März waren nicht unbedingt förderlich. Das soll nun Geschichte sein. "Es ist ein modernes System, das die Spannung hochhalten wird. Auch die Zahlen werden in allen Belangen nach oben gehen", erwartet Ebenbauer, der sich vor allem vollere Stadien wünscht: "Wir erhoffen uns auf jeden Fall ein Plus und zumindest einen Anstieg um zehn Prozent. Das ist das Minimalziel."

Auch die 2. Liga wird verändert

Als Unsicherheitsfaktor gilt weiterhin die 2. Liga, die von zehn auf 16 Klubs erhöht wurde. "Wenn wir nichts geändert hätten, wäre das Risiko viel höher gewesen, dass wir keine zehn Klubs mehr in der zweiten Spielklasse gehabt hätten. Die Notwendigkeit der Änderung war, dass man einen Wettbewerb hat", so Bundesliga-Vorstand Ebenbauer, der weitere Veränderungen in der Zukunft erwartet. "Das System, wie wir es jetzt starten, mit zwölf Klubs in der ersten, 16 in der zweiten und dreimal 16 Vereinen in der dritten Leistungsstufe ist zu groß in der Vereinsanzahl und da wird sich in den nächsten Jahren wieder was tun."

Der Meister ist trotzdem der Top-Favorit

Zlatko Junuzovic

Bereit für seine neue Aufgabe bei RB Salzburg: Zlatko Junuzovic, ehemals Bremen. imago

Eines bleibt indes gleich: Top-Favorit auf den Titel ist RB Salzburg - trotz namhafter Abgänge wie Valon Berisha (Lazio Rom) und Duje Caleta-Car (Olympique Marseille). Der zwölfmalige Meister, neun davon seit 2007, hat sich zum Beispiel mit dem ehemaligen Bremer und österreichischen Nationalspieler Zlatko Junuzovic gut verstärkt und geht optimistisch ins veränderte Bundesliga-Programm. Fünf Testspiele, fünf Siege und ein Torverhältnis von 19:0 haben das Selbstvertrauen der RB-Profis bestärkt - Trainer Marco Rose gibt außerdem aus: "Ich glaube schon, dass wir bereit für die Meisterschaft sind." Der 19-jährige Spieler Hannes Wolf ergänzt: "Wir sind im Großen und Ganzen als Mannschaft zusammengeblieben - und man sieht, dass wir besser zusammen spielen als letztes Jahr. Wir können mit breiter Brust in die neue Saison gehen."

Der Trend geht dorthin, dass alles viel ausgeglichener wird.

Zlatko Junuzovic

Und was sagt eigentlich Neuankömmling Junuzovic, der nach über sechs Jahren beim SVW (188 Bundesliga-Spiele, 21 Tore) zurück in die Heimat ging und sich im Gespräch mit "Laola1" zu Worte gemeldet hat? "Der Trend geht dorthin, dass alles viel ausgeglichener wird. Wir müssen schauen, bei jedem Spiel bereit zu sein. Heutzutage kommst du nicht mehr leicht zu Siegen. Wir müssen unseren Teil dazu beitragen und in jedem Duell fokussiert sein sowie unsere Stärken auch auf den Platz bringen. Jeder ist taktisch schon so versiert und läuferisch und kämpferisch auf einem Niveau, dass er mithalten kann."

Änderungen am Stadion

Der österreichische Serienmeister hat indes seine Stadionkapazität deutlich verringert. Wie der Klub mitteilte, beträgt die Kapazität für nationalen Liga- und Pokalspiele ab sofort nur noch 17.218 Plätze. Bislang fanden bis zu 30.188 Zuschauer in der Red Bull Arena Platz. Damit reagiert Salzburg auf die sinkenden Zuschauerzahlen der letzten Jahren. Bei Europapokalspielen ändert sich nichts. In der heimischen Bundesliga kamen in der vergangenen Saison im Schnitt nur 7815 Fans ins Stadion - der niedrigste Wert seit 13 Jahren. Letztmals war die Spielstätte im Ligabetrieb vor zehn Jahren ausverkauft. Erreicht wird die Senkung der Kapazität durch die Schließung des Oberrangs. Dieser steht ab sofort nur noch maximal 600 Dauerkartenbesitzern offen.

mag/sid