Int. Fußball

PSG dreht "le classique" in Unterzahl

Salzburg setzt sich ab - ZSKA rutscht ab

PSG dreht "le classique" in Unterzahl

Obenauf! Zlatan Ibrahimovic schoss Paris St.-Germain per Elfmeter zum Sieg gegen "OM".

Obenauf! Zlatan Ibrahimovic schoss Paris St.-Germain per Elfmeter zum Sieg gegen "OM". Getty Images

In der neuesten Auflage des ewigen Klassikers zwischen den verhassten Erzrivalen Olympique Marseille und Paris St.-Germain deutete zunächst nichts auf einen Auswärtssieg hin. Mit seinem harten Foul an Valbuena verursachte Thiago Motta nicht nur einen Elfmeter, sondern musste schon nach gut einer halben Stunde mit Rot vorzeitig zum Duschen (31.). Andre Ayew brachte Dortmunds Champions-League-Gegner vom Punkt in Führung. Viel sprach jetzt für "OM".

Doch PSG ließ sich auch in Unterzahl nicht beirren und schlug kurz vor dem Pausenpfiff durch Maxwell zurück. Der Verteidiger köpfte nach Flanke von van der Wiel ein. Nach der Pause ertönte dann erneut ein Elfmeterpfiff, diesmal jedoch für PSG. Ayew foulte Maquinhos, Ibrahimovic behielt die Nerven. Für den Schweden war es im vierten Duell mit Marseille das sechste Tor. "OM" drängte in der Schlussphase zwar auf den Ausgleich, doch die Gäste brachten den ersten Sieg im Stade Velodrome seit 2008 über die Zeit. PSG hält damit an der Spitze mit dem AS Monaco Schritt, der sich am Samstag mit 2:2 gegen AS St. Etienne durchgesetzt hatte. Marseille fiel hinter Lille auf Rang vier zurück.

Salzburg siegt beim Meister und stellt Uralt-Rekord ein

Alan

Sorgte für das Siegtor in Wien: Salzburgs Alan. imago

In Österreich fieberte man am Sonntag dem Spitzenspiel zwischen RB Salzburg und der Wiener Austria entgegen - es war das Duell Vize-Meister gegen Meister. Im Juli hatte es das schon einmal gegeben, da setzte es für die Austria eine 1:5-Klatsche, diesmal war das Duell aber ausgeglichener, wenngleich der Gewinner wieder derselbe war. Die Salzburger, die in der Mozartstadt eine Welle der Fußballbegeisterung entfacht haben, setzten sich in der Hauptstadt mit 2:1 durch. Mané (8.) und Alan (48.) sicherten den "Roten Bullen" den Dreier, durch den sie ihre Tabellenführung weiter festigten. Für die Salzburger war es ein geschichtsträchtiger Tag, immerhin blieben sie im 30. Ligaspiel in Folge ungeschlagen und stellten damit Rapid Wiens Uraltrekord aus dem Jahr 1987 ein.

Der FC Porto, in Portugal weiter Spitzenreiter, ist da sogar schon weiter. Beim 3:1-Erfolg beim FC Arouca gelang Torjäger Jackson Martinez ein Doppelpack. Die "Drachen" blieben in der Liga damit zum 50. Mal in Folge ungeschlagen. Seit März 2010 hat Porto von 106 Ligaspielen nur eines (!) verloren.

Zenit auf dem Vormarsch - Dynamo gewinnt ohne Kuranyi

Für die Austria war also nichts zu machen, da half den Wienern auch das unter der Woche in der Champions League gewonnene Selbstvertrauen beim 0:0 in St. Petersburg nicht weiter. Das millionenschwere Starensemble aus der russischen Zarenstadt war ebenfalls in der heimischen Liga gefordert, hatte beim 3:0-Auswärtssieg (Hulk, 18., Danny, 41., Witsel, 64.) bei Tom Tomsk keine Mühe und bleibt damit unangefochtener Spitzenreiter in der Premier Liga.

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Das Topspiel in Russland war am Sonntag allerdings das Moskauer Derby zwischen ZSKA und Dynamo, in dem es für den Doublegewinner eine empfindliche Schlappe setzte. Dynamo gewann ohne Kevin Kuranyi, der nach seiner Sperre das gesamte Spiel von der Bank aus betrachtete, mit 2:0 - Noboa (57.) und Kokorin (89.) trafen. Für ZSKA bedeutete das die erste Heimniederlage seit Dezember 2012, damals hatte ebenfalls Dynamo mit 2:0 gewonnen.

PSV und Ajax bleiben Enschede im Nacken - Anderlecht in der Krise

Ola Toivonen (Mi.)

Fuhr mit der PSV einen Arbeitssieg ein: Ola Toivonen (Mi.). imago

Twente Enschede (1:0 am Freitag bei Cambuur-Leeuwarden) ist in der niederländischen Eredivisie Tabellenführer, spürt aber den Atem der namhaften Konkurrenz dicht im Nacken. So fuhr die PSV Eindhoven einen 2:1-Arbeitssieg bei Kellerkind RKC Waalwijk ein und zog damit nach Punkten (18) mit dem Spitzenreiter gleich. Ajax Amsterdam hat nur einen Zähler weniger auf der Habenseite, überzeugte dafür aber umso mehr beim 3:0 gegen Utrecht. Eins bleibt also sicher: Das Meisterrennen in den Niederlanden bleibt äußerst spannend.

Derweil verschärft sich in Belgien die Krise des großen RSC Anderlecht, der zu Hause gegen KV Kortrijk mit 0:1 unterlag und nun bereits satte zehn Punkte Rückstand auf Standard Lüttich aufweist. Das Tor des Tages glückte übrigens dem ehemaligen Freiburger Ivan Santini in der 45. Minute.

Dämpfer für Legia Warschau - Basel baut Vorsprung aus

Deutlich spannender geht es da schon in Polen zu, wo Double-Gewinner Legia Warschau einen Dämpfer einstecken musste. Der Hauptstadtklub unterlag in Krakau bei Wisla mit 0:1 (Brozek, 82.) und büßte damit an Boden ein, und das nicht nur gegenüber Wisla, das nun auf Platz 3 rangiert. Am Samstag hatte Verfolger Gornik Zabrze einen beachtlichen 4:1-Erfolg bei Pogon Szczecin eingefahren und hat jetzt nur noch zwei Zähler Rückstand auf Legia.

In der Schweiz sind die Young Boys Bern der Verlierer des Wochenendes. Während die Berner am Samstag nicht über ein 2:2 in Sion hinauskamen, fuhren die Konkurrenten aus Luzern (2:0 in Zürich) und St. Gallen (1:0 gegen Arau) jeweils drei Punkte ein und schoben sich daher an den Young Boys vorbei. Derweil erlaubte sich der Tabellenzweite Grasshopper Zürich ein 1:1 beim FC Thun und verlor damit den FC Basel ein wenig aus den Augen. Die Baseler kamen zum Abschluss des 11. Spieltags zu einem 2:1-Arbeitssieg in Lausanne und bauten ihren Vorsprung auf nunmehr drei Punkte bei einem mehr ausgetragenen Spiel aus.