FIFA WM

WM 2022: Plant Wales eine Aktion? Bale lässt Frage offen

Routinier Allen vor erstem Einsatz

Plant auch Wales eine Aktion? Enttäuschter Bale lässt die Frage offen

Einen Rekord vor Augen: Gareth Bale.

Einen Rekord vor Augen: Gareth Bale. picture alliance / empics

Aus Katar berichtet Jörg Jakob

Dieser Freitag wird ein besonderer Tag sein. Doch der, den es im Wesentlichen betrifft, möchte es heruntergespielt wissen. Gareth Bale wird im zweiten Gruppenspiel gegen den Iran wohl zum alleinigen Rekordnationalspieler seiner Heimat, mit 110 Einsätzen.

Vorschau

Seinen Teamkameraden Chris Gunter (109) hat Bale beim Auftakt gegen die USA eingeholt. Der 33-Jährige, soeben mit dem Los Angeles FC Meister der nordamerikanischen Major League Soccer geworden, war da wieder zur Stelle, als es galt, den an ihm verschuldeten Elfmeter zu verwandeln. So recht hat der im Unfrieden von Real Madrid geschiedene Star keine Erklärung dafür, dass er immer wieder der Mann für die besonderen Tore ist, "aber ja, das stimmt, entscheidende Momente kommen immer wieder auf mich zu, aber wir machen uns nicht zu viele Gedanken über wann, warum, was, wer".

"One Love"-Binde: Auch Bale enttäuscht

Es ist eine spannende Gruppe B mit England und den USA, eine historische WM, weil erst die zweite für Wales, nach 1958. Es geht um den ersten Sieg seit 64 Jahren bei einer Weltmeisterschaft. Daher wünscht sich der schillerndste Profis aus dem kleinen Teil Britanniens, dass "Eltern und Lehrer den Kindern ermöglichen, das Spiel am Vormittag (in Wales ab 10 Uhr, Anm. d. Red.) zu sehen". Schulfrei müsse es ja nicht gleich sein. Das Thema ist ihm natürlich angetragen worden in der Pressekonferenz am Donnerstag. Wie auch die Sache mit der One-Love-Binde. Das Team sei sehr enttäuscht darüber, so Bale, dass ihm wie anderen Kapitänen das Tragen der speziellen Spielführerbinde untersagt wurde.

Der walisische Verband hat auf seinem Trainingsplatz Eckfahnen im Regenbogendesign platziert. Das Thema weiter zu erörtern sei nun Sache der Verbandsfunktionäre, sagt Nationaltrainer Rob Page. Soll heißen: Das Team konzentriert sich besser auf Fußball in dieser zunehmend komplizierter werdenden Auseinandersetzung mit der FIFA. Page "möchte, dass meine Spieler sich darauf konzentrieren, Spiele zu gewinnen".

Wenn du was machst, muss am Ende besser auch das Ergebnis stimmen.

Bale mit Blick auf das DFB-Team

Bale sagt, Aufmerksamkeit geschaffen und eine Botschaft ausgesendet habe alleine schon der Versuch der Armbindenaktion. Ob die Waliser alternative Formen der Meinungsbekundung im Sinn haben? Das lässt Bale offen, erklärt aber auch, sicher mit Blick auf die deutsche Nationalmannschaft: "Wenn du was machst, muss am Ende besser auch das Ergebnis stimmen."

Die Waliser haben Respekt vor den hohen Temperaturen bei dem frühen Anpfiff, haben ihren Trainings- und Ernährungsplan nach dem Spiel gegen die USA darauf abgestellt. Sogar Joe Allen soll davon profitieren können. Page deutete an, dass der lange verletzte 32-Jährige Routinier zum Einsatz kommen wird, "allerdings nicht über 90 Minuten".