Seit der kicker die Vorlagen erfasst (Saison 1988/89), ist Ndicka erst der fünfte Bundesligaspieler, der einen "Triathlon" aus Tor, Assist und Eigentor absolvierte. Zuvor schafften das lediglich Arturo Vidal (Bayer Leverkusen, 11. Dezember 2010), Michael Ballack (FC Bayern, 10. Mai 2003), Marian Hristov (Kaiserslautern, 3. März 2002) und Michael Preetz (Hertha BSC, 14. Februar 1998).
Es freut mich, dass er in seinem Alter die Stärke hat, so etwas zu verarbeiten.
Markus Krösche
Die Partie gegen Hoffenheim (2:2) geriet für Ndicka so zur ganz persönlichen Achterbahnfahrt. "Das Eigentor war unglücklich und kann passieren", zeigt Sportvorstand Markus Krösche Nachsicht mit dem Verteidiger und konstatiert: "Es freut mich, dass er in seinem Alter die Stärke hat, so etwas zu verarbeiten. Er hat ein schönes Tor erzielt und ein gutes Spiel gemacht." Allerdings sah Ndicka auch beim Gegentor zum 2:2 nicht gut aus, da es ihm nicht gelang, den eingewechselten Georginio Rutter beim Kopfball entscheidend zu stören. Zuvor hätten jedoch bereits Jens Petter Hauge und Ansgar Knauff den Vorlagengeber David Raum stoppen müssen - notfalls mit einem Foul.
Mit seiner durchwachsenen Performance steht Ndicka sinnbildlich für die Leistung der gesamten Mannschaft. Der Auftritt gegen Hoffenheim war, wie es Trainer Oliver Glasner ausdrückte, "sehr okay, aber nicht überragend". Wieder mal zeigte sich, dass die Mannschaft gegen einen tief und kompakt verteidigenden Gegner große Schwierigkeiten hat, Lösungen in der Offensive zu finden. Um zu Toren zu kommen, muss ein gewaltiger Aufwand betrieben werden. Zudem bemängelten die Verantwortlichen die zu große Passivität nach dem Führungstreffer.
Leistungsgefälle im Kader wird gegen die TSG deutlich
Deutlich wurde aber auch einmal mehr, dass das Leistungsgefälle im Kader zu groß ist. Mit der Einwechslung von Ajdin Hrustic für Sebastian Rode direkt nach dem 2:1 war das Mittelfeld deutlich geschwächt. Wie unaufmerksam und halbherzig im Zweikampf er sich beispielsweise bei Ihlas Bebous Chance verhielt (73.), ist inakzeptabel. Der schwache Abschluss in der 81. Minute passte ins Bild. Außerdem blieben die spät eingewechselten Stürmer Ragnar Ache und Goncalo Paciencia komplett harmlos. Symptomatisch war die Szene in der dritten Minute der Nachspielzeit. Nach einem hohen Ball stand Paciencia kurz vor dem Strafraum Kevin Vogt und Stefan Posch gegenüber. Ache bot sich rechts die Lücke, doch statt in diesen Raum zu sprinten, trabte er nur hinterher. Paciencia musste deshalb selbst abschließen und wurde geblockt.
Es ehrt Glasner, dass er diese Problematik nicht öffentlich anspricht, um die Profis zu schützen. Die Qualität in der Breite des Kaders muss zur neuen Saison allerdings dringend erhöht werden. Spieler wie Hrustic, Ache, Paciencia oder auch Dauerreservist Erik Durm sind den Anforderungen nicht gewachsen. Anders als Stefan Ilsanker, Danny da Costa, Sam Lammers und Aymen Barkok stehen sie aber noch über den Sommer hinaus unter Vertrag.

