U 21

Stefan Kuntz vor U-21-EM-Finale: "Insgesamt als Team stärker"

U-21-Coach kann aus dem Vollen schöpfen

Kuntz: "Dann sind wir insgesamt als Team stärker"

Blickt optimistisch nach vorne: Stefan Kuntz.

Blickt optimistisch nach vorne: Stefan Kuntz. picture alliance

Über die U-21-EM berichten Michael Pfeifer und Carsten Schröter-Lorenz

Zu Beginn der Pressekonferenz am Samstagabend blickte Stefan Kuntz kurz zurück auf den 5. September 2019. In Zwickau stieg die erste Partie der aktuellen U-21-Generation, nachdem die Vorgänger wenige Monate zuvor nur knapp den EM-Titel verpasst hatten.

Mit Blick auf die 22 eingesetzten Spieler beim 2:0-Testsieg gegen Griechenland waren die Prognosen nicht rosig ausgefallen. Viele der großen Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Akteure, kaum gestandene Profis. "Am Anfang war ich ein bisschen pessimistisch und habe gedacht 'Oh, was soll ich damit alles so machen'", räumte Kuntz nun ein, um mit einem Grinsen anzufügen: "Wie man sieht, ist ja was draus geworden."

Neue Gesichter im DFB-Team

Ridle Baku (Mi.) im Duell mit dem Niederländer Ferdi Kadioglu

Schaut auf sich selbst und nicht auf den Gegner: Ridle Baku (Mi.), hier im Duell mit dem Niederländer Ferdi Kadioglu. picture alliance

Die erneute EM-Finalteilnahme hatte kaum jemand für möglich gehalten. "Die Entwicklung, speziell von einzelnen Spielern, ist schon toll", findet Kuntz, wobei man erwähnen muss, dass sich das Gesicht der Mannschaft über die knapp zwei Jahren enorm verändert hat. Von den 22 in Zwickau eingesetzten Profis haben es nur die Keeper Markus Schubert und Lennart Grill (beide Ersatz), Ridle Baku, Lukas Nmecha, Vitaly Janelt, Nico Schlotterbeck, Salih Özcan und Niklas Dorsch in den aktuellen 23er EM-Kader geschafft.

Kuntz behält sich taktischen Kniff vor

Der soll nun den zweiten Titel im dritten Endspiel unter Kuntz holen. Nach dem Abschlusstraining in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana konnte der Coach positive Nachrichten verkünden und gab einen kleinen Einblick in seine Überlegungen rund um die Aufstellung: "Alle sind fit und es könnte gut sein, dass wir mit der gleichen Formation spielen. Wir haben uns ja gegen die Niederlande den einen oder anderen taktischen Kniff einfallen lassen. Den halte ich mir auf jeden Fall noch offen - und der ist dann auch maximal noch mit einer Personalie verbunden."

Mit der in der K.-o.-Runde bewährten Viererkette ließe sich problemlos vom gegen Holland effektiven 4-3-3 auf ein 4-2-3-1 oder ein 4-4-2 mit Raute wechseln. Je nachdem, was Kuntz und seine Trainerkollegen als passend erachten, um den im Halbfinale mit einem Rauten-4-4-2 erfolgreichen Portugiesen (1:0 gegen Spanien) beizukommen.

Lob für Portugal, aber "wir sind als Team stärker"

Rafael Leao

Er zählt zu den Stars der Portugiesen: Rafael Leao. imago images

"Sie haben ein sehr gutes Spielverständnis, ein wunderbares Passspiel, ein hohes Verständnis untereinander, beide Innenverteidiger spielen schon lange in den U-Teams zusammen. Es ist also eine geschlossene Mannschaft. Diese Gemeinschaft plus die individuelle Qualität, das ist die Stärke von Portugal", lobt Kuntz den Gegner, betont aber selbstbewusst: "Wenn wir die Entwicklung bestätigen, wie wir sie in den letzten Spielen gezeigt haben, dann sind wir insgesamt als Team stärker und können gewinnen."

Wolfsburgs Ridle Baku kündigt an: "Wir fokussieren uns nicht so darauf, was der Gegner macht, sondern wollen vor allem unsere Stärken auf den Platz bringen."

Abendprogramm bereits geplant

Ob es für den Titel reicht, oder nicht - am späten Abend werden die Spieler und der Staff samt nach Slowenien gereister Familienmitglieder, die von einer eigens engagierten Firma auf das Coronavirus getestet werden, im Teamhotel zusammen essen und am liebsten ausgelassen feiern. Am Montag erfolgt die individuelle Abreise aus Ljubljana, für die meisten direkt in den Urlaub.

DFB-Führung gibt sich die Ehre

Aus der zuletzt so heillos zerstrittenen DFB-Führung haben sich derweil die auch persönlich über Kreuz liegenden Interimspräsidenten Peter Peters und Rainer Koch als Endspiel-Gäste angekündigt. Fest zum U-21-EM-Tross gehören ohnehin die beiden DFB-Vizepräsidenten Ronny Zimmermann und Peter Frymuth sowie die Sportchefs Joti Chatzialexiou (Sportlicher Leiter Nationalmannschaften) und Meikel Schönweitz (Cheftrainer U-Nationalteams).

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