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Klopp verpokert sich - Terry fliegt bei Chelsea-Sieg

Liverpool muss im FA Cup gegen einen Viertligisten nachsitzen

Klopp verpokert sich - Terry fliegt bei Chelsea-Sieg

Muss mit seinem LFC gegen Viertligist Plymouth im FA Cup ein zweites Mal ran: Jürgen Klopp.

Muss mit seinem LFC gegen Viertligist Plymouth im FA Cup ein zweites Mal ran: Jürgen Klopp. imago

Die Statistik nach 45 Minuten las sich beinahe schon kurios: null Schüsse, demnach auch null aufs gegnerische Tor, null Ecken, null Karten - und neun Fouls. Die Zahlen sprachen eine eindeutige Sprache: Plymouth war Liverpool deutlich unterlegen. In der entscheidenden Statistik aber lag der Viertligist mit den Reds gleichauf: den Toren.

Selbst nach 90 Minuten hatte das torlose Ergebnis Bestand. Denn Liverpool verstand es trotz drückender Überlegenheit und Ballbesitzwerten um die 80 Prozent nicht, Plymouths Schlussmann Luke McCormick zu überwinden. "Ich weiß nicht, wie viele Menschen in Plymouth leben, aber gefühlt standen alle im Sechzehnmeterraum", sagte Klopp nach der Partie.

Das ist nicht unser Wunschergebnis, aber es ist auch nicht frustrierend - das ist einfach Fußball.

Jürgen Klopp nach dem 0:0 gegen Plymouth

Klopp hatte zahlreichen Akteuren aus dem zweiten Glied oder gar aus der zweiten Mannschaft eine Bewährungschance gegeben. Mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren und 296 Tagen stand zu Beginn die jüngste Mannschaft in der seit 1892 währenden Liverpooler Vereinsgeschichte auf dem Feld. Ersatzkeeper Loris Karius hütete das Tor, Emre Can spielte im Mittelfeld. Sonst waren nur Lucas, Alberto Moreno und Divock Origi gestandene Profis.

Stammspieler wie Roberto Firmino, Adam Lallana oder Daniel Sturridge saßen vorerst auf der Bank und kamen erst im Laufe der zweiten Halbzeit zum Zug. Hinterher verteidigte Klopp seine Personalentscheidungen: "Mit einer anderen Aufstellung wäre das Ergebnis möglicherweise das gleiche gewesen. Nicht wahrscheinlich, aber möglich."

Klopp: "Plymouth hat sich das Remis verdient"

Korrektur: In der zweiten Halbzeit wechselte Jürgen Klopp Roberto Firmino (li.) und Adam Lallana (2.v.li.) ein.

Korrektur: In der zweiten Halbzeit wechselte Jürgen Klopp Roberto Firmino (li.) und Adam Lallana (2.v.li.) ein. imago

Seine Reds brachten in der ersten Hälfte zwar Großchancen in Person des 19-jährigen Sheyi Ojo (15.) und des 17-jährigen Ben Woodburn (17.) zustande, der Ball landete aber nicht im Tor. Origis Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung verweigert (21.), später hätte Plymouths Gary Miller beinahe ins eigene Netz getroffen (34.).

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Karius nahezu arbeitslos

Karius verlebte derweil auf der anderen Seite des Spielfelds einen geruhsamen Nachmittag, während Can voranging und sich mit Lauffreude hervortat. Nach gut einer Stunde hatte er allerdings vorzeitig Feierabend. Sturridge brachte Schwung, zu einem Tor reichte es allerdings nicht. Somit muss Liverpool im ohnehin schon prall gefüllten Kalender noch einen Termin für ein Wiederholungsspiel bei Plymouth freischaufeln.

Klopps Frustration hielt sich dennoch in Grenzen: "Das ist nicht unser Wunschergebnis", sagte der Coach, fügte aber sogleich an: "Es ist auch nicht frustrierend - das ist einfach Fußball. Plymouth hat sich das Remis und das Wiederholungsspiel verdient."

Pedro führt Chelseas B-Elf in die 4. Runde - Terry sieht Rot

Weitaus weniger Mühe hatte Liverpools Meisterkonkurrent Chelsea. Gegen Drittligist Peterborough setzte zwar auch Antonio Conte auf die zweite Garde, die hatte mit Terry, Cahill, Fabregas oder Willan aber deutlich mehr Prominenz zu bieten. Der Auffälligste war aber Pedro, der nach dem 0:2 bei Tottenham keine Pause erhalten hatte: Zum 1:0 traf er per Schlenzer in den Winkel (18.), zum 4:1-Endstand per Flachschuss (75.), dazwischen legte er Willian das 3:0 auf (52.) - und verfehlte aus fünf Metern das leere Tor (32.).

Und die Reservisten? 38-Millionen-Euro-Sommerneuzugang Batshuayi, in der Liga gegenüber Diego Costa ohne Chance auf einen Startelfplatz, durfte mal jubeln (2:0, 44.), Terry dagegen flog vom Platz! In der 67. Minute leistete sich der Kapitän bei einem Konter der Gäste im strömenden Regen eine Notbremse, was Peterborough zumindest zum Ehrentor nutzte (Nichols, 70.).

Son trifft bei Tottenham-Arbeitssieg

Tottenham, wie Chelsea mit neun Startelfwechseln, zog letztlich ähnlich souverän weiter. Davies (71.) und Ex-Bundesliga-Profi Son (80.) trafen beim 2:0-Heimsieg gegen Zweitligist Aston Villa - kurz zuvor hatte Spurs-Coach Mauricio Pochettino Alli eingewechselt, Englands Spieler der Stunde.

lei/jpe