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Hyundai: Autokauf beim Androiden

Roboter im Kundenservice - Künstliche Intelligenz - Pilotprojekt in Südkorea

Hyundai: Autokauf beim Androiden

Hyundai DAL-e: Er erkennt Gesichter und versteht die menschliche Sprache.

Hyundai DAL-e: Er erkennt Gesichter und versteht die menschliche Sprache. Hyundai

Was Roboter betrifft, zeigt man sich im asiatischen Raum sehr aufgeschlossen. Auch auf Auto-Ausstellungen wie der Tokyo Motor Show sind Humanoide wie der Suzuki Mitra zu besichtigen, die einer alternden Gesellschaft perspektivisch Hilfeleistung anbieten: Die "Personal Assistants" organisieren Videotelefonate, bestellen das Abendessen, entwerfen den Tagesplan oder liefern den Wetterbericht.

Freundliche Körpersprache

Es mag auch an der Manga-Mentalität liegen, dass die putzigen Roboter in Fernost bereitwillige Akzeptanz finden. Der DAL-e, den der südkoreanische Hersteller Hyundai seit Mitte Januar in einem Autohaus in Seoul erprobt, tritt als ebenso niedliches Kerlchen auf wie Honda Asimo oder Toyota Kirobo. DAL-e ist ein Akronym, es steht für "Drive you, Assist you, Link with you-experience". Der Androide erreicht eine Körpergröße von 1,60 Metern und ein Gewicht von 80 Kilogramm, er kann mit seinen Ärmchen winken und nett gestikulieren, seine Mimik wirkt auf einnehmende Weise freundlich.

DAL-e

Humanoider Kundenberater: Der DAL-e kann gestikulieren, sein "Bauch" ist ein Touchscreen. Hyundai

Auf vier Rädern rollt der DAL-e zum Kunden und begleitet ihn zum automobilen Objekt seines Interesses. Beim betreffenden Modell angelangt, verbindet sich der robotisierte Berater drahtlos mit einem großen Bildschirm und informiert über Produkte, Technologien sowie Dienstleistungen. Beim Dialog mit dem Kaufinteressenten hilft Künstliche Intelligenz in Form von Gesichts- und Spracherkennung.

Entlastung fürs Personal

"Ziel ist es, den DAL-e in die Lage zu versetzen, auf unterhaltsame Art und Weise mit unseren Kunden zu kommunizieren und ihnen nützliche Dienstleistungen anzubieten", sagt Dong Jin Hyun, Vizepräsident und Leiter des Robotics Lab der Hyundai Motor Group. Auch das eigentliche Personal in Showroom soll der Androide entlasten. Ob dies hiesigen Gewerkschaften behagen würde, ist freilich fraglich. Und auch, ob der eher reservierte deutsche Kunde ein Maschinchen als Ansprechpartner akzeptieren könnte.

Androide sind nicht ansteckend

Wenn der DAL-e sich bewährt, sollen seine Einsatzmöglichkeiten weiter perfektioniert werden. Einen Vorteil, der in Zeiten von Covid-19 gar nicht trivial ist, besitzt der Roboter jedenfalls gegenüber seinen menschlichen Kollegen: Androide sind nicht ansteckend.

ule