DFB-Pokal

Gladbach ächzt: Nur bei Schubert zwickt's nicht

Sow feiert Pflichtspieldebüt bei den Profis

Gladbach ächzt: Nur bei Schubert zwickt's nicht

Zur Sicherheit ausgewechselt: Christoph Kramer beim Gladbacher Pokalspiel gegen Stuttgart.

Zur Sicherheit ausgewechselt: Christoph Kramer beim Gladbacher Pokalspiel gegen Stuttgart. imago

Christoph Kramer: Auswechslung wegen Rückenbeschwerden. Tobias Strobl: musste mit Muskelproblemen im Oberschenkel runter. Lars Stindl: wurde vor dem Spiel eingerenkt, weil er sich beim Aufwärmen eine Blockade im Rücken eingefangen hatte. Nur drei Beispiele aus der Borussen-Kabine, die zeigen: Die englischen Wochen haben ihre Spuren hinterlassen. Das Motto lautet: durchbeißen!

"Der Einzige, den es im Moment nirgendwo zwickt, bin ich. Alle anderen Spieler haben irgendwo irgendwas", sagte Andre Schubert nach dem 2:0-Sieg im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart und hatte die Erklärung schnell parat: "Die Belastung ist einfach unheimlich hoch." Immerhin, das konnte der Trainer direkt nach dem Abpfiff bestätigen, würde das mit neun Verletzten schon reichlich gefüllte Lazarett nicht noch weiteren Zulauf erhalten. "Alles nichts, was ich momentan als dramatisch bezeichnen würde. Bei Christoph Kramer war es eine Vorsichtsmaßnahme, bei Tobi Strobl wollten wir auch kein Risiko eingehen und haben deshalb gewechselt."

"Hätten den Sack früher zumachen müssen"

Die Vielzahl an Verletzten schränkt die Rotationsmöglichkeiten für den Trainer ein, sodass die Belastung für Teile der Mannschaft auch in den nächsten Wochen hoch bleiben wird. Umso mehr freute es alle Beteiligten, dass die Pokalaufgabe gegen Stuttgart letztendlich souverän gelöst wurde. In den ersten 30 Minuten gab es noch unübersehbare Probleme in der Abstimmung, doch mit zunehmender Spielzeit fanden die Fohlen die richtigen Mittel gegen die Schwaben und hätten bei besserer Chancenverwertung schon früher den Einzug ins Achtelfinale klarmachen können.

"Nach der Pause haben wir guten Fußball gespielt, uns viele Chancen erarbeitet, aber leider verpasst, den zweiten Treffer frühzeitig nachzulegen", sagte Stindl, und André Hahn konstatierte: "Erst sind wir ein bisschen zäh ins Spiel gekommen, dann haben wir den Ball gut laufen lassen. Bei den vielen Chancen hätten wir nur den Sack früher zumachen müssen."

Sow: "Damit habe ich nicht mehr gerechnet"

In der Endphase der Begegnung ergab sich für Schubert sogar noch die Chance, Djibril Sow zu seinem Pflichtspieldebüt bei den Profis zu verhelfen. Im Vorfeld des Spiels hatte der Coach noch offengelassen, wann der 19 Jahre alte Schweizer, der vor einem Jahr vom FC Zürich an den Niederrhein gewechselt war und normalerweise in der U 23 zum Einsatz kommt, reif für seine Premiere sein könnte. Sow zeigte sich selbst überrascht über die Gelegenheit, für ein paar Minuten reinschnuppern zu dürfen: "Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht mehr damit gerechnet. Ich habe mich riesig gefreut. Ich kann das Gefühl noch gar nicht fassen, dass ich mein Pflichtspieldebüt geben durfte."

Jan Lustig

Spieltagsbilder 2. Runde 2016/17