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WM 2022: Flick: "Wir brauchen die Basics"

Die Aussagen des Bundestrainers auf der Pressekonferenz nach dem Costa-Rica-Spiel

Flick: "Wir brauchen die Basics"

Bundestrainer Hansi Flick

Bundestrainer Hansi Flick picture alliance / SvenSimon

…. die Stimmung in der Kabine: "Ich habe noch keine Worte an die Mannschaft gerichtet, aber ich war in der Kabine. Wie sich alle vorstellen können, ist die Enttäuschung riesengroß."

… die Dinge, die gegen Costa Rica nicht funktioniert haben: "Ich glaube, in der ersten Hälfte haben wir versäumt, ein klares Ergebnis zu erzielen. Wir hatten viele Chancen - 16 Chancen über das gesamte Spiel. Es waren viele dabei, die wir ausgelassen haben. Gerade in der ersten Hälfte war genügend Potenzial vorhanden, um drei oder vier Tore zu erzielen. Damit hättest du Druck auf das andere Spiel gemacht. Das ist uns leider nicht gelungen."

… über das, was ihn am meisten ärgert: Die eigene Niederlage zum Gruppenstart gegen Japan oder die Niederlage der Spanier gegen Japan "Ich habe noch nie auf andere Mannschaften geschaut. Die Summe der Spiele hat dazu beitragen, dass wir ausgeschieden sind. Da sind wir selbst schuld. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Ich bin überzeugt, dass wir genügend Torchancen hatten, um gegen Japan oder auch zum Schluss gegen Spanien andere Voraussetzungen zu schaffen. Da musst du die Dinger reinmachen. Heute kannst du das Spiel sehr schnell in eine positive Richtung bringen. Durch Nachlässigkeiten und Fehler haben wir den Gegner stark gemacht. Das sind die Dinge, die mich sauer gemacht haben. Ich war richtig sauer in der ersten Hälfte. Das habe ich der Mannschaft auch so mitgeteilt. Was man positiv herausziehen kann, ist, dass wir in der zweiten Hälfte noch mal zurückgekommen sind. Wir konnten das Spiel drehen. So fahren wir zumindest mit einem Sieg nach Hause.

… die fehlende Effektivität vor dem gegnerischen Tor: "Ich will nicht so sehr nach Ausreden suchen. Wir haben es gegen Spanien richtig gut gemacht. Wir haben das Spiel sehr eng und kompakt gehalten. Man benötigt Automatismen, die muss man trainieren. Da hatten wir wenig Zeit. Aber daran hat es jetzt nicht gelegen. Standard wäre das Spiel gegen Spanien gewesen. Was Intensität, was Kompaktheit und was Laufbereitschaft betrifft. Das wäre es gewesen. Und dann muss man sich zum Schluss auch mal dafür belohnen. Das wäre ein guter Fingerzeig gewesen von der Mannschaft. Das haben wir leider nicht getan. Heute haben wir unsere Pflichtaufgabe erfüllt. Aber damit können wir nicht zufrieden sein. Wir hätten heute das Ergebnis durchaus höher ausfallen lassen können."

… über die Nachbereitung der WM: "Wer mich kennt, der weiß, dass wir das sehr, sehr schnell aufarbeiten werden. Dass wir da auch gucken, was die Zukunft betrifft. Das ist wichtig und entscheidend, wie wir das umsetzen und unsere Ideen angehen wollen. Gerade auch, was die EURO 2024 betrifft. Es gilt jetzt, diese WM aufzubereiten und die Dinge in die richtige Richtung zu stoßen. Das sind jetzt die nächsten Schritte, die wir machen. Und dir werden wir sehr zeitnah machen."

Flick: "Für die Zukunft des deutschen Fußballs wichtig, dass man in der Ausbildung Dinge anders angeht"

… den Leistungstand der Nationalmannschaft: "Wir haben Spieler, die bei Topvereinen spielen. Es ist aber auch für die Zukunft des deutschen Fußballs wichtig, dass man in der Ausbildung Dinge anders angeht. Wir reden seit Jahren über Neuner, den wir brauchen. Über spielstarke Außenverteidiger. Über viele Dinge. Was uns immer ausgezeichnet hat im deutschen Fußball, war, dass wir immer verteidigen konnten. Das sind so Elemente, die wir im Nachwuchsbereich brauchen. Wir brauchen die Basics. Eine Mannschaft wie Spanien, auch wenn sie heute verloren hat, hat das drauf. Sie haben eine gute Ausbildung, sie sind taktisch gut geschult, ballsicher. Das wird für die nächsten zehn Jahre enorm wichtig sein, dass wir da die richtigen Schritte machen."

Germany's coach Hans-Dieter Flick walks next to his players watching the Qatar 2022 World Cup Group E football match between Costa Rica and Germany at the Al-Bayt Stadium in Al Khor, north of Doha on December 1, 2022. (Photo by Odd ANDERSEN / AFP) (Photo by ODD ANDERSEN/AFP via Getty Images)

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… über Jamal Musiala: "Es ist schwierig, nach so einem Spiel jemanden herauszuheben. Aber man muss sagen, dass es echt schade ist, dass ein Spieler wie Jamal bei dieser WM nicht mehr spielen darf. Er ist einfach fantastisch. Seine Fähigkeiten, die er hat, im Eins-gegen-eins, sind richtig gut. Wir haben schon in den nächsten Jahren richtig gute Talente. Da muss ich sagen, geht es in die richtige Richtung. Aber wir müssen schauen, was danach kommt. In der Ausbildung. Jamal ist nicht in Deutschland ausgebildet. Er ist in England ausgebildet. Kai Havertz hat heute gezeigt, was er kann. Wir haben auch den einen oder anderen jungen Spieler, der nachkommt. Wir müssen schauen, dass wir die richtigen Schlüsse ziehen."

… seine Fehler in den vergangenen Wochen: "Das ist eine Sache, die wir intern besprechen in unserer Analyse. Ich sage einfach: Wir haben gegen Spanien gut gespielt. Gegen Japan hatten wir mit Sicherheit eine Phase, nach 60 bis 70 Minuten, wo wir den Gegner ins Spiel kommen lassen. Wenn man Ilkay Gündogan auswechselt und Leon Goretzka einwechselt, dann darf kein Bruch stattfinden. Das sind zwei Spieler, die auf sehr hohem Niveau in ihren Vereinen spielen. Das waren letztendlich auch wieder, was das Defensivverhalten angeht, einige Dinge, die wir nicht gut gemacht haben. Ich bin immer einer, der sehr kritisch ist."

aufgezeichnet nach Matthias Dersch

Bilder zur Partie Costa Rica - Deutschland