DFB-Pokal

Elfmeter als Versprechen? Karazor glaubt an ein gutes Omen

Stuttgart sieht sich dem Duell mit Bayern gewachsen

Elfmeter als Versprechen? Karazor glaubt an ein gutes Omen

Spielt mit dem VfB das Pokalfinale: Atakan Karazor

Spielt mit dem VfB das Pokalfinale: Atakan Karazor IMAGO/Eibner

Aus Berlin berichtet George Moissidis

Die Saison begann mit diesem Duell, die Saison endet mit diesem Duell. Stuttgart schließt mit dem DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern eine Spielzeit ab, die sie wieder in die Champions League geführt hat. In der Liga, in der es gegen den Südrivalen aus München zweimal mit 0:5 und 2:4 nichts zu holen gab. Dazu im Franz Beckenbauer Supercup, wo der VfB im vergangenen August vor Saisonbeginn mit 1:2 verlor.

Eine ungewöhnliche Konstellation. Dass sich die Supercup-Teilnehmer im Pokalfinale wiedertreffen, gab es bisher nur einmal: 2013/14 als Borussia Dortmund und Bayern München beide Endspiele austrugen.

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Das auf den ersten Blick ungleiche Duell gehen die Schwaben unaufgeregt an. Laut Sebastian Hoeneß habe man sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt im Umgang mit Druck. Man habe "begonnen, Druckspiele auch ein Stück weit zu genießen", so der Stuttgarter Cheftrainer, dessen Team mit Liga-Platz 4 und dem Erreichen der Champions League das Optimum bereits erreicht hat. Das Pokalfinale und ein möglicher Titelgewinn wären ein Bonus.

Atakan Karazor glaubt an die Chance, die in seinen Augen gar nicht so klein ist, wie man meinen sollte. Der Kapitän glaubt an ein gutes Omen. "Ich habe in der vergangenen Saison im ersten Spiel einen Elfmeter verwandelt und wir sind Pokalsieger geworden", so der Nationalspieler über das 5:0 bei Preußen Münster 2025. "Und ich habe in dieser Saison wieder im ersten Spiel einen Elfmeter verwandelt ..." Nämlich beim 8:7 im Elfmeterschießen (4:4, 3:3, 1:1) bei Eintracht Braunschweig. Wenn das mal keinen Optimismus rechtfertigt.

Hoeneß kann gegen den Rekordmeister personell aus dem Vollen schöpfen. Einzig Ameen Al-Dakhil, Jeremy Arevalo, Lazar Jovanovic, Justin Diehl, Noah Darvich sowie die Youngster Florian Hellstern und Mirza Catovic, die für das parallel terminierte und erfolgreich gestaltete DFB-Pokalfinale der U 19 zwischen VfB und dem VfL Wolfsburg abgestellt waren, sind nicht für die morgige Partie vorgesehen.

Schließt Hoeneß zu Stevens und Rausch auf?

Man sei vorbereitet auf den Rekordmeister. Hoeneß und seine Mannschaft wollen die Partie "mit Mut und sehr viel Überzeugung in jeder Spielphase angehen und dadurch Momente kreieren, Spielverläufe kreieren". Auch in unangenehmen Spielabschnitten wolle man an diesem Plan "festhalten, weil du durchhalten musst". Ohne Fleiß kein Preis.

Gewinnt Stuttgart das Finale, würde Cheftrainer Hoeneß zu zwei Trainerlegenden aufschließen: Auch Huub Stevens und Friedel Rausch schafften einst im nationalen Pokalwettbewerb zwölf Siege in Folge. Den Rekord hält ein anderer: Hennes Weisweiler mit 17 Siegen am Stück.