2. Bundesliga

Eichners Ausbrüche: "Dafür gibt es die Plexiglasscheiben an der Bank"

KSC-Coach hadert, aber will "sich in den Arm nehmen"

Eichners Ausbrüche: "Dafür gibt es die Plexiglasscheiben an der Bank"

Wurde mehrfach laut: Christian Eichner.

Wurde mehrfach laut: Christian Eichner. picture alliance/dpa

Nur ein Sieg war dem KSC in den acht Ligapartien vor dem Gastspiel bei Hertha BSC gelungen. Eine Serie, welche die Badener mit dem 2:2 im Olympiastadion fortsetzten, obwohl die Gäste eigentlich nahezu perfekt in das Duell gestartet waren. In einer durchaus dominanten Anfangsphase belohnte sich die Elf Christian Eichners früh mit dem 1:0, verlor dann aber nach "knapp 20 Minuten" den Faden. "Hertha ist besser geworden, hat bessere Lösungen gegen das hohe Anlaufen gefunden", resümierte der Coach gegenüber "Sky" und schlussfolgerte: "Das hat was mit den Jungs gemacht."

Frustabbau an der Seitenlinie

Bei aller "Qualität auf der anderen Seite" machte der 40-Jährige jedoch keinen Hehl daraus, das ihm die Entstehung der zwei Gegentreffer nicht passte. "Wenn ich die beiden Tore sehe, dürfen die so nicht fallen", lautete das klare Urteil, dessen Begründung auf den Fuß folgte: "Zu einfach" seien die Erfolgserlebnisse dem Gegner gefallen, "zu passiv" hätten seine Schützlinge agiert, obwohl "bis dahin nichts stattgefunden" hätte in der Karlsruher Gefahrenzone.

Tatsächlich hatten die Berliner Tore Eichner bereits während des Spiels sichtlich in Fahrt gebracht, was dieser mit einem Schmunzeln einordnete: "Ich neige dann zu dem ein oder anderen Ausbruch, der nicht gut ist. Aber dafür gibt es die Plexiglasscheiben an der Bank, um sich ein bisschen abzureagieren."

Geholfen haben dürfte beim Herunterfahren auch das Comeback der Karlsruher, die kurz vor Schluss noch das Remis festzurrten, mit dem nach einer "komischen zweiten Hälfte" nicht mehr unbedingt zu rechnen gewesen war. So habe Eichners Mannschaft "gebraucht, um zu akzeptieren, dass sie viel den Ball hat", während der Gegner "verwaltet, aber trotzdem die klareren Torchancen" gehabt hätte, die durchaus zur Entscheidung hätten führen können, oder gar müssen.

Weshalb der KSC dennoch kuscheln darf

Dass sein Team die auch durch Berliner Fahrlässigkeit resultierende Chance durch Joker Leon Jensen beim Schopfe packte und noch auf 2:2 stellte, stimmte den Coach dann aber milde. "Zufrieden" könne man nach Hause gehen - speziell vor dem Hintergrund der schwierigen Ausgangslage, mit welcher der KSC in die Hauptstadt gereist sei. "Wenn wir einen großen Strich drunter machen, darf man sich heute auch mal in den Arm nehmen."

Allzu lang wird sich Eichner damit jedoch nicht aufhalten, gilt es in der Länderspielpause doch, sich auf das Spiel am 26. November (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen den 1. FC Nürnberg vorzubereiten. Was genau der Trainer dabei in Angriff nehmen will, war ob der Gegentore klar: "Wir stehen manchmal zu offen und der Gegner kriegt es zu leicht. Das müssen wir lernen."

mja

Jubilar Horst Steffen: Die Zweitliga-Trainer und ihre Amtszeiten