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Drei Elfertore gegen wütenden Courtois: Solers "Moment des Zweifels"

Real-Keeper jedes Mal im richtigen Eck - mal wieder Kritik an Zidane

Drei Elfertore gegen wütenden Courtois: Solers "Moment des Zweifels"

Lieber drei Elfer und eine Ecke als drei Ecken für einen Elfer: Valencia hatte ungewöhnliche Statistiken gegen Real zu verzeichnen.

Lieber drei Elfer und eine Ecke als drei Ecken für einen Elfer: Valencia hatte ungewöhnliche Statistiken gegen Real zu verzeichnen. Getty Images

Hätte Soler bloß auf seine plötzliche Eingebung gehört - das dürfte sich zumindest der eine oder andere Madridista gedacht haben nach dem Statement des dreifachen Elfmetertorschützen. Courtois hatte seinen ersten Strafstoß gehalten, der Valencia-Stürmer dann auch noch den Nachschuss an den Pfosten gesetzt - erst im dritten Anlauf brachte Yunus Musah das Leder im Tor unter. Das Problem: Musah war zu früh in den Strafraum gelaufen, der Strafstoß wurde wiederholt.

Bei Soler begann nun das große Rattern im Kopf. Soll ich wirklich nochmal schießen? Oder lieber Daniel Wass, den Vertreter, an den Punkt schicken? "Es gab einen Moment des Zweifels", räumte Valencias 23-jähriges Eigengewächs ein. Nach einer kurzen Absprache mit Wass fiel die Entscheidung: Soler soll es nochmal versuchen. Und diesmal traf er. "Das hat mir Selbstvertrauen für die restlichen Elfmeter gegeben", sagte Soler nach dem 4:1-Coup gegen die Königlichen.

Spielersteckbrief Courtois
Courtois

Courtois Thibaut

Spielersteckbrief Carlos Soler
Carlos Soler

Soler Barragan Carlos

Courtois hat die Hand am Ball, steht aber mit leeren Händen da

Da hatte sich noch kein Mensch vorstellen können, dass Soler noch zweimal würde antreten müssen. Kein Wunder, Real hatte noch nie in seiner 118-jährigen Historie drei Elfmeter gegen sich gepfiffen bekommen, überhaupt ist das in La Liga erst zehnmal passiert. Valencias Coach Javi Gracia war es schnuppe. "Die Umstände haben es wohl noch nie zugelassen. Aber wenn es Strafstöße sind, werden sie nun mal auch gegeben."

Das Kuriose am Kuriosen: Bei den insgesamt vier Elfmetern ahnte Courtois die richtige Ecke, parierte einen, war zweimal noch mit der Hand am Ball, nur einmal kam er knapp zu spät. Umso bemerkenswerter, dass Soler einfach weiterschoss.

Courtois kritisiert schreienden Gomez

Aber waren die Elfmeter überhaupt welche? Courtois hatte eine klare Meinung. Während er die beiden Handelfmeter als korrekt einstufte, erkannte er beim Foulelfmeter eine klare Fehlentscheidung. "Maxi Gomez schreit, und der Video-Assistent gibt den Elfmeter", sagte der Belgier, lag damit aber objektiv gesehen daneben. Das Einsteigen von Marcelo an Gomez war schlicht zu ungeschickt gewesen.

Doch Courtois regte auch eine anderen Szene auf, die ausnahmsweise nichts mit einem Elfmeter zu tun hatte. Im Vorfeld des Eigentors zum 2:1 für Valencia bekam Marco Asensio tief in der gegnerischen Hälfte in der Tat einen Schlag ins Gesicht ab und ging zu Boden, aus dem Gegenzug resultierte das Missgeschick von Raphael Varane. "Das war ein Foul an Asensio", sagte Courtois, "das hat er auch in der Kabine gesagt. Aber da kann man es dann auch nicht mehr ändern."

Hat Zidane "mit dem Feuer gespielt"?

Vielmehr nahm die höchste Niederlage für Real-Trainer Zinedine Zidane nach der Pause weiter ihren ungewöhnlichen Lauf. Dass die Königlichen ihrerseits nach der 1:0-Führung nicht mehr überzeugten, führte man in Spanien übrigens auch auf die Aufstellung zurück, der Franzose hatte unter anderem Marcelo, Asensio und Isco Spielpraxis verschafft. "Zidane spielte mit dem Feuer und hat sich verbrannt", schrieb die Marca, ähnlich äußerten sich die anderen renommierten Sport-Blätter.

"Die Philosophie des Trainers lautet, dass wir 25 Spieler im Kader haben und 25 spielen können", verteidigte ihn Courtois. "Wir rotieren für gewöhnlich, die Saison ist lang. Ich glaube nicht, dass es daran lag."

Zidane wollte wegen der Elfmeter nicht lamentieren. Er äußere sich nicht zu Schiedsrichterentscheidungen. Dafür sagte er das, was er inzwischen fast mantraartig nach Niederlagen sagt: "Wie immer liegt der Fehler bei mir, weil ich der Trainer bin und Lösungen finden muss."

las