Regionalliga

DFB-Sportgericht befasst sich mit Keller und Curtius

Ethikkommission leitet Fälle weiter

DFB-Sportgericht befasst sich mit Keller und Curtius

Symbolbild

Symbolbild imago images

Wie der DFB mitteilte, habe die Ethikkommission über die "Freisler-Äußerung" des DFB-Präsidenten Fritz Keller beraten "und das Ergebnis (...) dem Sportgericht zur Entscheidung vorgelegt". Zu den Details der abgeschlossenen Beratungen wurden keine Angaben gemacht.

Keller hatte Vizepräsident Rainer Koch als "Freisler" bezeichnet und diesen damit mit Roland Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Nationalsozialismus, verglichen. Daraufhin zeigte Generalsekretär Friedrich Curtius, der sich im Dauer-Clinch mit Keller befindet, den Vorfall direkt bei der Ethikkommission an. Ungeachtet dessen entschuldigte sich Keller für seinen Fauxpas bei Koch, doch der nahm die Entschuldigung nicht wirklich an.

Curtius ebenfalls im Fokus

Auch zwei Anträge gegen Curtius wurden erörtert: "Es handelt sich dabei zum einen um die Umstände und die Verfahrensweise im Zusammenhang mit der fristlosen Kündigung des Büroleiters von Herrn Keller. Zum anderen handelt es sich um die Weitergabe eines Schreibens von Herrn Keller (...) durch Herrn Dr. Curtius an den Medienberater Kurt Diekmann." Die Ergebnisse seien "dem DFB als Arbeitgeber des Generalsekretärs zur Entscheidung vorgelegt" worden. Auch hier war von einer Einstellung demnach nicht die Rede.

Sowohl Keller als auch dem langjährigen Generalsekretär Curtius war am Sonntag das Vertrauen von den Chefs der Landes- und Regionalverbände entzogen worden. Curtius bot inzwischen gar indirekt seinen Abschied an, Keller hat sich noch nicht klar geäußert, bat um Bedenkzeit.

Vieles liegt noch im Unklaren

Treten beide (oder einer) nicht zurück, wird es spannend. Dann müsste der DFB-Vorstand entscheiden. Ein Mammutgremium mit den 15 Mitgliedern des DFB-Präsidiums, den 21 Vertretern der Landesverbände, den fünf Präsidenten der Regionalverbände und zwölf Mitgliedern der DFL. Welche Entscheidung der Vorstand treffen würde, wagt aktuell niemand zu prognostizieren. Sollte es tatsächlich zum Showdown kommen, dürfte Koch voraussichtlich nicht als der große Sieger aus der Posse hervorgehen, als der er im Moment innerhalb der Funktionärsriege gilt.

Kommmentar zum Thema:
Koch ist im Moment der mächtigste Mann im DFB - wieder einmal

drm

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