Regionalliga

Wübbenhorst legt in Lotte los: "Egal, ob sie Imke oder Thomas heißt"

Trainerin soll als "Entwicklerin" agieren

Wübbenhorst legt in Lotte los: "Egal, ob sie Imke oder Thomas heißt"

Imke Wübbenhorst

Klare Ansagen: Trainerin Imke Wübbenhorst. imago images

Klare Ansagen peitschten durch das Hambrink-Stadion, Imke Wübbenhorst war sofort in ihrem Element. "Genauigkeit vor Schnelligkeit", rief sie beim Start ihres Regionalliga-Abenteuers als Trainerin der Sportfreunde Lotte: "Weiter geht's, Jungs!"

Im schwarzen Dress leitete sie die erste Einheit bei ihrem neuen Klub. "Man ist voll motiviert, weil man endlich wieder das machen darf, was man liebt", sagte Wübbenhorst: "Und auch die Jungs machen wieder das, was sie lieben. In den ersten sechs Minuten ging es so zur Sache, da hab ich gedacht: Puh, vielleicht hätten wir heute doch 'nen Physio gebraucht."

Im April hatte sie einen Vertrag bis Sommer 2022 in Lotte unterschrieben, doch dann machte ihr die Coronakrise erst einmal einen Strich durch die Rechnung. Jetzt kann Wübbenhorst, nach Ex-Nationalspielerin Inka Grings zweite Trainerin in der vierthöchsten Männer-Spielklasse, endlich loslegen. Die neue Saison soll nach jetziger Planung am 5. September beginnen.

Wübbenhorst hofft "noch auf sieben Neuzugänge mittleren Alters"

Sie solle als "Entwicklerin" agieren, so die Erwartung von Leiter Lizenzspieler Daniel Körber. Es gelte, die neue Mischung im Kader nach dem noch laufenden Umbruch so zu fördern, dass die Sportfreunde wieder eine "dominante Rolle" in der Regionalliga West spielen können. Allerdings stehen ihr momentan erst 15 Spieler mit einem Durchschnittsalter von 22,2 Jahren zur Verfügung. "Das ist zu jung, um eine ernsthafte Gefahr für die Aufstiegskandidaten zu sein", sagte Wübbenhorst: "Das wollen wir aber schon sein. Deshalb hoffe ich noch auf sieben Neuzugänge mittleren Alters."

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Ihre Spieler trauen Wübbenhorst die Rolle als Entwicklerin jedenfalls zu. "Der Mannschaft ist es egal, ob sie Imke oder Thomas heißt", sagte der 29 Jahre alte Verteidiger Alexander Langlitz. "Die Spieler, die ich heute auf dem Platz hatte, haben sich bewusst für mich entschieden", sagte Wübbenhorst: "Ich wurde denen ja nicht vorgesetzt." Sie habe die Akteure im Gespräch überzeugt, ihnen Videos von ihren Vorstellungen gezeigt.

Wübbenhorst weiß genau, was sie will. Daran ließ sie schon bei ihrer aufsehenerregenden ersten Station beim Oberligisten BV Cloppenburg keinen Zweifel. Nach der Trennung 2019 ließ sie sich von ihrem Beruf als verbeamtete Gymnasiallehrerin beurlauben, kündigte die Wohnung und nistete sich bei Freunden ein, um die DFB-Fußballlehrer-Ausbildung zu finanzieren. Die Prüfungen hat sie im Juni absolviert. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor, aber Wübbenhorst hat ein gutes Gefühl.

cfl/sid/dpa