Olympia

IOC-Präsident Thomas Bach zur Entscheidung über die Spiele in Tokio

IOC-Präsident verteidigt sich gegen Kritik

Bach: Entscheidung über Verlegung "nicht aus dem Bauch heraus"

Dr. Thomas Bach

Hat die Entscheidung über eine Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio zu lange gedauert? Thomas Bach bestreitet das. Getty Images

Die Tatsachen sprächen dagegen eine andere Sprache, denn: "Es ist uns gelungen, binnen drei Tagen Olympische Spiele zu verschieben und sechs Tage später einen neuen Termin zu präsentieren. Das spricht für sich."

Bach und das IOC waren von verschiedenen Seiten in die Kritik geraten. Bei der Entscheidung über die Verlegung der Olympischen Spiele sollen sie zu zögerlich agiert haben. Der 66-Jährige äußert aber Verständnis für kritische Stimmen aus den Reihen der Athleten: "Als Verantwortungsträger darf man in solchen emotionalen Situationen aber nicht aus dem Bauchgefühl heraus entscheiden, schließlich geht es um das langfristige Überleben der Olympischen Spiele und um das Kulturgut Olympische Spiele."

Kurzfristig wäre nur eine Absage möglich gewesen. In den gemeinsamen Telefonkonferenzen hätte kein Athletenvertreter dies verlangt. Zudem verweist Bach darauf, dass das IOC gegen eine komplette Absage versichert gewesen sei, nicht aber gegen die Kosten eine Verlegung. Für eine Verschiebung brauche es aber die Zustimmung des Organisationskomitees, das bereit sein müsse, ein Jahr länger zu arbeiten. Auch die japanische Regierung musste bereit sein, die Vorbereitungen weiterhin zu unterstützen.

Laut Bach habe das IOC nach dem Erhalt neuer Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO die Spiele zwei Tage früher verlegen wollen als dies letztendlich passiert sei. "Dass unsere japanischen Freunde auf die Idee einer Verschiebung, die wir noch am 22. März in den Raum gestellt haben, nicht innerhalb einer Stunde mit ja oder nein antworten können, ist bei der Größenordnung von Olympischen Spielen selbstverständlich", so Bach.

sam/sid