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Toyota-Tochter Kinto: Marke für die mobile Zukunft

Neue Mobilitätsmarke - Von Carsharing bis Auto-Abo -Start im April

Toyota-Tochter Kinto: Marke für die mobile Zukunft

Toyota Camry

Toyota-Mobilitätsmarke Kinto: Ein Baustein ist das Auto-Abo "Kinto Flex". Toyota

Die Zukunft der Mobilität ist schön. Keine schwarzen Abgasschwaden verfinstern die Innenstädte, stattdessen schweben glückliche Menschen durch begrünte Innenstädte, die Füße verankert in blütenweißen Wolken.

So zumindest malt es ein Film aus, mit dem Toyota seine neue Mobilitätsmarke Kinto annonciert. Der Name Kinto leitet sich vom japanischen Wort "Kintoun" ab - einer Überschallwolke, die sich in der japanischen Zeichentrickserie "Dragonball Z" jenen Protagonisten andient, die ein vorbildlich reines Herz besitzen.

Ansatzweise so soll es auch dem mobilen Menschen von morgen ergehen, der sich nicht immer ein eigenes Auto leisten kann oder will. Auf Abruf, so der Plan, steht ihm das jeweils passende Verkehrsmittel zur Verfügung, ebenso schnell wie unkompliziert.

Von Wolken ist dabei freilich nicht die Rede, die Transportmedien bleiben schön auf dem Boden und sind mit Rädern ausgestattet. In Japan gibt es Kinto bereits, neu ist, dass die Services jetzt ausgebaut und auf zahlreiche weitere Länder erweitert werden.

Full-Service-Leasing: Kinto One

Das Paket beruht auf verschiedenen Säulen. Die erste nennt sich "Kinto One" und meint ein Leasingangebot mit Full-Service-Charakter. Kunden können dabei ein Toyota- oder Lexus-Modell über mehrere Jahre hinweg nutzen, die Kosten für Service und Versicherung sind dann bereits abgedeckt. Zum 1. April geht Toyota mit "Kinto One" in Deutschland an den Start.

Die zweite Säule nennt sich "Kinto Share" und ersetzt Toyotas Carsharing-Dienst "Yuko", der bereits in Städten wie Dublin oder Kopenhagen betrieben wird. Kunden können hier auf die Hybridmodelle der Japaner zugreifen. Neben privaten "Car-Sharern" hat man künftig auch Firmen im Visier. Sie könnten einen Pool aus Carsharing-Fahrzeugen bereitstellen, aus dem sich die Mitarbeiter bedienen können, eventuell auch über die eigentliche Arbeitszeit hinaus.

Toyota e-Palette

Ultimative Ausbaustufe: Mitfahrdienst mit autononomen Shuttles wie Toyotas e-Palette. Toyota

"Kinto Flex" nennt sich wiederum ein Auto-Abonnement, wie man es bereits von Volvo (Care by Volvo), Cluno oder Vive La Car kennt. Solche Auto-Abos sind Zwischenlösungen aus Carsharing und Leasing; Rundum-Sorglos-Pakete mithin, bei denen der Kunde eine Monatsmiete bezahlt und damit sämtliche Kosten von der Wartung über die Versicherung und die Steuern bis hin zum TÜV begleicht. Nur der Sprit muss noch extra bezahlt werden. "Kinto Flex" lässt Spielraum für verschiedene Angebote: Denkbar ist, dass der Kunde für den Sommer einen Sportwagen bucht und im Winter auf ein SUV umsteigt, aber auch, dass er unter der Woche ein Vernunft-Auto fährt und sich fürs Wochenende ein Spaßmobil holt. Oder dass er während der Mietdauer grundsätzlich immer wieder das Fahrzeug wechselt. "Wir hoffen, bis zum Jahresende zwei Systeme identifiziert haben, die Sinn machen", sagt Patrizia Niehaus, General Manager Mobility bei Toyota Financial Services.

Reduzierter CO2-Footprint

"Kinto Join" ist - ähnlich wie teilweise auch "Kinto Share" - ein Programm, das sich an Firmen richtet. Im Rahmen eines geschlossenen Systems werden Mitfahrgelegenheiten unter den Angestellten organisiert. Dies soll den CO2-Fußabdruck der Mitarbeiter reduzieren und lästige Parkplatzprobleme lösen. Andererseits kann "Join" aber auch dazu beitragen, dass Arbeitnehmer in Ländern bzw. Regionen ohne ein funktionierendes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln zuverlässig an ihren Arbeitsplatz kommen. Geld in die Toyota-Kassen wird durch den Verkauf der entsprechenden Software gespült. In einer fernen Zukunft könnten autonome Shuttles wie der Toyota e-Palette den Personentransport übernehmen.

Als weiteren Baustein seines Kinto-Programms entwickelt Toyota derzeit noch "Kinto Ride", einen öffentlichen Mitfahrdienst á la Uber, der sich dereinst ebenfalls autonomer Autos bedienen könnte.

Ulla Ellmer