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Räumen für die Radler

Winterdienst auf Radwegen - Vorbild Niederlande

Räumen für die Radler

Radfahren im Schnee

Extremfall: So durch den Schnee zu stauben macht in der Freizeit Spaß - im Alltag wollen das aber die wenigsten Radler tun. cosmicsports/pd-f

Radfahren rund ums Jahr tut nicht nur dem Klima gut, sondern auch dem eigenen Körper. Die Bewegung an der frischen Luft stärkt das Immunsystem, hält den Kreislauf in Schwung und bewahrt davor, in ein Konditions-Loch zu fallen. Dennoch lassen 61 Prozent der Deutschen im Winter das Fahrrad lieber stehen. So hat es eine Umfrage des ADAC unter 4000 Personen ergeben. Ursächlich für die Radl-Abstinenz sind in erster Linie niedrige Temperaturen, aber auch Schnee und Matsch.

Potenzial für mehr Radverkehr

"Unsere Umfrage zeigt ein großes Potenzial für mehr Radverkehr im Winter", sagt Stefan Gerwens, Leiter des Ressorts Verkehr im ADAC. Voraussetzung dafür sei allerdings ein verstärkter Winterdienst.

Dafür plädiert auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC). "Die oft gesehene Praxis von Straßenmeistereien, Schnee und Laubhaufen auf Rad- und Fußwege zu räumen, ist vollkommen inakzeptabel", klagt ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork. "Wenn Deutschland ein Fahrradland werden will, dann müssen wir auch diesen Spieß umdrehen".

Tatsächlich werden Radwege oft stiefmütterlich behandelt, wenn es an und ums Räumen geht. Zwar unterliegen die Kommunen einer Schneeräumpflicht. Diese gilt allerdings nur auf innerörtlichen Radwegen und nur nachrangig sowie nach Bedarf. Eine Streupflicht besteht laut ADAC lediglich auf verkehrswichtigen und gefährlichen Abschnitten wie dem städtischen Hauptradwegenetz, auf Radschnellwegen und Fahrradstraßen.

Ausweichen auf die Fahrbahn

Rein rechtlich dürfen Radfahrer von nicht geräumten Radwegen zwar auf die Fahrbahn ausweichen, fühlen sich dort aber häufig vom Autoverkehr bedroht.

Als Vorbild führt der ADFC die Niederlande an, wo die "prioritäre Räumung von Rad- und Gehwegen schon Standard" sei.

Wenn es um Klimaschutz geht, ist das vor allem außerorts ein wichtiges Thema, wie die ADAC-Umfrage zeigt: Während winterscheue Radler in der Stadt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, weichen - wenig überraschend - Landbewohner in der kalten Jahreszeit lieber aufs Auto aus.

Ulla Ellmer