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Pannewitz und Techand: Fair-Play gezeigt, Elfmeter verweigert

Schiedsrichter umgestimmt

Pannewitz und Techand: Fair-Play gezeigt, Elfmeter verweigert

Kevin Pannewitz kickte bis Januar 2019 noch für Carl Zeiss Jena, inzwischen läuft er in der Berliner Kreisliga für den FC Amed auf. imago

In Niedersachsen war die Lüneburger Bezirksliga 1 schon im September Schauplatz einer vorbildlichen Fair-Play-Geste. 1:0 lag der SV Küsten gegen den VfL Breese-Langendorf vorne, als der 36-jährige Küstener Benjamin Techand mit seiner Ehrlichkeit eine klarere Führung für sein Team verhinderte. "In der 31.Minute spielte der SV Küsten einen langen Ball auf Stürmer Benjamin Techand. Dieser nahm ihn an, lief auf den Torwart zu und legte den Ball an ihm vorbei. Als der Torwart versuchte, den Ball zu spielen, kam Techand zu Fall. Aufgrund eines vermeintlichen Kontaktes unterbrach ich das Spiel und endschied auf Strafstoß. Nach dem Pfiff kam Benjamin Techand zu mir und erklärte, dass kein Kontakt bestanden habe und kein strafstoßwürdiges Foul vorlag. Daraufhin setzte ich das Spiel mit Schiedsrichterball fort", schilderte der leitende Unparteiische Tim Vogeler in seinem Bericht die Szene. Zumindest sportlich ging Techands Team am Ende leer aus: Das Spiel endete mit 3:1 für den Gegner.

Aber sowohl Schiri Vogeler als auch der Vorsitzendendes des VfL Breese-Langendorf, Andreas Stahlbock, meldeten den Vorfall der Jury des NFV-Wettbewerbs "Faire Geste des Monats". Diese vergab die Septemberauszeichnung an Techand. Der Angreifer, so der Verband, habe sich gerührt gezeigt, habe aber auch betont, dass er sein Verhalten für völlig normal halte.

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Auch Pannewitz korrigiert den Schiedsrichter

Diesen Satz kann sicher auch Kevin Pannewitz unterstreichen, der am Wochenende in der Berliner Kreisliga A seinen Fair-Play-Gedanken unter Beweis stellte. Der 28-jährige Ex-Profi, der in Deutschland einst als große Nachwuchshoffnung galt, betreibt nach Stationen beim VfL Wolfsburg und Hansa Rostock den Fußball inzwischen nur mehr als Hobby. Beim Stand von 1:1 zog Pannewitz an seinem Gegenspieler vorbei und sank zu Boden. Der Schiedsrichter gab Elfmeter, nahm seinen Pfiff aber schnell zurück, nachdem Pannewitz ihm gegenüber umgehend zu Protokoll gegeben hatte, dass es keine Berührung gab.

Nach Ende der Partie, die dennoch 3:1 für den damit ungeschlagenen Herbstmeister FC Amed endete, ließ der gebürtige Berliner Pannewitz im Interview auch durchblicken, dass es für ihn inzwischen wichtigere Dinge gibt als nur drei Punkte: "Ich bin einfach hier, um ein bisschen zu kicken, um Spaß zu haben."

jam

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