Der Hoffenheimer über Fitness, seine Rolle in der U21 und TSG-Coach Schreuder

Geiger: "Dann werde ich mich in beiden Teams durchsetzen"

Dennis Geiger von der TSG Hoffenheim brennt auf seinen Einsatz gegen Belgien.

Dennis Geiger von der TSG Hoffenheim brennt auf seinen Einsatz gegen Belgien. imago images

Der Schwerpunkt liegt auf der Trainingsarbeit, dem Einstudieren von bisher noch ausbaufähigen Abläufen auf dem Rasen. Seit Montag weilt Trainer Stefan Kuntz mit seiner aktuellen U-21-Auswahl in Freiburg, wo am Sonntag (16 Uhr) das EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien steigt - die einzige Partie in dieser Länderspielphase. Das Ziel ist klar: Mit dem dritten Sieg in der dritten Partie die Tabellenführung in Gruppe 9 ausbauen.

Geiger, der nach Kapitän Johannes Eggestein (37) mit 34 die zweitmeisten Bundesliga-Einsätze im Kreise der U21 vorzuweisen hat, will dabei wieder aktiv mitmischen. Bislang hat er erst eine Halbzeit für die älteste DFB-Juniorenauswahl absolviert, im September, beim 2:0-Testsieg gegen Griechenland. Vor dem anschließenden Quali-Auftakt in Wales (5:1) war er krank abgereist. Im Oktober musste er gar vor dem ersten Spiel wegen muskulärer Beschwerden im Oberschenkel das DFB-Quartier wieder verlassen.

Jetzt brennt Geiger auf seinen Einsatz gegen Belgien und sprach mit dem kicker über...

... seinen Fitnesszustand, nachdem er vergangenen Freitag angeschlagen im Hoffenheimer Kader beim 2:1-Sieg in Köln gefehlt hatte: "Ich habe letzte Woche Mittwoch im Training einen Schlag auf die Wade bekommen, dann am Donnerstag wieder probiert zu trainieren, doch es ging nicht, weshalb ich auch nicht mit nach Köln gefahren bin. Jetzt ist alles wieder okay, am Dienstag bin ich bei der U21 in Freiburg wieder ins Training eingestiegen."

... seine Ziele und seine Rolle bei der neu formierten U21-Auswahl: "Ich hatte schon schlimmere Zeiten, besonders im Jahr 2018 und in der vergangenen Rückrunde, als ich wegen einer Oberschenkelverletzung und dann wegen einer Leisten-OP lange ausgefallen bin. Jetzt freue ich mich sehr auf Sonntag, um endlich mal gesund bei der U21 spielen und der Mannschaft helfen zu können. Ich will es mal wieder genießen können, für den DFB zu spielen. Mein klares Ziel ist es, mit Egge (Kapitän Johannes Eggestein, Anm. d. Red.) und einigen anderen erfahreneren Jungs vorneweg zu gehen, Verantwortung zu übernehmen und die Mannschaft mit anzuführen."

... die Hierarchie bei den ältesten DFB-Junioren: "Wir sind alle gleich alt, da kann jeder vorneweg gehen und was sagen, die ganze Mannschaft ist gefragt. Trotzdem haben Egge, Ridle Baku oder auch ich schon einige Bundesliga-Spiele gemacht und sollten durch diese Erfahrung vorangehen, gerade, wenn es mal nicht so gut laufen sollte."

... seine Lieblingsposition: "Am wohlsten fühle ich mich auf der Sechs, wenn ich das Spiel größtenteils vor mir habe. Das weiß auch jeder in Hoffenheim und bei der U21. Ich habe aber auch kein Problem, als Achter zu spielen, das macht auch keinen allzu großen Unterschied."

... seine Spielanteile in Hoffenheim, wo er an den ersten acht Spieltagen in der Startelf stand und zuletzt in drei Partien einmal fehlte, einmal auf der Bank blieb und einmal als Joker kam: "Nach einer so langen Verletzungspause bin ich relativ zufrieden mit meiner Spielzeit und dem Trainer dankbar, dass er von Anfang an auf mich gesetzt hat. In der Länderspielphase im Oktober war ich verletzt, danach mal eine Woche krank und zuletzt angeschlagen. Außerdem hat es die Mannschaft sehr gut gemacht, da hatte der Trainer wenig Grund zu wechseln. Wir sind als Team in einer sehr guten Phase. Ich hoffe, es geht so weiter und dass ich nach dem Länderspiel auch im Verein wieder voll angreifen kann."

... die Ziele mit der TSG nach zuletzt fünf Ligasiegen in Folge: "Der Zehnte hat aktuell nur drei Punkte Rückstand auf uns auf Platz fünf, die Liga ist also sehr eng, jeder kann gegen jeden gewinnen - aber auch verlieren. Wir sollten weiterhin in jedem Spiel 100 Prozent unseres Leistungsvermögens abrufen und jetzt nicht anfangen zu sagen, wir wollen in die Europa oder in die Champions League. Wir haben zu Beginn der Saison ja schon erlebt, dass wir nicht so viele Punkte holen, wenn wir nicht voll da sind."

... den Spielstil des neues Hoffenheimer Cheftrainers Alfred Schreuder: "Sein Stil tut der Mannschaft und auch mir gut. Wir wollen oft den Ball und mit wenig Kontakten den Gegner laufen lassen. Wenn wir den Ball verlieren, kommen wir direkt ins Gegenpressing. Und defensiv stehen wir bisher deutlich besser als letzte Saison, das ist sicher ein Verdienst von Alfred."

... die Konkurrenzsituation im zentralen Mittelfeld bei der U21 und im Verein: "Konkurrenz gibt es überall im Sport. Das ist auch gut so, sonst kommt man selbst nicht weiter. Für mich macht es dabei keinen Unterschied, ob die Konkurrenten gleich alt oder ein paar Jahre älter sind. Nur die Leistung zählt. Jeder hat natürlich den Anspruch zu spielen, aber ich werde mein Bestes geben und mich den Trainern anbieten, hier bei der U21 und im Verein. Dann werde ich mich in beiden Teams auch durchsetzen."

Carsten Schröter-Lorenz