Viertligist hält sich erfolgreich von der Abstiegszone fern

Zobel über Lüneburgs Saison: "Nicht erstaunlich, eine Sensation!"

Rainer Zobel

Rainer Zobel ist mittlerweile als Teamchef beim Lüneburger SK tätig. imago images

Erst durch zwei Siege in der Relegation gegen Oberligist Eintracht Northeim (1:0, 2:0) schaffte der LSK im vergangenen Sommer überhaupt den Verbleib in der Regionalliga. Inzwischen bestreitet der Verein seine sechste Saison in Serie in der Nordstaffel - und die laufende Spielzeit scheint dazu beitragen zu können, dass sich der Klub vor den Toren Hamburgs fester etabliert: Elf Punkte ist der Relegationsplatz entfernt, mit 26 Zählern auf dem Konto bewegt sich der LSK im gesicherten Mittelfeld der Tabelle.

Wir brauchen erst einmal anständige Trainingsbedingungen.

Rainer Zobel

Auch eine kleine Durststrecke von drei Punktspiel-Niederlagen in Serie und dem bitteren Landespokal-Aus in Havelse konnten den LSK nicht aus der Bahn werfen. Mit einem 1:0-Sieg gegen Bremen II fand das Team von Cheftrainer Quendrim Xhafolli am vergangenen Spieltag wieder in die Spur - sehr zur Freude von Xhafollis Vorgänger Rainer Zobel, der dem aufstrebenden Trainertalent und bisherigen Assistenten nach der vergangenen Saison die volle Verantwortung übertragen und sich ins Management zurückgezogen hat. "Es ist nicht nur erstaunlich, es ist eine Sensation", wird Zobl auf der Website des Norddeutschen Fußball-Verbands zitiert.

Der 71-Jährige, der als Spieler für Hannover 96 und Bayern München 246-mal in der Bundesliga auflief, später seine aktive Karriere in Lüneburg beendete und im Anschluss als Trainer bei Traditionsvereinen wie Kaiserslautern, Nürnberg und den Stuttgarter Kickers aktiv war, wagt sogar einen kleinen Blick nach oben - schließlich ist Flensburg, das die Verfolgergruppe von Spitzenreiter Wolfsburg II und Lübeck anführt, gerade einmal sechs Punkte entfernt: "Der Abstand ist nicht so groß." Von gestiegenen Ansprüchen kann zwar keine Rede sein, schließlich zählt nur das Polster auf die Abstiegszone, doch angesichts der Bedingungen, unter denen sich der Viertligist behauptet, ist die Erleichterung groß.

Stadion und Training: Die Infrastruktur bleibt ein Dauerthema

Schließlich verfügt der Verein noch immer nicht über ein einigermaßen professionelles Umfeld, geschweige denn über ein eigenes Stadion. "Wir brauchen erst einmal anständige Trainingsbedingungen", so Zobel. Momentan bereitet sich die Mannschaft im Stadtteil Goseburg auf die Partien vor. Auf dem Gelände des TuS Neetze außerhalb der Stadt finden die Heimspiele statt. "Wir sind willkommen und begeistert, wie wir aufgenommen wurden", freut sich Zobel. "Und wir haben unseren Zuschauerschnitt auf rund 700 gesteigert."

Was womöglich auch zur neuen Heimstärke beiträgt. Landete Lüneburg in der Vorsaison insgesamt nur sieben Siege und holte 24 Punkte in Heimspielen, sind es in dieser Saison nach neun Partien vor "heimischer" Kulisse schon sechs Siege und 20 Zähler.

Trotzdem soll die Ausweichstätte in Neetze nur eine Interimslösung bleiben. Über ein Stadion wird immer wieder diskutiert - und mit einer weiteren erfolgreichen Saison und dem Klassenerhalt steigen vielleicht die Chancen.

pau