Fan-Ausschluss: Die UEFA berät am 13. November

Eintracht hofft auf Aufhebung der Sperre beim FC Arsenal

Eintracht Frankfurt

Dürfen gegen den FC Arsenal doch Eintracht-Fans anwesend sein? imago images

Seit den Ausschreitungen rund um das Auswärtsspiel bei Lazio Rom am 13. Dezember 2018 befanden sich die Fans der Eintracht auf Bewährung. Nach den Vorkommnissen beim Spiel in Mailand am 14. März 2019, wo neben Pyrotechnik auch Leuchtspuren gezündet wurden, verlängerte die UEFA die Bewährungszeit für den für ein Auswärtsspiel verhängten Fan-Ausschluss von zwei auf drei Jahre. "Wir können uns glücklich schätzen, dass man uns noch diese letzte Chance gelassen hat. Ich habe die große Hoffnung, dass nun jeder begriffen hat, wie mit dieser Verantwortung umzugehen sein wird", sagte Vorstand Axel Hellmann seinerzeit in einer Vereinsmitteilung.

Wieder Probleme: Auch in Guimares gab es Vorfälle

Beim Spiel in Guimaraes am 3. Oktober zeigte sich, dass es nicht jeder verstanden hat. Die beiden Fanlager beließen es nicht bei Provokationen, sondern bewarfen sich gegenseitig mit Sitzschalen. Am 17. Oktober widerrief die UEFA erwartungsgemäß die Bewährung und sanktionierte die Eintracht zusätzlich mit einem Fan-Ausschluss für das Spiel in London. Guimaraes kam hingegen mit einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro davon, obwohl Anhänger der Portugiesen nicht nur Sitzschalen warfen, sondern auch Pyrotechnik abbrannten. Nach dem 2:1-Sieg gegen Lüttich am 24. Oktober kündigte Hellmann an, dass die Eintracht bei der UEFA Einspruch gegen den Fan-Ausschluss für das Spiel bei Arsenal einlegen wird.

Allzu große Chancen rechnen sich die Verantwortlichen zwar nicht aus. Doch die UEFA wird begründen müssen, warum sie für vergleichbare Vergehen einen Klub lediglich mit einer Geldstrafe belegt, einen anderen aber mit einem Fan-Ausschluss bestraft. Damit ist wohlgemerkt nicht die Partie in Lüttich gemeint, der Ausschluss für dieses Spiel ist aufgrund der Bewährung logisch und folgerichtig. Die Sperre für die Partie in London am 28. November ist indes nicht auf die Bewährung zurückzuführen, da diese stets nur ein Spiel umfasste. Sollte die UEFA am kommenden Mittwoch ihre Entscheidung überraschend revidieren, bliebe der Eintracht noch genügend Zeit für die Ticketabwicklung.

Lüttich sperrt das gesamte Stadtgebiet

Derweil ist in Lüttich nicht nur das Stadion, sondern das gesamte Stadtgebiet bis Freitagmittag Sperrgebiet für die Frankfurter Fans. Eine entsprechende Verbotsverfügung ließ die Stadt Lüttich der Eintracht über das Polizeipräsidium Frankfurt zukommen. Laut Eintracht sei der Erlass bereits am 18. Oktober ausgestellt worden. Damit reagierte die Stadt Lüttich umgehend auf die am 17. Oktober verhängte Sanktion der UEFA.

Hellmann moniert in einer Pressemitteilung: "Die Verfügung ist in Form, Inhalt und Veröffentlichung unklar und zum Teil widersprüchlich. Nicht erst seit Marseille ist uns diese zweifelhafte Verfügungspraxis aus vereinzelten Rechtsräumen bekannt. Pauschale und unbestimmte Aufenthaltsverbote für ganze Städte aus dem bloßen Anlass eines Fußballspiels ohne konkrete Gefährdungslage zu verhängen, ist rechtlich hochgradig fragwürdig und mit unserer Auffassung von einem gemeinsamen Europäischen Rechtsverständnis völlig unvereinbar", so der Vorstand. "Es besteht in der Kürze der Zeit nur keine juristische Handhabe gegen diese Maßnahme, so dass uns in Rücksprache mit unseren belgischen Rechtsexperten nur bleibt, allen Anhängern zu raten, der Verfügung zu entsprechen. Wer das Spiel oder die Stadt dennoch besucht, läuft Gefahr, abgewiesen zu werden und den Heimweg antreten zu müssen."

Julian Franzke