EM-Qualifikation am Freitag: Gruppe A, B und H im Einsatz

Überraschung: Tschechien schlägt England - Cristiano Ronaldo nun bei 699

Harry Kane

Zu früh gefreut: Englands Mister Zuverlässig Harry Kane traf zwar früh, ging am Ende in Tschechien aber baden. imago images

Gruppe A: Kanes Frühstart reicht England bei weitem nicht

Einen Start nach Maß erwischte England am Freitagabend beim Topspiel der Gruppe A: Im tschechischen Sinobo Stadium zu Prag waren gerade einmal fünf Minuten gespielt, da stellte Masopust Gegenspieler Sterling ein Bein und Kapitän Kane traf vom Punkt. Lange hielt das 1:0 für die Three Lions gegen den nur drei Punkte schwächeren Quali-Konkurrenten aber nicht: Nach einer Ecke nickte die Abwehr der Briten kurz weg, sodass Brabec aus nächster Nähe halb mit dem Knie zum Ausgleich einschoss (9.). Das sollte zugleich der Halbzeitstand gewesen sein - aber auch nur, weil Schick oder auch Masopust verzogen.

Insgesamt kam von den klar favorisierten Engländern viel zu wenig, besonders offensiv herrschte gähnende Ideenarmut. Die Hausherren um den Berliner Darida dagegen suchten geduldig wie auch mit Nachdruck Möglichkeiten für den Coup - und fanden sie: Masopust entwischte der Verteidigung, legte von der Grundlinie perfekt zurück zum völlig freistehenden Ondrasek, der wiederum humorlos einschoss (85.). Den knappen Vorsprung brachten Schick & Co. dann auch über die Zeit, stornierten den Three Lions (erste Niederlage nach zuvor 43 Quali-Partien ohne Pleite) das vorzeitige EM-Ticket und stehen selbst ab sofort mit zwölf Zählern punktgleich mit dem Tabellenführer auf Rang zwei.

Im Parallelspiel dieser Staffel kam es noch zum Aufeinandertreffen der beiden Schlusslichter Montenegro und Bulgarien (jeweils zwei Punkte), die sich mit einer Nullnummer trennten. Das noch auf ein Ticket hoffende Kosovo (acht Punkte) war derweil spielfrei.

Gruppe B: Cristiano Ronaldo fehlt noch ein Tor

Cristiano Ronaldo

Cristiano Ronaldo nimmersatt: Portugals Kapitän steht ab sofort bei ganzen 699 Toren auf Profi-Ebene. imago images

Eine waschechte Pflichtaufgabe hatte Portugal vor der Brust. Der Europameister und Nations-League-Sieger duellierte sich mit Außenseiter Luxemburg - und kam nach 45 Minuten nur zu einem mageren 1:0-Zwischenstand. Bernardo Silva traf nach einem sehenswerten Vorstoß zum 1:0 (16.). Ansonsten lief insgesamt zu wenig zusammen. Nach dem Seitenwechsel erhöhte der immer wieder antreibende und gewohnt schussfreudige Cristiano Ronaldo auf 2:0, indem der Juve-Profi nach einem krassen Chanot-Bock davoneilte, von der linken Strafraumkante weltklasse über Keeper Moris hinweg ins Gehäuse lupfte und mit einem breiten Grinsen samt seines typischen Jubelsprungs feiernd abdrehte.

Der 34-jährige Star traf damit zum neunten Mal aus den jüngsten fünf Länderspielen, er erzielte somit zugleich seinen 699. Treffer im Profi-Bereich (605 auf Vereinsebene für Sporting Lissabon, Manchester United, Real Madrid und Juventus Turin plus aktuell 94 Treffer für die Seleçao).

Das Weiterkommen sicherten sich Kapitän CR7, Bernardo Silva & Co. damit aber noch nicht. Denn es bleibt weiterhin spannend in der Gruppe - schließlich liegt Portugal weiterhin nur auf Rang zwei vor Verfolger Serbien und hinter Spitzenreiter Ukraine. Die Nation um den ehemaligen Dortmunder Yarmolenko besiegte an diesem Spieltag Litauen mit 2:0. Dabei traf Malinovskiy zweimal (29. und 58.).

Gruppe H: Griezmann-Fall, Elfmeter, 1:0

Gespielt wurde auch noch innerhalb der mit sechs Nationen bestückten Staffel H, wo es beim Duell zwischen Andorra und Moldawien (1:0) nur um das Aufhübschen der eigenen Bilanzen ging (ab sofort jeweils drei Zähler auf dem Konto). Mehr Spannung geboten war da schon in der Türkei, wo sich Albanien umsah - und mit einem Sieg Platz eins ins Visier nehmen wollte.

Allerdings gelang dieses Unterfangen nicht ganz - obwohl die Hausherren in einer umkämpften und lange zähen Partie spät in Minute 90 durch den früheren Frankfurter Tosun das 1:0 markierten. Denn: Der amtierende Weltmeister Frankreich notierte in Island ebenfalls ein 1:0, nachdem Griezmann nach einem klaren Treffer etwas verzögert zu Boden ging und im Anschluss Giroud eiskalt vom Punkt traf (66.). Von den "Wikingern" kam in der Folge nichts mehr, vielmehr ließ die Grande Nation gleich mehrmals das 2:0 liegen - und ist genauso wie die Türkei (je 18 Punkte) voll auf EM-Kurs.

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