Liverpool-Coach behauptet sich gegen Pochettino und Guardiola

Die Ankunft auf dem Olymp: Klopp ist Welttrainer

Jürgen Klopp

Große Ehre: Jürgen Klopp in Mailand. Getty Images

Es war die pure Gelassenheit, die Jürgen Klopp in diesem Augenblick vorlebte. Die vergangenen sechs Endspiele mit dem FC Liverpool und Borussia Dortmund hatte er allesamt verloren, nun stand also das nächste Finale an, und es ging um nicht weniger als den Champions-League-Titel, den bedeutendsten Pokal des Klubfußballs. Konnte man da nicht etwas nervös werden?

Klopp, demonstrativ entspannt, saß im Pressesaal des Madrider Stadions Wanda Metropolitano und sagte: "Wenn ich der Grund bin, dass ich sechs Endspiele in Folge verloren habe, dann sollten sich alle so langsam Sorgen machen." Aber: "Falls es nicht so ist, haben wir eine Chance." Daraufhin besiegte seine Mannschaft Tottenham Hotspur 2:0, er selbst gewann seinen ersten Pokal auf internationaler Ebene.

Klopp, einst beim 1. FSV Mainz 05 vom Spieler zum Trainer aufgestiegen, hatte die letzten Zweifel an seiner Person ausgeräumt und war auf Europas Thron angekommen - das Produkt einer steten Entwicklung.

Vor fünf Jahren noch wäre ich an der Seitenlinie komplett durchgedreht beim Finale.

Jürgen Klopp im kicker-Interview Ende August

Einige Wochen später sagte Klopp im kicker-Interview: "Vor fünf Jahren noch wäre ich an der Seitenlinie komplett durchgedreht beim Finale." Nun aber seien seine Mannschaft und er "viel reifer, erwachsener".

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Dass der Henkelpott in der vergangenen Saison der einzige Titel war, den Liverpool gewann, lag bloß daran, dass Manchester City in der Premier League 98 Punkte holte - der LFC einen weniger. Und doch: Mit der Champions-League-Trophäe ist Klopp in der Phalanx der ganz großen Trainer angekommen.

Ich habe einen unglaublichen Haufen von tollen Spielern.

Jürgen Klopp

Am Montagabend hat der 52-Jährige nun auch noch eine persönliche Auszeichnung erhalten: Klopp ist vor Mauricio Pochettino und Pep Guardiola zum Welttrainer gewählt worden. "Niemand hätte vor zwanzig, zehn, fünf oder vier Jahren gedacht, dass ich mal hier stehen würde", sagte Klopp bei der Veranstaltung in Mailand und lobte zudem Pochettino und Guardiola, die ebenfalls "unglaubliche Arbeit" geleistet hätten. Klopp hob aber auch hervor, dass "du als Trainer nur so gut sein kannst wie deine Mannschaft - und ich habe einen unglaublichen Haufen von tollen Spielern."

Klopp jetzt auch bei "Common Goal"

Abschließend nutzte der deutsche Trainer die Gelegenheit, um bekanntzugeben, dass er nun auch Mitglied bei "Common Goal" ist. Dabei handelt es sich um eine Initiative, die möglichst viele Fußballprofis dazu bewegen möchte, ein Prozent ihres Gehalts zu spenden.

Ellis wird Welttrainerin

Welttrainerin wurde übrigens Jill Ellis, die mit den USA bei der Frauen-WM abgeräumt und ihr Team zum vierten Weltmeistertitel geführt hatte.

lei

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