New York Jets greifen knallhart durch - "Opa" Vinatieri macht Fehler

Week 1 ist rum - und es gibt schon wieder Kicker-Probleme

Kaare Vedvik

Durfte seine sieben Sachen direkt wieder packen: Kaare Vedvik. imago images

Die New York Jets standen am Sonntag sehr, sehr lange als ziemlich sicherer Sieger fest. Eine klare 16:0-Führung unter anderem dank Neuzugang Le'Veon Bell sorgte für relativ gelassene Stimmung. Und doch herrschte am Ende bittere Enttäuschung, weil das Team im heimischen MetLife Stadium in East Rutherford (New Jersey) alles verspielte und am Ende mit 16:17 verlor.

Unglaublich einerseits, erklärbar andererseits. Zum Beispiel fand Quarterback Sam Darnold (175 Yards, ein Touchdown, keine Interception) nicht mehr richtig Zugang zu Anspielstationen wie Bell oder Jamison Crowder. Und dann war da noch die Sache mit Kicker Kaare Vedvik. Der 25-Jährige hatte zunächst Chancen gehabt, bei den Minnesota Vikings als Kicker und Punter angestellt zu werden, überstand aber den Cut nicht - und kam in New York unter. Im Big Apple ist seine Zeit jedoch schon wieder vorbei: Ihn ereilte nach einem vergebenen Extrapunkt und einem verschossenen Field Goal aus 45 Yards das jähe Ende, die sofortige Kündigung, der Rausschmiss.

Ist ein früherer Rams- und Packers-Kicker die Lösung?

Trainer Adam Gase hatte diesbezüglich bereits erklärt: "Was meinen sie, was ich tun soll? Wir haben nicht gut gespielt - und wir werden Wege finde, das wieder zu begradigen." Man wolle endlich wieder mit einem zuverlässigen Kicker in Spiele gehen, schließlich hatte man in jüngerer Vergangenheit auch schon Jason Myers verloren und vergebens Vertrauen in Chandler Catanzaro oder Taylor Bertolet gesetzt.

Nun soll es Sam Ficken, der schon für die Los Angeles Rams spielte, regeln. Der 26-Jährige hatte sich zuletzt bei den Green Bay Packers probiert, dort aber den Sprung an Routinier Mason Crosby (35) nicht vorbei geschafft - trotz seiner soliden Preseason-Bilanz von einem verwandelten Field Goal und fünf von fünf gesicherten Extrapunkten.

Legende Vinatieri: "Wenn nur einer dieser beiden Fehlversuche durchgeht..."

Adam Vinatieri

Geht auf die 50 zu - und hat ein neues, unliebsames Gefühl erlebt: Colts-Kicker Adam Vinatieri. imago images

Nach einer zwischenzeitlichen Aufholjagd bei den Los Angeles Chargers durchlebten an diesem Sonntag auch die Indianapolis Colts um Andrew-Luck-Nachfolger Jacoby Brissett (190 Yards, zwei Touchdowns, keine Interception) Probleme auf der Position des Kickers. Und das sicherlich äußerst ungewohnt, schließlich spielt dort der 46-jährige Dauerbrenner und viermalige Super-Bowl-Sieger Adam Vinatieri.

Der seit 1996 in der NFL und zunächst bis 2005 für die New England Patriots spielende "Opa" (173 Regular-Season-Spiele, 583 von 693 Field Goals versenkt, für 2602 Punkte zuständig) hätte mit einem gelungenen Auftritt allein den Sieg herbeiführen können bei der am Ende bitteren 24:30-Pleite in der Overtime. Tat er aber nicht: Vinatieri, der schon in der Divisional Round 2019 in Kansas City zwei Field Goals vergeben hatte, verschoss in seiner inzwischen 24-jährigen Karriere erstmals zwei Field Goals und einen Extrapunkt in einer Partie. Erst zum 18. Mal vergab er zwei oder mehr Field Goals. "Ich habe dem Team nicht geholfen", befand der Oldie offen im Anschluss. "Wenn nur einer dieser beiden Fehlversuche durchgeht, ist es ein anderes Spiel." Und wohl ein Sieg.

Lutz zeigt, wie's geht

So ein Gefühl, das Vinatieri & Co. lieber gewesen wäre, erlebten zum Beispiel die New Orleans Saints. Im Mercedes-Benz Superdome verschoss Kicker Wil Lutz zunächst kurz vor der Pause aus 56 Yards, ehe er zwei Sekunden vor Spielschluss aus 58 Yards (persönlicher Rekord) zum 30:28-Sieg vollendete.

mag

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