Sender entschuldigt sich für "technische Probleme"

Werbung und Lottozahlen statt letzte Sekunden: ARD erzürnt Handball-Fans

Filip Jicha

Nicht nur er war nach dem Topspiel in Magdeburg fassungslos: THW-Coach Filip Jicha. picture alliance

Die Spannung in Magdeburg war zum Greifen: 40 Sekunden vor Schluss trat Kiels Rechtsaußen Niclas Ekberg beim Stand von 30:32 aus Sicht der Gäste zum Siebenmeter an. Doch dann war plötzlich Fußball-Bundestrainer Joachim Löw zu sehen. Der Sender hatte in die Werbung geschaltet - und ging von dort direkt zu den Lottozahlen über. Darüber, wie das packende Topspiel ausgegangen war - der THW kassierte beim 31:32 die erste Saisonniederlage, mussten sich die ARD-Zuschauern an anderer Stelle informieren. Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken fielen erwartungsgemäß wütend aus.

Die ARD meldete sich kurz nach Spielschluss auf dem Twitter-Kanal der "Sportschau" zu Wort: "Liebe Handball-Fans! Wir bitten aufrichtig um Entschuldigung, dass Sekunden vor dem Ende des dramatischen Live-Spiels Magdeburg - Kiel offenbar aufgrund technischer Probleme in die Werbung geschaltet wurde. Wir analysieren derzeit den Fehler." Das beruhigte die Fans allerdings genauso wenig wie die Tatsache, dass der Sender die letzten zwei Minuten der Partie in seiner Mediathek "on demand" zur Verfügung stellte.

Kommentator Florian Naß hatte in der Schlussphase noch geflachst, er "ahne schon, wie die Kollegen in Hamburg bei der Tagesschau nervös werden".

ski

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