Ligue 1, 2. Spieltag

Betretene Mienen: PSG verliert in Rennes

Restlos bedient: Thiago Silva und Edinson Cavani (r.).

Restlos bedient: Thiago Silva und Edinson Cavani (r.). imago images

Dass PSG eine miserable Auswärtsbilanz hat, würde nicht jeder unbedingt denken. Aber es ist so: Saisonübergreifend hatten die Pariser vor ihrem Gastspiel in Rennes vier ihrer letzten fünf Spiele auf fremdem Platz verloren - und nun mussten sie also zum formstaken Stade Rennes (seit sechs Ligaspielen ungeschlagen).

Personell musste Thomas Tuchel noch immer auf den wechselwilligen Neymar verzichten, dafür stürmten di Maria, Cavani und Mbappé. Aus deutscher Sicht war interessant, dass Draxler spielte und Kehrer nicht. Und Draxler war es auch, der für den ersten Akzent des Spiels sorgte: Der 25-Jährige feuerte den Ball aus 18 Metern knapp neben das Tor (6.).

Ansonsten entwickelte sich ein zähes Spiel, in dem der Meister zwar bemüht war, sich gegen ein galliges Rennes aber nicht wirklich durchsetzen konnte. Die Hausherren boten nichts an - PSG tat sich enorm schwer. Erst ein katastrophaler Bock von Kapitän da Silva, der völlig ohne Not im eigenen Sechzehner quer zu Cavani (!) passte, brach den Bann. Der Uruguayer dankte und schob den Ball aus spitzem Winkel zum 1:0 ein (36.).

Niang bügelt da Silvas Bock wieder aus - PSG verpennt Start in Hälfte zwei

Die Bretonen zeigten sich von diesem Rückschlag keineswegs geschockt, vielmehr antworteten sie noch vor der Halbzeit - und wie: Niang wurde im Strafraum bedient, drehte sich geschickt um die eigene Achse und vollstreckte gekonnt in die Maschen zum 1:1 (44.).

Es sollte noch dicker für PSG kommen, denn unmittelbar nach Wiederanpfiff waren die Gäste geistig offenbar noch in der Pause, als der erst 16-jährige Camavinga aus dem rechten Halbfeld flankte, Areola mit dem Herauslaufen zögerte und Thiago Silva del Castillo ziehen ließ - 2:1 (48.).

Paris beißt sich die Zähne aus

Rennes bekam Oberwasser und machte in der Folge nicht den Fehler, sich zurückzuziehen, vielmehr spielte der Pokalsieger weiter frech und mutig mit - und hätte beinahe nachgelegt. Gelin scheiterte am Pfosten (63.).

Im weiteren Verlauf sah man zusehends immer mehr betretene Mienen auf der Pariser Bank. Die Uhr lief unerbittlich ab, PSG fehlten die Ideen und Tuchels Wechsel verpufften. Sarabia machte zwar etwas mehr Betrieb, wirkliche Torgefahr entwickelte sich dennoch nicht.

Erst in der Schlussphase, als PSG die Brechstange auspackte, musste Rennes' Schlussmann Salin zweimal eingreifen - beide Male gegen Mbappé (82./84.). Nachdem Camavinga die Vorentscheidung liegen gelassen hatte (90.+3) und sich auf der Gegenseite Cavani und Bernat gegenseitig störten (90.+4), war die Überraschung und Paris' erste Saisonpleite perfekt.

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PSG pennt und beißt sich an Rennes die Zähne aus

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