Ein Kommentar von kicker-Chefredakteur Rainer Franzke

Kandidat Keller steht für Glaubwürdigkeit

Fritz Keller

Eine gute Wahl: Freiburgs Präsident Fritz Keller wurde von der Findungskommission als neuer DFB-Präsident vorgeschlagen. imago images

Als Präsident des SC Freiburg lebt Keller genau das vor, was der DFB von seinem neuen Präsidenten erwartet. Der "Winzer des Jahres 2018" ist finanziell unabhängig, hat große Erfahrung im Fußball und ein großes Herz für den Fußball. Seit 2010 hat er als Präsident des SC Freiburg maßgeblich neue Strukturen auf den Weg gebracht, mit Ausdauer und politischem Geschick den Bau eines neuen Stadions auf den Weg gebracht. Vor wenigen Tagen erfolgte die Grundsteinlegung, innerhalb von 18 Monaten soll die Arena in Freiburg schlüsselfertig sein.

Er ist der oberste Repräsentant des SCF, das operative (Fußball-) Geschäft hat der Winzer, international renommierte Weinhändler, Gastronom und Hotelier in die Hände junger und erfolgreicher Manager gelegt. Auch der künftige Präsident des DFB soll "nur" der "oberste Repräsentant" des weltgrößten Sportfachverbandes sein - Keller lebt diese Rolle in Freiburg seit fast einem Jahrzehnt vor - als kluger Moderator.

Als DFL-Aufsichtsrat und engagiertes Mitglied der DFL-Stiftung bringt Keller Verbandserfahrung ein. DFL-Boss Christian Seifert hebt dessen "unabhängigen Unternehmergeist, großes Verantwortungsgefühl und Bodenständigkeit" hervor. Das trifft den Punkt. Und: keiner unterschätze den leutseligen Südbadener, der in der Sache stur und sehr energisch sein kann.

Klar: Keller bringt keine internationale Erfahrung ein, aber das ist nebensächlich. Denn in den Gremien von FIFA und UEFA muss nicht zwingend der Präsident eines nationalen Verbandes wirken; andere Nationen praktizieren es bereits seit Jahren. Und auch der DFB plant im Rahmen seiner Strukturreform, dass hauptamtliche Kräfte seine Interessen bei den operativen Aufgaben in den internationalen Gremien vertreten.

Keller steht für Glaubwürdigkeit. Darum kämpft auch der DFB nach den vielen Skandalen in seiner jüngeren Geschichte. Deshalb ist Kellers Berufung zum Kandidaten für das Präsidentenamt logisch - so überraschend die Entscheidung am Donnerstag für die große Mehrheit auch publik gemacht worden ist.

Rainer Franzke

kicker-Chefredakteur  Rainer Franzke

kicker-Chefredakteur Rainer Franzke