Champions League

RB Leipzigs Niederlage in Porto hat nur wenig mit Pech zu tun

Porto bestraft RB in der Champions League

Leipzigs Niederlage hat nur wenig mit Pech zu tun

Bruma, Kampl, Sabitzer, Orban und Keita (v.l.) nach dem ersten Gegentor in Porto

"Haben eine große Chance liegengelassen": RB Leipzig droht nach dem 1:3 in Porto das Champions-League-Aus. picture alliance

Drei bittere Niederlagen in wichtigen Spielen binnen einer Woche hinterließen auch bei Ralph Hasenhüttl Spuren. Geknickt, für den Moment gar niedergeschlagen wirkte der Leipziger Trainer, als er zu später Stunde die nach eigenem Eingeständnis "sehr bittere" 1:3-Niederlage in Porto und die Null-Punkte-Woche mit den zuvor erlittenen Niederlagen gegen den FC Bayern in DFB-Pokal und Meisterschaft aufarbeitete.

"Wahnsinn, dass wir mit leeren Händen dastehen. Es waren drei verdammt schwere Spiele. Und wir haben für das, was wir an Aufwand betrieben, viel zu wenig Ertrag erhalten", traf der Österreicher ein absolut zutreffendes Urteil, und auch speziell für die Partie in Porto lag Hasenhüttl in seiner Einschätzung richtig: "Wir haben eine große Chance liegenlassen."

Mit Pech hatte diese Niederlage allerdings nur wenig zu tun, auch nicht mit der Tatsache, dass der ansonsten starke Schiedsrichter Ovidiu Hategan (Rumänien) vor dem 1:2 die hauchdünne Abseitsstellung des Torschützen Danilo nicht sah . Trotz dieser Benachteiligung müssen sich die Leipziger vor allem in Form von Kapitän Willi Orban ankreiden lassen, dass sie die Freistoßflanke von Alex Telles nicht gut verteidigten.

"Kein Zufall": Porto erzielt gegen Leipzig vier Standardtore

Schon zuvor beim 0:1 nach einem Eckball, als vornehmlich Kevin Kampl nicht im Bilde war, zeigte sich die Leipziger Hintermannschaft nach einem ruhenden Ball nicht auf der Höhe. Dass vier der insgesamt fünf Gegentore in den beiden Spielen gegen Porto aus Standards resultierten, stimmte auch Hasenhüttl nachdenklich. "Kein Zufall", räumte der Coach ein, sah die Ursache aber schon in der Entstehung der Situationen: "Wir haben zu viele Standards im letzten Drittel zugelassen und es da nicht geschafft, den Gegner weit von uns weg zu halten. Es war klar, dass wir da ihrer Wucht unterlegen sind. Das wird auf dem Niveau einfach bestraft."

Für die junge Leipziger Mannschaft bricht damit auf ihrer "Expedition Europa" nicht die Welt zusammen. Sie hat es zwar nicht mehr in der eigenen Hand, den zweiten Gruppenplatz und damit den Achtelfinaleinzug zu erringen. Aber sie hat sich auch zu Recht noch nicht aufgegeben: "Es ist noch nicht alles verloren", betonte Hasenhüttl und fügte mit Blick auf die ausstehenden Partien gegen Besiktas Istanbul und bei AS Monaco an: "Wir wissen, dass wir die beiden Spiele wahrscheinlich gewinnen und auch mal auswärts etwas holen müssen." Dann wäre zumindest die Qualifikation für die Europa League gesichert.

Die englischen Wochen haben bei etlichen Leipzigern Spuren hinterlassen

Zunächst freilich gilt der Blick dem Bundesliga-Duell gegen Aufsteiger Hannover. Die permanenten englischen Wochen haben bei etlichen Leipzigern Spuren hinterlassen, dies zeigte sich am Mittwoch unter anderem bei den Leistungsträgern Naby Keita und Emil Forsberg. Zudem fällt höchstwahrscheinlich Jean-Kevin Augustin wegen einer Oberschenkelverletzung aus .

Umso wichtiger ist aus Hasenhüttls Sicht, dass Timo Werner nach wochenlanger Leidenszeit wieder ein persönliches Erfolgserlebnis verbuchen konnte. "Das bedeutet sicher sehr viel und tut ihm enorm gut", sagte Hasenhüttl über den Treffer des Nationalspielers. Immerhin einer im RB-Kader hatte in Porto wenigstens ein persönliches Erfolgserlebnis.

Oliver Hartmann

kicker.tv Hintergrund

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