Champions League

Hasenhüttl: "Einfach überfordert"

RB wie Lok Leipzig - Entwarnung bei Werner

Hasenhüttl: "Einfach überfordert"

Nicht überrascht von der Niederlage in Istanbul: RB-Trainer Ralph Hasenhüttl.

Nicht überrascht von der Niederlage in Istanbul: RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. imago

Das erste Auswärtsspiel auf internationalem Parkett ging aus Sicht der Leipziger in die Hose. Bei Besiktas Istanbul ließen sich die Sachsen vor allem zu Beginn zu sehr beeindrucken, während ihnen hinten raus die nötige Cleverness fehlte. "In der ersten Halbzeit waren wir nicht in der Lage, um dagegenzuhalten. Wir waren ein bisschen überrascht von der Atmosphäre", gestand RB-Trainer Ralph Hasenhüttl bei Sky, gab aber auch zu bedenken, dass dies erst "unser zweites Champions-League-Spiel und unser erstes auswärts" war.

Folglich sei der Ausgang gar nicht so "überraschend. Man hat gemerkt, dass die junge Mannschaft einfach überfordert war." Auch Stefan Ilsanker wies auf die außergewöhnlichen Umstände in Istanbul hin. "Man spielt nicht jedes Wochenende vor einer Kulisse, wo man auf fünf Meter nichts mehr hört." Als Entschuldigung wollte Ilsanker seine Aussage nicht verstanden haben, wohl eher als Erklärung für die schwache Leistung seiner Teamkollegen, die einen "Lernprozess" durchlaufen.

Hasenhüttl: "Das darf normal nicht passieren"

Hasenhüttl wollte dennoch nicht alles schwarzsehen, gerade die Leistung seiner Elf nach Wiederanpfiff barg durchaus Potenzial. "Wir können stolz auf die zweite Halbzeit sein: Wir haben versucht, unseren Fußball auf den Platz zu bekommen. Darauf müssen wir aufbauen", erklärte der Österreicher, der sich zur zehnminütigen Spielunterbrechung aufgrund des Flutlichtausfalls nicht wirklich äußern wollte. Allerdings zeigte er sich darüber verwundert, dass "so etwas in der Champions League passieren kann. Das darf normal nicht passieren." Ursächlich für die Niederlage war das aber nicht, vielmehr verwies der 50-Jährige auf die fehlende Durchschlagskraft: "Wir haben 19 Torschüsse gehabt, aber zu wenige, die wirklich präzise waren."

Und Hasenhüttl stand mit seiner Meinung keineswegs alleine da, auch RB-Kapitän Willy Orban gab unumwunden zu, dass man von einer "effizienteren und abgezockteren" Mannschaft besiegt wurde. "Wir haben gesehen, dass wir noch dazulernen müssen." Auf die fehlende Effizienz wies Orban ebenfalls hin ("Das müssen wir uns vorwerfen lassen").

Entwarnung bei Werner - RB wie einst Lok Leipzig

Timo Werner

Musste früh ausgewechselt werden: Timo Werner. imago

Es war übrigens das erste Mal seit dem 16. und 19. Spieltag der vergangenen Saison, dass die Leipziger in zwei Auswärtsspielen in Folge torlos geblieben waren. Ein Grund, warum es vorne nicht klappen wollte, dürfte auch die frühe Auswechslung von Timo Werner gewesen sein. "Timo hatte Kreislaufprobleme und wollte nicht mehr auf dem Platz sein", verriet Hasenhüttl und gab zugleich Entwarnung: "Es geht ihm wieder besser."

Ein Unentschieden und eine Niederlage zum Auftakt einer Europapokal-Saison - in Leipzig gab es das schon einmal: 1963/64 startete der 1. FC Lok Leipzig mit in den Messepokal - und schied aufgrund der damaligen K.-o.-Regelung folglich gegen Ujpest Budapest aus. RB hat hingegen noch weiterhin die Chance, um weiterzukommen. Dafür bedarf es aber eine Leistungssteigerung. "Wir müssen zu Hause mutiger spielen", forderte Hasenhüttl und sprach zugleich die Hoffnung aus, dass "wir vielleicht mal so eine Stimmung machen und den Gegner vor Probleme stellen".

drm