Österreich
Ich bin sehr stolz auf unsere kleine Nation. Wir sind nur acht Millionen Einwohner, aber sehr motorsportinteressiert. Das hat man jetzt wieder gemerkt, seit mein DTM-Start bekanntgeworden war. Ansonsten ist es so, dass ich dort wohne, wo andere Urlaub machen. Jedes Mal, wenn ich heimkomme, kann ich komplett abschalten. Denn so gerne ich unterwegs bin, so gerne bin ich auch daheim.
Startnummer 25
Mir wäre meine Startnummer eigentlich ziemlich egal gewesen. Aber die 25 hat sehr viel BMW-Historie (Hans-Joachim Stuck, IMSA-Serie in den USA, die Red.), und meine WhatsApp-Gruppe mit Mechanikern und dem Ingenieur wollte gerne die 25. Außerdem mag ich lieber ungerade Zahlen. Mit ungeraden Startnummern habe ich meine größten Erfolge gefeiert, den Sieg mit der 99 beim 24-Stunden-Rennen in Spa und die Titel mit der 93 beziehungsweise der 17 im Carrera-Cup und dem Supercup.
Vorname Philipp
(den man im Deutschen allein in acht unterschiedlichen Versionen schreiben kann): Tatsächlich wird mein Vorname nur sehr selten richtig geschrieben. Ich muss ihn eigentlich immer buchstabieren, komischerweise auch meinen Nachnamen. Leider steht er, obwohl das ja ginge, nicht komplett auf dem Zeitenschirm, weil ENG weiterhin an Maro Engel vergeben ist, der bei Mercedes noch immer als Ersatzfahrer gemeldet ist. Dafür ist meine Unterschrift super kurz, und mein Spitzname ist ja sowieso "Peng".
BMW
Meine ersten Gehversuche in der großen weiten Welt des Motorsports habe ich bei BMW gemacht, damals in der Formel BMW, 2006 und 2007. Als BMW-Junior und Red-Bull-Junior war ich ein direkter Nachfolger von Sebastian Vettel, jetzt wird das wohl eher nichts mehr... Aber ich habe dort quasi das Gehen gelernt. Von den Basics, die ich damals gelernt habe, zehre ich noch heute, und die Zeit war ziemlich erfolgreich. Ich habe das Weltfinale 2007 gewonnen und dadurch einen Formel-1-Test bei BMW bekommen. Diese Erfahrung werde ich nie in meinem Leben vergessen.

kicker-Redakteur Stefan Bomhard im Gespräch mit Philipp Eng. kicker
Körpergröße und Gewicht
(die geradezu ideal sind für den Automobilsport): Ich bin aber auch extrem radsportbegeistert und habe gute Kontakte in den Profiradsport. Jan Ullrichs früherer Edelhelfer Jörg Ludewig ist ein guter Freund von mir. Ohne den Rennsport wäre ich ziemlich sicher Radprofi geworden. Am Berg wären mir meine Körpermaße bestimmt entgegengekommen.
Hier können alle Fahrer Rennen gewinnen und Meisterschaften holen
Philipp Eng über die DTM
Ledig
Ich bin allein, ich genieße das und kann mich zu 100 Prozent auf den Motorsport konzentrieren.
Länder und Kulturen als Hobbys
Als Rennfahrer bin ich ja wirklich extrem viel unterwegs. Egal, wo ich bin, ich versuche immer, das miteinander zu verbinden. Ich will immer etwas von dem Land und seiner Kultur sehen. Außerdem interessieren mich Sprachen. Ich spreche Englisch und seit meiner Kartzeit auch Italienisch. Die schwedischen Flüche, die ich von meinem Teamkollegen Joel Eriksson gelernt habe, sind allerdings kaum druckreif. Ich habe ein Alter, in dem ich gerne meinen Horizont erweitere, mit Konzertbesuchen oder auch mal in einem Museum.

Philipp Eng im Steckbrief. kicker
DTM-Debüt am 5. Mai
Darauf bin ich wirklich sehr, sehr stolz. Bis dorthin war es für mich ein sehr langer und steiniger Weg. Nach der Formel 1 ist die DTM die Serie, in die jeder hinein will. Dass ich als einer von nur 18 dieses Privileg habe, macht mich sehr stolz. Hier können alle Fahrer Rennen gewinnen und Meisterschaften holen. Ich zähle seit Wochen die Tage bis Hockenheim. Wahrscheinlich werde ich dann ein bisschen nervös sein, aber die Vorfreude ist noch viel stärker. Ob es der schwierigste Schritt meiner Karriere ist? Ich glaube, nein. Ich denke eher, dass ich jetzt alle Zutaten habe, die es braucht für etwas sportlich Erfolgreiches. Das beginnt mit dem Qualifying, das in den Markenpokalen eigentlich immer eine Stärke von mir war.
DTM-Einstieg mit 28
Nichts ist unmöglich, das ist der Anspruch an mich selbst. Mein Ziel ist es, ganz vorne mitzufahren. Wenn ich sage, dass ich Fünfter werden will, dann bin ich kein Profisportler. Ob ich an René Rast denke? Wir sind gut befreundet, er hat mir zu Porsche-Zeiten manchen Tipp gegeben, das tut er jetzt sicher nicht mehr. Und ich brauche es auch nicht mehr. Seit 2014 bin ich immer um den Titel gefahren, ich weiß also, wie viel Risiko ich eingehen muss und wann ich besser mal zurückstecke.
Der BMW M4 DTM
Sofort beim Rausfahren aus der Box, sobald man den Limiter loslässt, kommt eine unglaubliche Soundkulisse. Das hört sich so dermaßen gut an, so brachial, dass es sich auch sofort sehr schnell anfühlt. Das ist Krawall von Anfang an, das taugt mir perfekt. Das Beeindruckendste für mich ist trotzdem das Bremsen und die Performance in schnellen Kurven. Ich bin schon tausendmal durch die erste Kurve in Hockenheim gefahren, aber was mein DTM-Auto da schafft, ist echt Wahnsinn.
Twitter, Facebook, Internet
Meinen kompletten Social-Media-Auftritt mache ich selber, das ist am authentischsten und macht mir Spaß. Internet? Müsste ich vielleicht mal angehen.
