Es ist einfach nicht die Saison von Marc-André ter Stegen. Der Keeper, dem nach dem Rücktritt von Manuel Neuer eigentlich der Posten als Nummer 1 im DFB-Tor vorbehalten war, ist vom Verletzungspech verfolgt. Nach seinem Winterwechsel zum FC Girona, wo er Spielpraxis sammeln wollte, weil Hansi Flick beim FC Barcelona auf Joan Garcia setzt, hat sich der ehemalige Gladbacher erneut verletzt. Nach einer Muskelverletzung war eine weitere Operation nötig. Von einer Ausfalldauer von "mehreren Monaten" war vor einer Woche die Rede.
Heißt also, die Weltmeisterschaft, die vom 11. Juni bis 19. Juli in Kanada, Mexiko und den USA stattfindet, ist für ihn in akuter Gefahr. Trotz der aktuell eher schlechten Prognose will Nagelsmann ter Stegen aber noch nicht abschreiben. Er mache "aus Respekt vor Marc die Tür nie ganz zu, weil er einfach dran wäre", sagte der Bundestrainer am Rande der Nations-League-Auslosung in Brüssel, bei der Deutschland in eine Gruppe mit den Niederlanden, Serbien und Griechenland gelost wurde. Dennoch müsse es "sinnhaft sein, für ihn und uns", aktuell sehe es jedoch "nicht rosig aus".
"Das ist eine dramatische Verletzung, die lange dauert", sagte Nagelsmann. "Das Schlimmste" daran sei, "dass es eng wird, weil man ja den Gesamtzeitraum beachten muss. Es ist nicht so, dass er das letzte Jahr komplett durchgespielt hat, er war schon ein Jahr weg." Ter Stegen solle "sich erholen, dann schauen wir weiter". Eine Prognose sei "sehr schwer".
Nagelsmann stärkt Baumann
Stand heute erscheint es also unwahrscheinlich, dass ter Stegen bei der WM als Nummer 1 das deutsche Tor hüten wird. In diesem Zusammenhang kommt auch immer mal wieder die Frage nach der Rückkehr des zurückgetretenen Manuel Neuer auf. Hierzu hat der Bundestrainer eine klare Meinung und spricht auch dem zuletzt starken Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim das Vertrauen aus.
Fakt eins sei ter Stegens "tragische Verletzung", Fakt zwei, "dass Manu zurückgetreten ist und noch einmal gesagt hat, dass sich an der Entscheidung nichts ändern" werde. Und Fakt drei sei, dass Baumann sowohl bei der TSG als auch beim DFB "herausragend gut" spiele, so Nagelsmann klar. Das werde auch beim Länderspiellehrgang im März so sein. Diese "drei Fakten", betonte der Bundestrainer, "sagen relativ viel aus".


