Von der U-21-EM in der Slowakei berichten Tim Lüddecke und Michael Pfeifer
Einmal bereits haben sich die U-21-Nationalspieler aus dem DFB-Teamquartier in Modra ins rund 30 Kilometer entfernte Bratislava begeben: "Wir haben uns einfach ein bisschen die Stadt angeguckt", sagt Nathaniel Brown. Beim DFB würden sie gern auch noch mal für einen offiziellen Anlass in die slowakische Hauptstadt zurückkehren: Dafür müsste die Elf von Trainer Antonio Di Salvo das Endspiel der Europameisterschaft am 28. Juni erreichen.
Nach der perfekten Gruppenphase mit neun Punkten und einem Torverhältnis von 9:3 geht die deutsche Mannschaft laut Brown jedenfalls ausschließlich "mit Rückenwind" in das Viertelfinale am Sonntagabend gegen Italien (21 Uhr in Dunajska Streda, LIVE! bei kicker) - dass man sich deshalb womöglich unterbewusst etwas zu sicher fühlen könnte, weist der 22-Jährige zurück.
Brown: "Das schaffen wir"
Und doch sensibilisiert der linke Außenverteidiger von Eintracht Frankfurt vor dem ersten K.-o.-Spiel im Turnier: "Das ist natürlich etwas anderes als ein Gruppenspiel. Der Druck ist ein bisschen höher, aber das schaffen wir", so Brown. Von den überzeugenden bisherigen Darbietungen "kann man sich jetzt nichts mehr kaufen", betont er: "Wenn man verliert, fährt man nach Hause."
Gegner Italien stuft der SGE-Profi als "spielstarke Mannschaft" ein, die erst ein Gegentor kassiert hat: "Die Defensive ist sehr gut, aber wir wollen uns nicht verstecken." Sein Selbstvertrauen basiert indes nicht nur auf dem bisherigen Turnierverlauf, sondern auch auf seinem persönlichen Werdegang.
Champions League? "Ich kann das immer noch nicht glauben"
Vor einem Jahr hatte er bis dato für den 1. FC Nürnberg in der 2. Liga gespielt, nun hat er sich als Stammspieler bei Eintracht Frankfurt mit seinem Klub für die Champions League qualifiziert. "Ich kann das eigentlich immer noch nicht glauben, wie überragend die Saison verlaufen ist", sagt Brown: "Ich will mit der U 21 genauso weitermachen. Wir sind noch nicht am Ende."
Hilfreich soll dafür auch sein, dass in der deutschen Startelf mit Rechtsverteidiger Nnamdi Collins eine Frankfurter Flügelzange fungiert. Mit Elias Baum steht zudem noch ein weiterer Außenverteidiger zur Verfügung, der nach seiner Leihe zur SV Elversberg bei der Eintracht unter Vertrag steht. "Wir kennen uns", erklärt Brown in Bezug auf Collins: "Ich weiß, wann er nach vorne stößt - und er weiß auch, wann ich nach vorne stoße. Natürlich ist das ein Vorteil."



