Kaum jemand verkörpert das Bayern-Gen so sehr wie Thomas Müller, unbestritten ist auch, dass der Weltmeister eine absolute Führungspersönlichkeit in München ist - und dennoch fehlte er in der Startelf im Viertelfinal-Hinspiel bei ManCity.
"Wir wollten Läufer, schnelle Dribbler und wendige Spieler haben", erklärte Thomas Tuchel bei "Prime" seine taktischen Überlegungen vor dem Anpfiff in Manchester. Daraus begründete sich dann auch das Fehlen von Müller. "Es war eine harte Entscheidung", führte Tuchel aus und erklärte: "Ich liebe Thomas, aber wir erwarten kein typisches Thomas-Müller-Spiel. Sprich die letzten 30 Meter, wo er absolute Weltklasse ist."
Der 49-Jährige ließ auch durchblicken, dass man in München nicht damit rechnet, bei den Skyblues viel Ballbesitz zu erhalten und man folglich auch nicht so häufig im Schlussdrittel auftauchen werde. "Wir glauben, dass wir in die Zone heute nur mit Tempo und nur für kurze Zeit kommen werden", betonte Tuchel und verriet, dass Müller selbst Verständnis für die Entscheidung habe. "Thomas ist schlau, er weiß genau, was uns erwartet. Die Charakteristik des Spiels heute matcht sich nicht 1000-prozentig mit seiner Klasse und Charakteristik."
Salihamidzic hat Vertrauen in die FCB-Offensive
In anderen Worten: Um auf schnelle Konter zu spielen, gibt es im Kader der Bayern bessere Optionen als Müller. Dennoch fiel auf, dass durch das verletzungsbedingte Fehlen von Eric Maxim Choupo-Moting (Knieprobleme) ein klassischer Strafraumstürmer ganz vorne fehlte. Für Sportvorstand Hasan Salihamidzic kein Problem, denn man verfüge über "acht Offensivspieler", die "allesamt Topspieler sind. Ich vertraue denen."
Der Bosnier sagte aber auch, dass man sich mit Blick auf die neue Saison "natürlich noch einmal mit dem Trainer zusammensetzen und schauen wird, was möglich ist. Die Frage ist: Was wollen wir? Dann betrachtet man die Möglichkeiten. Man kann nicht willkürlich auf dem Transfermarkt agieren."
Salihamidzic betonte abschließend, dass er sich nicht auf einen Stürmer-Diskussion versteifen würde. "Da sind acht Jungs, die Weltklasse-Format haben. Wir haben sehr gute Möglichkeiten. Choupo-Moting hat seine Sache gut gemacht hat, dahinter Mathys Tel, der das auch spielen kann. Dann haben wie Sadio Mané und Serge Gnabry, die da spielen können. Wir wollen erst mal die Jungs in Topform bringen."



