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23.08.2018, 11:45

National Football League erachtet Erweiterung für sinnvoll

Trotz heftiger Proteste: NFL hält an Helm-Regel fest

Die National Football League feilt seit Jahren besonders daran, mit immer wieder neuen Regeln oder Ergänzungen die Spieler zu schützen. Tests und medizinische Auswertung der jüngeren Zeit hatten schließlich ergeben, dass gerade in der Vergangenheit viele Fehler gemacht wurden - Stichwort CTE. Die aktuelle Helm-Regel sorgt allerdings für heftige Proteste...

Helm-Regel
Absichtliche Tacklings mit dem Helm voraus sollen ab sofort härter bestraft werden.
© imagoZoomansicht

Seit dieser Saison gilt in der NFL folgende neue Regel in Bezug auf Tacklings mit dem Helm: So wird es die Liga zur Saison 2018/19 bestrafen, wenn Athleten während der Spielzüge absichtlich mit gesenktem Helm voran in Gegner stürmen. Ein derartiges Verhalten kann mit einer 15-Yards-Strafe oder sogar einer Hinausstellung geahndet werden.

Hintergrund sind die schweren Verletzungen, die auch in jüngerer Vergangenheit immer wieder durch solche Kontakte hervorgerufen werden.

Das Problem dabei, das vor allem bei den NFL-Profis selbst für großes Unverständnis und sogar Ärger sorgt: Genau dieser Vorgang, den Helm bei einem Hit zu Hilfe zu nehmen, zählt für viele Akteure zur Grundtechnik ihres Spiels.

Sherman: "Idiotisch"

In den ersten Vorbereitungsspielen gab es wegen der Regeländerung eine Vielzahl von Strafen, im Preseason-Duell zwischen den Minnesota Vikings und den Jacksonville Jaguars (10:14) waren es 20! Vikes-Trainer Mike Zimmer gehört speziell seither zu den Kritikern der Regel. Diese werde "einige Leute ihre Jobs kosten", so Zimmer. Die Vorgaben der Liga seien schlichtweg nicht klar genug.

NFL-Star Richard Sherman, Cornerback der San Francisco 49ers und ehemaliger Top-Mann der Seattle Seahawks, legt diesbezüglich nach - gewohnt mit deftigen Worten: Sherman findet die Regel "idiotisch". Der 30-Jährige weiter: "Bei einem perfekten Hit führt der Kopf den Körper. Die Regel sollte sofort abgeschafft werden." Ansonsten würde American Football nämlich bald "Flag Football" sein.

"Das Komitee hat beschlossen, dass..."

Wohl auch deshalb wurde die Liga nun aktiv, berief eine Besprechung ein - und bekräftigte anschließend die neue Regel. "Das Komitee hat beschlossen, dass es keine Änderungen der Regel geben wird, der die Klubs im Frühjahr zugestimmt haben", teilte NFL-Vizepräsident Troy Vincent in einem Statement nach einer Telefonkonferenz des Wettbewerbs-Komitees mit. "Unabsichtlicher" oder "zufälliger" Kontakt mit dem Helm sei kein Foul. Allein das "beabsichtigte Herunternehmen des Kopfes, um den Gegenspieler mit dem Helm zu treffen", werde geahndet.

Richard Sherman
Kein Fan der neuen Helm-Regel: 49ers-Cornerback Richard Sherman.
© imago

Um die neue "Helmet-Rule" transparenter zu gestalten, wolle die NFL aber Spielern, Trainern und Schiedsrichtern während der restlichen Preseason und der gesamten Regular Season Videomaterial sowohl von Fouls als auch von unberechtigt ausgesprochenen Strafen bereitstellen. In den bisherigen 33 Preseason-Spielen wurden von den Referees 51 Strafen wegen des unerlaubten Tackles mit dem Helm ausgesprochen. Elf der Calls waren laut NFL "fehlerhaft".

"Wir werden uns an die Regeln gewöhnen"

Es gibt im Übrigen auch positive Äußerungen bezüglich der Helm-Regel. Vikings-Linebacker Antwione Williams sagt, obwohl er sich bereits selbst eine Strafe eingehandelt hat: "Wir werden uns an die Regel gewöhnen. Es ist alles noch neu. Du hast so lange gespielt. Sie versuchen, die Liga sicherer zu machen, also versuchen wir uns, daran zu gewöhnen. Das ist ein Lernprozess für alle." Beendet sein dürfte die Diskussion damit allerdings nicht...

mag/sid

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