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07.11.2017, 22:55

Vier-Augen-Gespräch mit dem "Football-Rebell"?

NFL-Boss geht auf Kaepernick zu

Roger Goodell, der Commissioner der National Football League, hat "Football-Rebell" Colin Kaepernick zu einem Vier-Augen-Gespräch eingeladen. Das bestätigte ein Sprecher der US-Profiliga dem TV-Sender "ESPN". Der vertragslose Quarterback hatte zuletzt rechtliche Schritte gegen die NFL-Teambesitzer eingeleitet, da er sich systematisch ausgegrenzt fühlt.

Colin Kaepernick
Hat noch immer kein NFL-Team gefunden: Quarterback Colin Kaepernick.
© imagoZoomansicht

Der Fall Colin Kaepernick hat noch immer kein Ende gefunden! Der derzeit vertragslose Quarterback (ehemals San Francisco 49ers) war in der vergangenen Saison als erster NFL-Profi beim Abspielen der US-Nationalhymne auf die Knie gegangen, um gegen Polizeigewalt und Rassendiskriminierung im Land zu protestieren.

Die Konsequenz: Für die aktuelle Spielzeit bekam der 30-Jährige keinen Vertrag mehr und versteht dies als Reaktion auf sein Verhalten. Doch während viele andere Spieler speziell in diesem Jahr Kaepernicks Beispiel gefolgt sind, hat sich offenbar die Tür bei allen der 32 Teams geschlossen. Die Offiziellen der Franchises wollen dem Spielmacher, der für die Rechte von Dunkelhäutigen einsteht, offenbar keine sportliche Chance und vor allen Dingen keine neue Plattform für seine Proteste mehr geben.

Zahlen gefällig? Seit der ehemalige Super-Bowl-Quarterback im März Free Agent wurde, fanden ganze 41 Quarterbacks einen neuen Job in der Liga. Das Bittere dabei: Die überwältigende Mehrheit jener vorgezogener Spielmacher hat nicht einmal annähernd die Erfolge und individuellen Zahlen wie "Kap", der noch dazu ein absoluter Musterprofi ist, zu bieten. Statt mit Alkohol- oder Gewaltexzessen verbringt er seine Freizeit mit humanitären Missionen. Genau deshalb hat Kaepernick auch mit Hilfe seiner Anwälte bei der NFL eine offizielle Beschwerde wegen ungerechter Behandlung in Folge seines Hymnenprotests eingereicht.

"Ein Sargnagel für die Verteidigung der NFL"

Im Schreiben seiner Anwälte heißt es, die Teambesitzer hätten "sich untereinander abgesprochen, um Mr. Kaepernick seiner Beschäftigungsrechte wegen seines Einsatzes für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit zu berauben". Anwalt Mark J. Geragos sagt gar: "Jeder Tag, der vergeht, ohne dass Colin unter Vertrag genommen wird, ist ein weiterer Sargnagel für die Verteidigung der NFL."

Laut NFL-Sprecher Joe Lockhart hat Vizepräsident Troy Vincent diesbezüglich bereits am 31. Oktober eine Textnachricht an Kaepernick geschrieben und ihn zum Gespräch mit NFL-Boss Goodell eingeladen. Eine Antwort stehe noch aus. Eventuell bringt ja diese Unterredung eine Lösung in dem hochbrisanten Fall. Fortsetzung folgt...

mag/sid

 

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