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17.09.2013, 16:32

Hamburg: Jarchow bestätigt sofortige Trennung von Fink

Cardoso und Addo übernehmen vorerst beim HSV

Nach dem schwachen Bundesliga-Start und dem deftigen 2:6 in Dortmund spitzte sich am Montag das Geschehen in Hamburg zu. Beim HSV entschied man sich zur Trennung von Thorsten Fink. Sportdirektor Oliver Kreuzer machte sich auf den Weg nach München, um dem Fußballlehrer diese Nachricht zu überbringen. Der reagierte "enttäuscht und geschockt", wie Kreuzer berichtete, verabschiedete sich aber rund zwölf Stunden später auf dem Trainingsgelände von der Mannschaft, ehe die HSV-Verantwortlichen in einer Pressekonferenz Stellung nahmen.

"Es war ein kleines Wirrwarr zu sehen": Oliver Kreuzer begründete die Fink-Entlassung.
"Es war ein kleines Wirrwarr zu sehen": Oliver Kreuzer begründete die Fink-Entlassung.
© Getty ImagesZoomansicht

Der HSV-Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow machte es am Dienstagmittag offiziell und verkündete die Trennung von Fink. "Es ist keine Überraschung mehr, dass wir als Vorstand des HSV nach intensiver Beratung entschieden haben, Thorsten Fink mit sofortiger Wirkung zu beurlauben", erklärte Jarchow. "Die Entscheidung ist uns schwer gefallen, schließlich haben wir zwei Jahre gut zusammengearbeitet." Fink habe den Verein in einer schwierigen Lage übernommen und zum Klassenerhalt geführt. "Es ist ein schwieriger Schritt, sich von einem Trainer zu trennen, die Entscheidung ist gestern im Laufe des Tages aber einstimmig gefallen", gab der 58-Jährige einen Einblick in die Entscheidungsfindung.

Sportdirektor Oliver Kreuzer betonte, wie schwer besonders ihm die Entscheidung gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Fink gefallen sei. Finks Heimreise zur Familie nach München am Sonntag sei "natürlich nicht ausschlaggebend gewesen", versicherte Kreuzer. "Wir haben einfach nicht mehr geglaubt, dass Thorsten in der Lage ist, mit der Mannschaft den Turnaround zu schaffen."

Ich habe keine klare Linie mehr erkennen können. Es war ein kleines Wirrwarr zu sehen.Oliver Kreuzer

"Die Entscheidungen, die er getroffen hat, waren etwas unglücklich und haben dazu geführt, dass wir auch in dieser Höhe verloren haben", führte Kreuzer mit Blick auf das 1:5 gegen Hoffenheim und das 2:6 in Dortmund aus. "Wir haben über viele Dinge offen und ehrlich gesprochen, aber am Ende trifft der Trainer die Entscheidung", erklärte er weiter: "Ich habe keine klare Linie mehr erkennen können. Es war ein kleines Wirrwarr zu sehen." Daraus resultierte, dass er nicht mehr das 100-prozentige Vertrauen zu Fink gehabt habe, aber: "Er bleibt ein guter Trainer mit Stil."

In den nächsten Tagen werden nun zwei alte Bekannte das HSV-Team anleiten: "Rodolfo Cardoso und Otto Addo werden das Team bis auf Weiteres betreuen", erklärte Kreuzer. Cardoso besucht derzeit den Fußballlehrerlehrgang in Köln und werde für diese Aufgabe "definitiv" vom DFB freigestellt. Am Vormittag machte sich der U-23-Trainer der Hamburger auf den Weg in die Hansestadt. Im Gegensatz zum Argentinier ist U-19-Trainer Addo bereits im Besitz der nötigen Fußballlehrer-Lizenz. Kreuzer hatte zunächst noch offen gelassen, dass eventuell bereits am Samstag im Heimspiel gegen Werder Bremen (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) ein neuer Trainer auf der Bank sitzen könnte ("Es kann schnell gehen, kann aber auch dauern"), zugleich aber auch Gerüchte um eine Kontaktaufnahme zu Markus Babbel deutlich zurückgewiesen.

Bei seiner Vorstellung am Nachmittag gab sich Cardoso dann überzeugt davon, am Samstag auf der HSV-Bank zu sitzen: "So haben wir es besprochen." Zur Mannschaft oder zur Ausrichtung konnte der 44-Jährige, der in den Jahren 1995 und 1996 auch für den Samstags-Gegner Bremen gespielt hatte (32 Ligaspiele, zwei Tore), verständlicherweise noch nichts sagen. Er gestand jedoch ein, dass die Übernahme des Trainerpostens von einem kurz zuvor entlassenen Kollegen "ein komisches Gefühl" hervorrufe.

Fink verabschiedet sich von der Mannschaft

Um 10.08 Uhr am Dienstagmorgen war Fink auf dem HSV-Gelände vorgefahren und hatte sich im Anschluss vom Team verabschiedet, nachdem erst Kreuzer eine Ansprache an die Mannschaft gehalten hatte. Erst knapp eine Stunde später als ursprünglich geplant, nämlich gegen 11 Uhr, begannen die HSV-Spieler dann mit der Vormittagstrainingseinheit. Geleitet wurde diese von Roger Stilz, bisher Co-Trainer unter Fink, und dem bisherigen Fitness-Coach Nikola Vidovic. Beide will Kreuzer beim HSV halten, Gespräche stehen aber noch aus. Ob auch Patrick Rahmen, der mit Fink schon in Basel zusammengearbeitet hatte, bleiben wird, soll erst entschieden werden, wenn der neue Cheftrainer gefunden ist. Grundsätzlich kann sich der HSV eine weitere Zusammenarbeit vorstellen.

Video zum Thema
kicker.tv - Hintergrund- 17.09., 15:52 Uhr
Finks Aus in Hamburg
Fast zwei Jahre war Thorsten Fink Trainer beim Hamburger SV, half dem Dino zunächst aus dem Tabellenkeller und führte ihn dann auf Platz sieben. Doch in der aktuellen Spielzeit zeigte der HSV eklatante sportliche Schwächen, die sich in nur vier Punkten und schon 15 Gegentoren in fünf Ligaspielen niederschlugen. Zu wenig für die ambitionierten Hanseaten. Fink musste gehen, Sportdirektor Oliver Kreuzer und Vorstandschef Carl-Edgar Jarchow begründeten die Entlassung am Dienstag.
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17.09.13
 
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weitere Infos zu Fink

Vorname:Thorsten
Nachname:Fink
Nation: Deutschland
Verein:Austria Wien

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