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TSG Hoffenheim

TSG Hoffenheim

1
:
2

Halbzeitstand
0:1
Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen


TSG HOFFENHEIM
BAYER 04 LEVERKUSEN
15.
30.
45.




60.
75.
90.










Skandal in Sinsheim - 1899 bleibt gegen Bayer sieglos

Über Nacht Tabellenführer - dank Kießlings Phantomtor!

Gellende Pfiffe, aufgewühlte Gemüter und hitzige Diskussionen - das war es, was in Sinsheim nach dem Abpfiff übrig blieb. Zuvor hatte Bayer Leverkusen mit 2:1 bei der TSG 1899 Hoffenheim gewonnen, das aber wegen eines "Phantomtores" von Kießling. An sich war Schiedsrichter Dr. Felix Brych am Ende wohl der Hauptprotagonist eines geschichtsträchtigen Spiels, das auf jeden Fall ein Nachspiel haben wird. Eins ist zumindest jetzt schon gewiss: Bayer Leverkusen ist über Nacht Tabellenführer, und 1899 kann weiterhin gegen die Werkself nicht gewinnen.

Kießlings Phantomtor
Stein des Anstoßes: Kießlings Phantomtor.
© Getty ImagesZoomansicht

Hoffenheims Trainer Markus Gisdol vertraute nach dem 2:2 in Mainz in der Innenverteidigung auf Süle anstelle von Vestergaard. Außerdem erhielten im Mittelfeld Strobl und Salihovic den Vorzug vor Rudy und Elyounoussi. Gleich vier Wechsel führte Bayer-Coach Sami Hyypiä durch: Im Vergleich zum 1:1 gegen Bayern erhielten Donati, Spahic und Can (alle Bank) eine Schonpause, während Bender (doppelter Muskelfaserriss im Oberschenkel) verletzungsbedingt fehlte. Neu dabei: Hilbert, Wollscheid, Castro und Hegeler.

Nach verhaltenem Beginn waren es die Hoffenheimer, die die Initiative ergriffen und sich über schnelle Kombinationen ein optisches Übergewicht erspielten. Die TSG überzeugte zu Beginn durch frischen Offensivfußball und suchte gegen eher unterkühlt und sachlich auftretende Leverkusener häufig den Weg nach vorne. Für die erste gute Chance der Partie musste allerdings ein Freistoß herhalten: Salihovic scheiterte am auf der Linie stehenden Wollscheid (9.). Auf der anderen Seite sendete Sam erste Lebenszeichen des Werksklubs (14., 16.).

Im Großen und Ganzen war es aber zu Beginn ein weitgehend ausgeglichenes Spiel, das zeigten auch die Zahlen - gespielte Pässe, Passquote und Ballbesitz hielten sich in etwa die Waage. Bei den Zweikämpfen und Abschlüssen hatten die Kraichgauer jedoch die Nase vorn. So musste Leno nach 20 Minuten sein gesamtes Können aufbieten, um gegen Modeste zu bestehen. Kurz darauf schlug Bayer allerdings wie aus dem Nichts zu: Hilbert eroberte die Kugel und nahm Castro mit. Dieser hatte das Auge für Sam, der zwischen Toljan und Süle die Lücke erkannte und genau ins rechte untere Eck einnetzte (26.).

Die Rechnung der Rheinländer war aufgegangen, zumal die Leverkusener mit der Führung im Rücken nun verstärkt kontern konnten und sich jetzt weitere Chancen erhofften. Daraus wurde aber nichts, denn Hoffenheim trat trotz Rückstand weiter erfrischend spielfreudig auf und kam zu weiteren Möglichkeiten, war aber nicht mit dem Glück im Bunde: Zuerst fälschte Modeste einen Beck-Schuss entscheidend ins Toraus ab (29.), ehe Assistent Stefan Lupp einen Treffer von Volland wegen Abseits zu Unrecht aberkannte (36.). So retteten die Gäste ihre schmeichelhafte Pausenführung doch noch in die Pause.

Dr. Felix Brych rückt ins Rampenlicht - Kießlings Phantomtor ausschlaggebend

Hoffenheims Roberto Firmino im Duell mit Jens Hegeler (re.)
Mit Haken und Ösen: Hoffenheims Roberto Firmino im Duell mit Jens Hegeler (re.).
© Getty Images

Hyypiä reagierte in der Halbzeit und brachte Spahic für Wollscheid, der am Rande eines Platzverweises gestanden hatte. Mit dem Bosnier brachte Bayer nun mehr Stabilität in die eigenen Reihen, sodass die TSG in der Folge trotz weiterhin größerer Spielanteile nicht mehr zwingend vor Leno auftauchte. An sich hatte der zweiten Durchgang lange Zeit keinen hohen Unterhaltungswert: Hoffenheim zeigte sich zwar weiter engagiert, entwickelte dabei allerdings keine echte Durchschlagskraft. Auf der Gegenseite verteidigte Bayer routiniert, zog das eigene Spiel breit auf und konterte zudem dann und wann mal - Castro scheiterte an Casteels (61.).

Die Partie ging dann aber doch noch in die Geschichtsbücher der Bundesliga ein, denn in der 70. Minute erzielte Kießling ein Phantomtor: Nach einer Ecke köpfte der ehemalige Nürnberger aus sechs Metern ans linke Außennetz. Der Ball rutschte aber durch ein Loch im Außennetz ins Tor und verleitete Referee Dr. Felix Brych dazu, auf Tor zu entscheiden. So oder so - dieser Treffer wird ein Nachspiel haben. Die Hoffenheimer machten den Unparteiischen noch während der Partie auf diesen Fehler aufmerksam - vergeblich.

Kießlings Treffer führte zu einer Art Schockstarre bei der TSG, die in der Folge zwar Moral bewies, allerdings lange Zeit nichts Halbes und nichts Ganzes zu Stande brachte. Doch dann kam es zu einer Art Konzessionsentscheidung von Dr. Brych, der bei einem intensiven Duell von Hilbert und Firmino, das sogar außerhalb des Strafraums stattgefunden hatte, auf Strafstoß. Dieser führte dann zur nächsten kuriosen Szene, da Firmino zuerst an Leno scheiterte und dann den Nachschuss an den rechten Pfosten setzte, ehe nur einen Wimpernschlag später Topraks Klärungsversuch ebenfalls ans Aluminium klatschte (83.). Etwas später glückte den Hausherren der Anschlusstreffer über den zuvor eingewechselten Schipplock zwar dennoch (88.), mehr für die Kraichgauer dann aber doch nicht drin.

Während Hoffenheim wieder am Samstag, den 26. Oktober (15.30 Uhr), bei Hannover 96 gefordert ist, müssen die Leverkusen bereits am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr) in der Champions League zu Hause gegen Schachtar Donezk antreten. In der Bundesliga erwartet den Werksklub am darauffolgenden Samstag (15.30 Uhr) ein Heimspiel gegen den FC Augsburg.

Bilderserie zum 9. Spieltag
Skandal in Sinsheim: Kießlings Kopfball erhitzt die Gemüter
Stefan Kießling beim Kopfball kurz vor dem 2:0
Kießling köpft ...

Leverkusens Stefan Kießling steigt nach einer Ecke zum Kopfball hoch.
© picture alliance

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Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

TSG Hoffenheim
Aufstellung:
Casteels (4) - 
Beck (3)        
Abraham (2,5) , 
Süle (4) , 
Toljan (3,5) - 
Polanski (3)    
Strobl (3) - 
Salihovic (4)    
Volland (2,5) , 
Modeste (4,5)

Einwechslungen:
63. Elyounoussi für Salihovic
70. Schipplock     für Polanski
81. Herdling für Beck

Trainer:
Gisdol
Bayer 04 Leverkusen
Aufstellung:
Leno (2) - 
Hilbert (4,5)    
Wollscheid (4,5)        
Toprak (3,5)    
Boenisch (5) - 
Reinartz (3) - 
Castro (3)    
Rolfes (4)    
Sam (2,5)        
Hegeler (4,5)    
Kießling (4)    

Einwechslungen:
46. Spahic (4) für Wollscheid
80. R. Kruse für Sam
86. Donati für Hilbert


Trainer:
Hyypiä

Tore & Karten

 
Torschützen
0:1
Sam (26., Linksschuss, Castro)
0:2
Kießling (70., Kopfball, Castro)
1:2
Schipplock (88., Kopfball)
Gelbe Karten
Hoffenheim:
-
Leverkusen:
Toprak
(2. Gelbe Karte)
,
Wollscheid
(2.)
,
Hegeler
(1.)
,
Castro
(1.)

Besondere Vorkommnisse
Leno hält Foulelfmeter von Roberto Firmino (83.)

Spieldaten

TSG Hoffenheim       Bayer 04 Leverkusen
Tore 1 : 2 Tore
 
Torschüsse 20 : 12 Torschüsse
 
gespielte Pässe 497 : 439 gespielte Pässe
 
angekommene Pässe 421 : 355 angekommene Pässe
 
Fehlpässe 76 : 84 Fehlpässe
 
Passquote 85% : 81% Passquote
 
Ballbesitz 52% : 48% Ballbesitz
 
Zweikampfquote 54% : 46% Zweikampfquote
 
Foul/Hand gespielt 13 : 19 Foul/Hand gespielt
 
Gefoult worden 18 : 13 Gefoult worden
 
Abseits 2 : 2 Abseits
 

Spielinfo

Anstoß:
18.10.2013 20:30 Uhr
Stadion:
Wirsol Rhein-Neckar-Arena, Sinsheim
Zuschauer:
25213
Spielnote:  2
fußballerisch zumindest sehenswert, zudem ein Spiel, an das man sich lange erinnern wird.
Chancenverhältnis:
11:5
Eckenverhältnis:
6:10
Schiedsrichter:
Dr. Felix Brych (München)   Note 6
die drei krassesten Fehler: kein Abseits bei Vollands Tor (36.), kein Tor bei Kießlings Kopfball, kein Elfmeter bei Hilberts Grätsche gegen Roberto Firmino.
Spieler des Spiels:
Bernd Leno
Sicheres Stellungsspiel, mutig im Rauslaufen, starke Paraden auf den Linie ? nicht nur beim vereitelten Strafstoß.