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07.05.2018, 18:55

Eishockey-WM: DEB-Team schlägt sich als Außenseiter wacker

Top-Leistung unbelohnt: DEB-Team verliert gegen USA

Der Olympiazweite Deutschland bleibt bei der Eishockey-WM glücklos. Das neuformierte Team von Bundestrainer Marco Sturm verlor am Montag gegen die USA auch das dritte Vorrundenspiel mit 0:3 (0:0, 0:2, 0:1) trotz der bislang besten Turnierleistung und eines überragenden Niklas Treutle im Tor. Zu viele Strafzeiten im zweiten Drittel verhinderten den möglichen Coup gegen den Mitfavoriten, gegen den die Auswahl des DEB bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften noch gewonnen hatte.

Niklas Treutle
Absolvierte sein erstes WM-Spiel - und überzeugte im DEB-Gehäuse: Goalie Niklas Treutle von den Nürnberg Ice Tigers.
© Getty ImagesZoomansicht

2015 und 2016 hatte Sturm das Nationalteam jeweils ins Viertelfinale bei der Eishockey-WM geführt. Dieses Ziel erscheint nun immer unwahrscheinlicher. Die WM in Dänemark droht damit zum ersten großen Rückschlag unter Sturm zu werden. Erstmals seit fünf Jahren startete ein DEB-Team wieder mit drei Niederlagen in eine Weltmeisterschaft. "Es wird immer schwieriger für uns. Da brauche ich nicht um den heißen Brei herumreden", sagte der enttäuschte NHL-Star Leon Draisaitl.

Vor 10.301 Zuschauern in Herning nutzte Superstar Patrick Kane von den Chicago Blackhawks eine fragwürdige Strafzeit gegen Krefelds Daniel Pietta zur Führung (31.) für das NHL-Ensemble der USA. Bis dahin hatten beide Teams auch beste Chancen ungenutzt gelassen. Vor allem WM-Debütant Treutle von den Nürnberg Ice Tigers hielt überragend. Doch nur zwei Minuten später war der 27-Jährige durch Derek Ryan (33.) aus Carolina erneut in Unterzahl wieder geschlagen. Im Schlussdrittel sorgte Chicagos Alex DeBrincat (51.) nach einem Fehler von Jonas Müller für die Entscheidung.

Dabei startete die DEB-Auswahl im Vergleich zu den unglücklichen Pleiten gegen Dänemark und Norwegen jeweils nach Penaltyschießen stark verbessert. Sturm hatte seinem Team nach dem 4:5 am Vortag gegen Norwegen öffentlich die Leviten gelesen. "Die Fehlerquote war einfach zu hoch. Die Passqualität war einfach nicht gut", hatte Sturm kritisiert und gefordert. "Es waren Momente dabei, die frustrierend waren. Wir müssen als Mannschaft besser auftreten und die Fehlerquote minimieren." Zudem wechselte der Bundestrainer - nicht unüblich bei zwei Spielen binnen 48 Stunden - den Torhüter. Für den bisher glücklosen Timo Pielmeier aus Ingolstadt stand Treutle im Gehäuse und wuchs in seinem ersten WM-Spiel phasenweise über sich hinaus.

Bundestrainer Marco Sturm (links)
Es wird immer schwere für das DEB-Team um Trainer Bundestrainer Marco Sturm.
© imago

Draisaitl: "Wir können jeden Gegner schlagen"

Mit diesem starken Rückhalt überraschte auch der deutsche Angriff um NHL-Top-Stürmer Draisaitl mit einigen forschen Aktionen. "Wir können jeden Gegner schlagen", hatte Olympia-Silbergewinner Yannic Seidenberg noch trotzig nach dem WM-Fehlstart gesagt. Wie zum Beweis zeigte das DEB-Team, das zum ersten Mal nicht als Favorit in die Partie ging, gegen die USA das bisher beste WM-Spiel, schwächte sich im zweiten Drittel aber entscheidend selbst. Fünf Strafzeiten in zehn Minuten waren zu viel, um gegen das NHL-Ensemble weiter zu bestehen.

Pflicht Südkorea, Coup gegen Finnland oder Kanada

Besonders ärgerlich war die viel zu harte Hinausstellung gegen Pietta, während der Superstar Kane sein erstes WM-Tor erzielen konnte und sein Team damit entscheidend in Front schoss.

Nach einem Ruhetag ist am Mittwoch ein Sieg gegen den Aufsteiger und klaren Außenseiter Südkorea Pflicht (16.15 Uhr, LIVE! bei kicker), um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Soll es mit dem nun fast unmöglich erscheinenden erneuten Viertelfinal-Einzug doch noch klappen, müsste voraussichtlich eine kleine Sensation gegen Finnland oder Kanada her. "Wir wissen, dass noch Möglichkeiten bestehen", meinte Draisaitl zu den zumindest leicht hoffnungsvollen Aussichten.


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dpa

Der DEB-Kader bei der WM in Dänemark
Ein NHL-Star, zehn Debütanten und zehn Silber-Helden
Neu formierter Kader

Nur zehn Spieler, die in Pyeongchang sensationell die Silbermedaille gewannen, konnte Marco Sturm für die WM in Dänemark nominieren. Rücktritte, Verletzungen und Absagen zwangen den Bundestrainer zum Umdenken, zugleich stehen dem Dingolfinger allerdings mit Leon Draisaitl, Korbinian Holzer und Dennis Seidenberg drei NHL-Spieler zur Verfügung. Der DEB-Kader in Bildern...
© imago (4)

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